Alexander Zverev umarmt bei den ATP Finals in Turin den verletzten Matteo Berrettini © imago images/LaPresse Foto: Marco Alpozzi

Gegner gibt auf: Zverev startet mit Sieg in die ATP Finals

Stand: 15.11.2021 08:28 Uhr

Alexander Zverev hat am Sonntagabend sein Auftaktmatch bei den ATP Finals gewonnen. Der Tennisprofi aus Hamburg profitierte beim 7:6 (9:7), 1:0 von der Aufgabe des Lokalmatadors Matteo Berrettini - und sammelte danach Sympathien des Publikums.

Sieben Minuten lang hatte sich Berrettini an der Bauchmuskulatur behandeln lassen. Dann versuchte es der Römer noch einmal. An Tennisspielen war aber nicht mehr zu denken. Während der 25-Jährige, der zuvor von den rund 7.000 Tennisfans in Turin frenetisch gefeiert worden war, am Boden zerstört die Halle verließ, sprach der siegreiche Zverev in warmen Worten am Arena-Mikrofon über seinen Gegner und drückte sein Mitgefühl aus.

"Der erste Satz war Tennis auf einem unglaublich hohen Niveau. Aber das ist nicht wichtig. Am Ende müssen sich zwei gesunde Spieler die Hand schütteln." Alexander Zverev

"Ich fühle mich schlecht momentan", sagte Zverev, der Berrettini zuvor mit einer herzlichen Umarmung verabschiedet hatte. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll, weil das das schlimmste Gefühl ist, was ein Spieler haben kann. Es tut mir sehr leid für Matteo." Der Norddeutsche hob hervor, dass das Spiel schließlich in Italien stattgefunden habe. "Ich glaube, er hat sich das ganze Jahr lang auf das Event gefreut und jetzt ist es nach einem Satz vorbei. Das ist ein Scheiß-Gefühl. Ich fühle mit ihm mit". Die Zuschauer im Pala Alpitour dankten es Zverev mit reichlich Applaus. Die Stimmung mit den Fans, die Berrettini begeistert angefeuert hatten, habe er als "Davis-Cup-Atmosphäre" aus vergangenen Jahren empfunden. Das sei etwas, was er "sehr vermisse jetzt im Tennis momentan".

Nächster Gegner ist der Titelverteidiger

Nach zwölf Jahren in London, wo der Russe Daniil Medwedew in der vergangenen Saison mit einem Endspielsieg gegen Dominic Thiem (Österreich) triumphiert hatte, finden die ATP Finals nun erstmals und zunächst bis 2025 in Turin statt. Medwedew ist am Dienstag der nächste Gegner Zverevs. Die beiden besten Spieler der zwei Vorrundengruppen qualifizieren sich für das Halbfinale.

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Zverev im Tiebreak nervenstark

Der Hamburger hatte gegen den Wimbledonfinalisten im ersten Satz zunächst mehrere Breakchancen vergeben. Beim Stand von 5:6 drohte auf einmal der Satzverlust: Gleich zweimal hatte der vom Publikum lautstark unterstützte Berrettini Vorteil, doch der 24-jährige Zverev rettete sich in den Tiebreak. Und dort zeigte er die stärkeren Nerven.

Den Schwung nahm er mit in den zweiten Satz, brachte sein Aufschlagspiel durch und zwang Berrettini dann in den Einstand. Wenig später war das Spiel vorbei: Mit schmerzverzerrtem Gesicht ließ der Italiener seinen Schläger fallen und rief den Physiotherapeuten. Der 25-Jährige hatte sich offenbar eine Verletzung der seitlichen Bauchmuskulatur zugezogen, wegen der er aufgeben musste.

Medwedew wendet Fehlstart mit Mühe ab

Titelverteidiger Medwedew hatte am Nachmittag nur mit einiger Mühe einen Fehlstart verhindert. Der an Nummer zwei gesetzte US-Open-Sieger bezwang zum Auftakt den Außenseiter Hubert Hurkacz (Polen) mit 6:7 (5:7), 6:3, 6:4.

Medwedew ist beim Saisonfinale der acht Jahresbesten nach dem Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien) der heißeste Titelanwärter. Doch auch mit Zverev ist nach seinen erfolgreichen Monaten zuletzt auf jeden Fall zu rechnen. Und dass er das Jahresendturnier der acht besten Tennisprofis der Saison gewinnen kann, hat der 24-Jährige bereits vor drei Jahren gezeigt.

Zverev: "Alles tun, um gut zu spielen und zu gewinnen"

Vor dem Spiel gegen Medwedew sagt der Deutsche: "Er ist die Nummer zwei der Welt, ich die Nummer drei. Wir sind zwei Spieler auf sehr gutem Niveau. Ich hoffe, dass es ein hochinteressantes Match wird am Dienstag." Zwar ist die Bilanz der beiden mit 5:5-Siegen ausgeglichen, doch die vergangenen vier Duelle mit dem Russen hat Zverev verloren - zuletzt erst Anfang November im Halbfinale des Masters in Paris. Er wolle alles dafür tun, "um gut zu spielen und zu gewinnen", sagte der Hamburger: "Hoffentlich gelingt mir das."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 14.11.2021 | 23:03 Uhr

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