Bevorzugte Impfung für Olympia-Sportler? Pro und Contra

Stand: 12.01.2021 14:45 Uhr

Sollen Olympia-Sportler beim Impfen gegen das Coronavirus bevorzugt werden? Zwei Meinungen.

Pro: Jörg Tegelhütter

Jörg Tegelhütter © NDR Foto: Christian Spielmann
Spitzensportler brauchen Planungssicherheit, argumentiert Jörg Tegelhütter.

Natürlich ist die erste Aufregung bei manchen Kritikern, sogar die Empörung, groß. Während das Land unter dem Lockdown ächzt und Impfstoff knapp ist, sollen Olympia-Athleten bevorzugt werden? Ich sage ja, sobald Risikogruppen, Pfleger oder Ärztinnen versorgt sind. Niemand kann die Pandemie- und Impfrage in zwei, drei oder sechs Monaten seriös vorhersagen. Wenn aber Spitzensportlerinnen und Spitzensportler Planungssicherheit brauchen, weil zum Beispiel eine Impfung für die Teilnahme verpflichtend ist, sollte diese gegeben sein.

Bei diesen Athleten handelt es sich nicht um Multimillionäre des Sports, sondern größtenteils um seit Jahren hart trainierende Halb-Profis oder Amateure, für die die Spiele auch finanziell wichtig sind. Wir reden von circa 800 Menschen, die vielleicht bevorzugt würden. Ein Land mit über 80 Millionen Einwohnern sollte sich das leisten können.

UMFRAGE
Mögliche Antworten

Bei genügend Impfstoff in Deutschland: Sollten deutsche Olympia-Teilnehmer früher geimpft werden?

Contra: Hendrik Maaßen

Nein, eine Bevorzugung der Spitzensportler bei einer Impfung gegen Covid-19 wäre das falsche Signal. Wenn wir eines in der Pandemie gelernt haben, dann, dass wir nicht wissen können, was in ein paar Monaten sein wird. Natürlich wünsche ich mir, dass schon bald so viele Menschen wie möglich gegen das Virus geimpft worden sind und es kein Problem sein wird, auch Leistungssportler zu versorgen.

Hendrik Maaßen, Autor beim Medienmagazin ZAPP, zieht auf dem Foto an zwei Fäden, deren Enden zum Fotografen hin aus dem Bild laufen und nicht zu sehen ist. Er trägt ein blaues Jackett und ein hellblaues Hemd, zu sehen ist nur sein Oberkörper. © NDR Foto: Christian Spielmann
Eine Bevorzugung wäre das falsche Signal, sagt Hendrik Maaßen.

Aber schon beim Impfstart haben wir gesehen, dass nicht alles so unkompliziert läuft in der Bekämpfung einer globalen Katastrophe. Und zur Wahrheit gehört auch, dass die meisten Athletinnen und Athleten schon bald und nicht erst kurz vor den Spielen von Tokio geimpft werden müssten. Denn nicht alle Sportarten konnten ihre Qualifikationswettkämpfe durchführen und haben diese jetzt noch vor sich. Der Sport sollte also bis auf Weiteres auf die bewährten Hygienekonzepte setzen.

Ich würde lieber volle Ränge im Olympiastadion in Tokio sehen wollen. Gefüllte Tribünen mit geimpften Männern und Frauen, die diese Pandemie bekämpft und ihre Gesundheit riskiert haben.

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