Die Schweriner Volleyballerinnen Anna Pogany, Gréta Szakmáry und Lea Ambrosius (v.l.) feiern einen Punktgewinn. © imago images / Marcel Lorenz

Champions League in Florenz: SSC-Terminhatz geht weiter

Stand: 30.11.2020 14:13 Uhr

Corona-Quarantäne, Bundesliga, Pokal-Turnier - die Volleyballerinnen des SSC Schwerin haben stressige vier Wochen hinter sich und nun ein sportliches Highlight vor der Brust: die Champions-League.

Der SSC-Tross reist - negative Corona-Tests vorausgesetzt - nach Florenz, wo das erste von zwei Turnieren mit Partien gegen Rzeszow aus Polen (Dienstag) sowie die italienischen Spitzenclubs Scandicci (Mittwoch) und Busto Arsizio (Donnerstag) ansteht. SSC-Coach Felix Koslowski versucht, das Beste aus der Terminhatz zu machen: "Überspitzt gesagt: Wenn ich momentan in der Kabine eine Ansprache halte, denke ich, vielleicht ist es die letzte für unbestimmte Zeit. Deshalb müssen wir irgendwie probieren, wieder das Maximum rauszuholen."

Koslowski: SSC in Florenz nicht chancenlos

Sein im Sommer neu formiertes und dabei verjüngtes Team sieht er in der Toskana nicht chancenlos. "Das ist die wohl ausgeglichenste Gruppe, die es in dieser Saison in der Champions League gibt", sagte der 36-Jährige. Als Favorit gilt Gastgeber Scandicci, in dessen Reihen in Kimberly Drewniok und Luna Carocci zwei ehemalige SSC-Spielerinnen stehen. Gréta Szakmáry freut sich auf das Wiedersehen. "Das ist immer reizvoll, wenn man gegen ehemalige Mannschaftskameradinnen spielt", sagte die Außenangreiferin.

Die Ungarin Szakmáry ist eine der wenigen Spielerinnen in Koslowskis Team, die schon vor zwei Jahren beim bis dato letzten Auftritt in Europas Meisterklasse für Furore sorgte. "Wir haben mehrere Champions-League-Debütantinnen. Das ist eine große Herausforderung für uns", sagte der SSC-Coach zur Ausgangsposition, die durch das verletzungsbedingte Fehlen von Mittelblockerin Marie Schölzel (Bänderriss im Sprunggelenk) noch erschwert wird.

Finanzielle Hilfe vom Land Mecklenburg-Vorpommern

Angesichts der Corona-Pandemie wird die Champions League in dieser Saison im Turniermodus ausgespielt, statt der sonst üblichen Gruppenphase mit Hin- und Rückspielen. In der Gruppenphase treffen die jeweils vier Gegner einer Gruppe dafür zweimal in einem Jeder-gegen-Jeden-Turnier aufeinander. In der Rückrunde in der ersten Februarwoche 2021 ist der deutsche Rekordmeister Gastgeber in seiner Arena.

Um die Kosten dafür stemmen zu können, erhält der SSC vom Land Mecklenburg-Vorpommern 100.000 Euro. "Eine Nichtteilnahme des Vereins an diesem europäischen Wettbewerb wäre ein herber Rückschlag für den Volleyballsport in der Region", sagte Sportministerin Stefanie Drese (SPD) dazu. Die Unterstützung sei eine "allgemeine Sportförderungsmaßnahme des Landes".

Pro Spieltag fehlen 30.000 Euro

Das Geld braucht der SSC dringend: "Unsere Lage ist wirtschaftlich betrachtet ernst", erklärte Geschäftsführer Christian Hüneburg dem NDR. Pro Spieltag entgehen dem Club 30.000 Euro an fehlenden Einnahmen durch Tickets, Merchandising und Catering. Deshalb wurden die Kosten drastisch gesenkt, der Saison-Etat liegt bei 25 bis 30 Prozent unter dem Vorjahr. Ein Thema, dass auch die Spielerinnen beschäftigt, wie Anna Pogorny bestätigt: "Klar fragen wir uns, wie geht es dem Club wirklich. Aber wir vertrauen auch auf das Management, dass es ihren besten Job macht."

Und die Sportlerinnen versuchen ihrerseits, das Beste zu geben: "Wir werden von einem Event zum anderen getrieben. Klar, so eine Saison ist anstrengend, aber es macht auch viel Spaß. Da nimmt man das gerne in Kauf, dass man einfach müde ist", so Pogany.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 29.11.2020 | 22:50 Uhr

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