Das modernisierte Tennisstadion am Hamburger Rothenbaum © Witters Foto: Valeria Witters

Damen-Tennis zurück am Rothenbaum - Turnier schon im Sommer?

Stand: 11.02.2021 17:09 Uhr

Nach den Hamburg European Open der Herren haben die Österreicher Sandra und Peter-Michael Reichel auch eine Lizenz für ein WTA-Turnier erworben. Trotz Corona-Pandemie hoffen sie auf ein kombiniertes Event im Sommer.

Hamburg bekommt wieder ein Damen-Tennisturnier. Die Organisatoren des ATP-Herrenturniers am Rothenbaum, der Österreicher Peter-Michael Reichel und seine Tochter Sandra Reichel, haben die Lizenz einer bislang unter dem Namen "Baltic Open" im lettischen Jürmala ausgetragenen Veranstaltung (250er-Serie) übernommen. Die Frauentennisorganisation WTA stimmte auf ihrem digitalen "Boardmeeting" einem entsprechenden Antrag zu.

"Wir freuen uns, dass wir unser Versprechen wahrmachen können, die Damen zurück nach Hamburg zu holen, möglichst schon in diesem Sommer, sofern es die Pandemie zulässt", sagte Sandra Reichel, die seit zwei Jahren Direktorin des Herren-Turniers in Hamburg ist. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Weder die ATP noch die WTA haben ihren Turnierkalender für den Sommer bislang veröffentlicht.

Parallel zum Herrenevent?

Im Jahr 2002 hatte der Deutsche Tennis Bund (DTB) die Linzenz aus finanzieller Not heraus in die USA nach Philadelphia verkauft. Der 68-jährige Reichel hatte schon bei der Premiere des Herrenturniers 2019 angekündigt, die weltbesten Tennisspielerinnen wieder an den Rothenbaum zurückzuholen. Am liebsten parallel zum Herren-Event (500er-Kategorie), für das im ATP-Jahreskalender 2021 der Termin 10. bis 18. Juli vorgesehen sein soll. Dafür bedarf es allerdings der Zustimmung der ATP, die einem weiteren kombinierten Event reserviert gegenübersteht. "Wir würden zwei 32er-Felder haben", wird Reichel im "Hamburger Abendblatt" zitiert. "Zu Masterszeiten hatte das Herrenturnier ein 64er-Feld. Das ist also kein Problem."

Weitere Informationen
Boris Becker kniet 1992 auf dem Center Court am Rothenbaum. © picture-alliance / Sven Simon Foto: Sven Simon

Mythos Rothenbaum: Ruhm und Dramen auf rotem Sand

Seit mehr als 110 Jahren wird am Hamburger Rothenbaum Tennis gespielt. Triumphale Siege, ewiger Ruhm und große Dramen: Ein Rückblick auf bewegte Zeiten in einer Multimedia-Doku. mehr

Tradition lebt wieder auf

Alternativ wäre ebenso denkbar, erst die Damen und eine Woche später die Herren im frisch renovierten Stadion aufschlagen zu lassen. Damen-Tennis am Rothenbaum hat Tradition, die jetzt wieder aufleben soll. Erste Siegerin der Internationalen Deutschen Meisterschaften war 1896 Maren Thomsen - letzte 2002 die Belgierin Kim Clijsters. Steffi Graf holte den Titel bei dem WTA-Turnier zwischen 1992 und 1997 gleich sechsmal nacheinander.

Stadt und Förderer involviert

Die Stadt Hamburg, Mäzen Alexander Otto, der Deutsche Tennis Bund und der Club an der Alster sollen zeitnah in die Ausarbeitung der Rahmenbedingungen für die Neuauflage eingebunden werden. Familie Reichel bringt langjährige Erfahrung bei der Organisation von Tennisturnieren beispielsweise auch in Nürnberg, Bad Gastein oder Linz ein. Ob im Sommer Weltklasse-Tennis am Rothenbaum gespielt werden kann, ist wegen der Corona-Pandemie allerdings fraglich. Im vorigen Jahr konnten die Hamburg European Open der Herren unter verschärften Bedingungen im September stattfinden.

Weitere Informationen
Monica Seles (M.) nach der Messerattacke 1993 am Rothenbaum © Witters

Das Messerattentat auf Seles am Rothenbaum

Der 30. April 1993 verändert die Tennis-Welt. Am Hamburger Rothenbaum wird Monica Seles von einem psychisch gestörten Mann niedergestochen. Sie hat noch Glück im Unglück. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 11.02.2021 | 16:25 Uhr

Mehr Sport-Meldungen

Paul Schockemöhle © picture alliance / dpa | Uwe Anspach

Schockemöhle: "Unverzeihlich - Behörden haben Herpes ignoriert"

Paul Schockemöhle und Bundestrainer Otto Becker zeigen sich entsetzt über den Ausbruch der aggressiven Herpes-Variante und die möglichen Folgen. mehr