Wolfsburgs Max Goertz (l.) versucht, den Puck gegen Bremerhavens Anders Krogsgaard zu behaupten. © IMAGO / Jan Huebner

Eishockey: Nordduell im Kampf ums DEL-Halbfinale

Stand: 20.04.2021 10:49 Uhr

Im Play-off-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga kommt es ab heute zu einem Nordduell. Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven gehen als leichter Favorit gegen die Grizzlys aus Wolfsburg ins Rennen.

Das erste Spiel der "Best of Three"-Serie findet heute (20.30 Uhr) in Bremerhaven statt, zwei Tage später duellieren sich die Nordclubs in Wolfsburg. Ein mögliches drittes Spiel ist für Sonnabend in Bremerhaven angesetzt. Die Grizzlys sind Dauergast in den Play-offs: Seit ihrem Wiederaufstieg in die DEL 2007 verpassten sie nur 2018/2019 die Teilnahme an der Meisterrunde. Im vergangenen Jahr wurde Corona-bedingt kein Meister ausgespielt.

Furchner: "Müssen uns vor niemandem verstecken"

Gegen die Bremerhavener, die in ihrem fünften DEL-Jahr zum dritten Mal in den Play-offs dabei sind, rechnen sich die Wolfsburger durchaus Chancen aus. Zwar beendeten die Seestädter die Nordgruppe als Zweiter mit zehn Punkten vor den Niedersachsen, aber Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner schlägt forsche Töne an: "Wir haben zuletzt sehr sehr gut gespielt und müssen uns vor niemandem verstecken", sagte der Routinier nach den sechs Siegen in den letzten acht Hauptrundenspielen.

Popiesch: "Wissen, wie wir sie packen können"

Drei der vier Duelle mit dem Nordrivalen in der regulären Saison konnte Bremerhaven für sich entscheiden. "Wir wissen, wie wir sie packen können", erklärte Trainer Thomas Popiesch. Der Club, der nach eigenen Angaben der DEL-Verein "mit dem mit Abstand kleinsten Etat" ist, könnte erstmals ins Halbfinale einziehen. 

Als "sensationell" bezeichnete Teammanager Alfred Prey die erneute Qualifikation für die K.o.-Runde. In der sei jetzt alles möglich, weil der andere Modus "Tür und Tor für Zufälle" öffne, sagte Prey. Mussten die Teams in der Vergangenheit drei oder vier Aufeinandertreffen in einer Runde für sich entscheiden, reichen jetzt zwei Erfolge.

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Corona: Bei Team-Quarantäne zählt ein Spiel als verloren

Zudem schwebt über allem das Damoklesschwert Corona. Auch wenn es in der Hauptrunde nur fünf Infektionen und vier Spielabsagen gab, ist die Gefahr groß. "Es kann jeden Tag einschlagen", warnte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke, "das sieht man im Basketball und bei Hertha BSC. Davor sind wir nicht gefeit." Corona-Fälle in den Play-offs hätten sportliche Konsequenzen: Kann ein Team wegen Quarantäne zweimal nicht antreten, ist es raus. Nachrücker gibt es nicht. "Wer ausgeschieden ist, ist ausgeschieden", stellte Tripcke klar.

Der Albtraum wäre: Wer sich als Einziger nicht ansteckt, wird Meister. Um das zu verhindern, setzt die DEL auch in den Play-offs auf das "zusammen mit der DFL härteste Testszenario", so Tripcke. "Faktisch im Zwei-Tages-Rhythmus" führten die Teams PCR-Tests durch. Spielbetriebsleiter Jörn von Ameln erinnere die Clubs immer wieder an die Regeln und habe deshalb schon "den Spitznamen Lauterbach", scherzte der DEL-Geschäftsführer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 20.04.2021 | 23:03 Uhr

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