Sarah Scheurich © imago images/Norbert Schmidt

Boxerin Scheurich wieder im Ring - aber auch bei Olympia dabei?

Stand: 30.03.2021 08:38 Uhr

Nach Corona-Infektion und Depression kämpft Boxerin Sarah Scheurich wieder sportlich um ihren Olympia-Traum - auch wenn die Schwerinerin Zweifel plagen. Ohnehin ist im deutschen Lager neue Konkurrenz erwachsen.

"Mir geht es psychisch wieder gut, und ich weiß jetzt, auf welche Anzeichen ich achten muss", sagte die 28-jährige Scheurich, die sich wegen einer Depression in einer Klinik Hilfe gesucht hatte. Gemeinsam mit dem Verband und Nationaltrainer Michael Timm will sie nun den Sport und seine Komponenten besser abstimmen, um nicht wieder in ein solches Loch zu fallen. "Ich freue mich, dass ich wieder an meinen sportlichen Zielen arbeiten kann und bin richtig gut drauf."

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Am Ende eines Trainingslagers in Köln zeigte die Mecklenburgerin zuletzt, wie gut sie schon wieder in Form ist. In einem Testkampf verlor sie zwar gegen Christina Hammer, die lange im Profisport für Furore gesorgt hat, nach Punkten, lieferte ihr jedoch einen harten Kampf. "Ich war noch nie so lange raus aus dem Training. Mein Körper braucht noch Zeit, um wieder fit zu werden", unterstrich Scheurich, die immerhin keine Corona-Spätfolgen merkt. Zeit für ihr intensives Training hat sie als Sportsoldatin und muss sich durch die Bundeswehr auch zu Corona-Zeiten keine Sorgen um ihre Existenz machen.

Ausscheidungskampf gegen Ex-Profi Hammer

Hammer kännte auch auf Scheurichs Weg nach Tokio noch eine Rolle spielen. Denn die mehrmalige Weltmeisterin wechselte in diesem Jahr in den Amateurbereich in Scheurichs Gewichtsklasse und will ebenfalls zu Olympia. Bei einem europäischen Turnier werden die letzten Tickets vergeben. Wer von beiden dort kämpfen darf, soll in einem Ausscheidungskampf entschieden werden. Wann und wo, ist noch offen.

Nach den schwierigen vergangenen Monaten freut sich Scheurich, die seit jeher von den Olympischen Spielen träumt, auf die kommenden Aufgaben. "Und egal, wie es am Ende ausgeht, schämen brauche ich mich nicht."

Olympia-Zweifel wegen der Corona-Krise

Doch selbst wenn es mit der Olympia-Qualifikation klappt, hat Scheurich Zweifel, ob sie wirklich nach Japan reisen sollte. "Moralisch finde ich das sehr schwierig und befinde mich da in einem großen Konflikt. Als Sportlerin bin ich schließlich ein Vorbild", erklärte Scheurich mit Blick auf die Corona-Krise. Ihre Reisebereitschaft hänge vor allem von der weltweiten Impfsituation ab. "Durch die schwierigen vergangenen Monate habe ich erkannt, dass die Gesundheit immer vorgeht und zwar nicht nur meine eigene."

 

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Sport aktuell | 29.03.2021 | 07:25 Uhr

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