Daumen hoch bei Jessica von Bredow-Werndl © Witters

Deutsches Dressur-Team gewinnt dritten EM-Titel in Folge

Stand: 08.09.2021 14:48 Uhr

Die deutschen Dressurreiterinnen haben bei der Heim-Europameisterschaft in Hagen am Teutoburger Wald zum 25. Mal seit 1965 den Titel in der Mannschafts-Wertung gewonnen.

Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera, Isabell Werth mit Weihegold, Dorothee Schneider mit Faustus und Helen Langehanenberg mit Annabelle verwiesen Großbritannien und Dänemark auf die Plätze. Auf dem Weg zum dritten EM-Gold in Folge erlebte die deutsche Equipe allerdings einen unerwarteten Rückstand - und eine Reiterin war richtig sauer.

Zeitplan Dressur-EM

Sa, 13 Uhr: Grand Prix Kür Einzelwertung

Werth ritt am Mittwoch verärgert aus dem Viereck und schimpfte: "Das ist ja lächerlich. Ich bin gerade in Wallung!" Knapp vier Stunden später war am Mittwoch nach dem abschließenden Ritt von Jessica von Bredow-Werndl das Team-Gold sicher - und die Laune der erfolgreichsten Reiterin der Welt schon wieder deutlich besser. "Natürlich freue ich mich jetzt", sagte sie.

Werth mit Wertung nicht einverstanden

Während Doppel-Olympiasiegerin von Bredow-Werndl beim goldenen Schlusspunkt mit 84,099 als einzige über 80 Prozent lag, war Werth mit ihren 79,860 Prozent überhaupt nicht einverstanden. "Das Pferd ist mit so einer Prüfung noch nie unter 80 Prozent rausgegangen, ich verstehe es nicht", klagte die 52-Jährige. "77 Prozent bei einer Richterin, das sage ich ganz deutlich, das ist nicht nachvollziehbar - Punkt!" Mit dem Ritt selber sei sie "sehr, sehr zufrieden" gewesen, mit der Bewertung nicht. "Es freuen sich offensichtlich ein paar, wenn es mal anders ausgeht. Man hat sich diese Tür offengehalten", so die Rheinbergerin. Dass "man vielleicht mal eine andere Mannschaft vorne haben will als immer nur die Deutschen, ist ja klar".

Als "schon frech" bezeichnete Equipe-Chef Klaus Roeser die Bewertung einer französischen Richterin (77,717). Bundestrainerin Monica Theodorescu schlug moderatere Töne an, fand das Ergebnis aber ebenfalls "nicht richtig. Ich hatte schon gedacht, dass es über 80 Prozent geht."

"So bin ich: Einmal muss es raus, dann ist es auch gut." Isabell Werth

Am Vortag überraschend auf Rang zwei

Am Vortag hatte das favorisierte Gastgeber-Quartett nach den Ritten von Langehanenberg und Schneider überraschend Rang zwei belegt. Am Ende profitierte Deutschland beim erneuten Erfolg auch von Patzern der Konkurrenz - und dem starken Auftritt von Bredow-Werndl. Die 35-Jährige aus Tuntenhausen ritt mit ihrem Olympia-Erfolgspferd Dalera glänzend und sagte: "Das ist mega, ich bin total happy. Dalera ist so da, sie ist so im Hier und Jetzt, ich kann es kaum fassen."

Von Bredow-Werndl auch im Einzel die Favoritin

Sechs Tage lang gibt es auf dem Hof Kasselmann im Osnabrücker Land Pferdesport auf höchstem Niveau. In den beiden Einzelwettbewerben Grand Prix Special und Grand Prix Kür siegte Werth vor zwei Jahren in Rotterdam. Die 52-Jährige bringt es mittlerweile auf 24 EM-Medaillen. Favoritin ist von Bredow-Werndl. "Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich jetzt nicht vorhätte, auch die Europameisterschaft zu gewinnen", sagte sie.

"Ich werde immer gefragt, ob ich mir jetzt noch mehr Druck mache. Das Krasseste habe ich doch schon bei Olympia geschafft. Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe." Jessica von Bredow-Werndl

Riders Tour in Hagen mit Europameister Thieme

Zu den Höhepunkten in Hagen zählt auch der Auftritt des frischgebackenen Springreit-Europameisters André Thieme. Im Rahmen der Dressur-EM findet am Sonntag auch ein Drei-Sterne-Springen statt, das zur Riders Tour zählt. "Wir freuen uns riesig mit ihm über den Titelgewinn und genauso, dass wir ihn nun hier in Hagen feiern können", sagte Turnier-Organisator Ullrich Kasselmann.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 12.09.2021 | 22:50 Uhr

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