Stand: 11.03.2020 13:00 Uhr

Eishockey: DEL bricht Saison wegen Coronavirus ab

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat mit einer historischen Entscheidung auf die Ausweitung des Coronavirus reagiert und die laufende Saison vor den anstehenden Play-offs abgebrochen. Es gibt keinen deutschen Meister 2020. Das teilte die DEL am Dienstag mit. Ein Novum in der 26-jährigen Geschichte der Liga. Als Hauptrundensieger vertritt der EHC München die DEL zusammen mit Adler Mannheim, den Straubing Tigers und den Eisbären Berlin in der Champions League.

Grizzlys und Bremerhaven für Play-offs qualfiziert

Die Grizzlys Wolfsburg hätten in der ersten Play-off-Runde bei den Nürnberg Ice Tigers antreten sollen. Die Fischtown Pinguins Bremerhaven hatten sich direkt für das Viertelfinale qualifiziert und damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert. Die Grizzlys teilten mit, dass alle Zuschauer, die bereits Tickets für das Play-off-Heimspiel am Freitag gegen Nürnberg erworben hatten, die enstandenen Kosten zurückerstattet bekommen.

"Gesundheit der Fans, Spieler und Mitarbeiter im Fokus"

"Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Clubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid. Wir haben aber angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Wir als DEL stellen die Gesundheit von unseren Fans, Spielern und Mitarbeitern in den Fokus", sagte Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Fliegauf: "Zieht einen Schaden nach sich"

Die DEL entschied sich damit gegen Geisterspiele. Die finanziellen Folgen wären bei Play-offs ohne Fans noch größer gewesen. Die Clubs hätten nur Kosten, aber keine Einnahmen gehabt. Bruttoeinnahmen von 60.000 bis über 200.000 Euro fallen pro Spiel allein durch den Ticketverkauf weg. "Natürlich zieht das einen Schaden nach sich", sagte Wolfsburgs Manager Karl-Heinz Fliegauf, "woanders geht es allerdings noch um wesentlich mehr Geld." Zu den Grizzlys kamen in der Vorrunde im Schnitt nur 2.888 Fans, bei den Eisbären Berlin (12.901) und den Adler Mannheim (11.891) jedoch mehr als dreimal so viele.

DEL hofft auf finanzielle Hilfe der Politik

Wirtschaftlich sei die Entscheidung für die DEL "eine Katastrophe", sagte Tripcke am Mittwoch, der auf die Hilfe der Politik hofft. Die DEL wolle die Bundesregierung um Ausgleichszahlungen bitten, kündigte der DEL-Geschäftsführer an: "Da ist sicherlich der Staat in irgendeiner Weise gefragt." Es gehe nun um "wirtschaftliche Aufräumarbeiten".

Weitere Informationen

Mecklenburg-Vorpommern zieht nach - überall leere Stadien

Nach Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen wird es auch in Mecklenburg-Vorpommern vorerst keine Sportveranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern geben. mehr

Sportveranstaltungen im Norden ohne Zuschauer

Wegen des Coronavirus müssen auch im Norden sportartenübergreifend zahlreiche Sportveranstaltungen vor leeren Rängen ausgetragen werden. Schleswig-Holstein und Bremen erließen entsprechende Verfügungen. mehr

Ergebnisse und Tabelle DEL

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 10.03.2020 | 18:25 Uhr