Beachvolleyball im Stadion am Hamburger Rothenbaum © Witters

Beachvolleyball: Queens und Kings schlagen in Hamburg auf

Stand: 19.08.2021 08:32 Uhr

Das Beachvolleyball-Format "King of the Court" wird erstmals in Deutschland ausgetragen. Die norwegischen Olympiasieger Anders Mol/Christian Sörum sind in Hamburg ebenso dabei wie die Lokalmatadoren Julius Thole/Clemens Wickler, Laura Ludwig und Margareta Kozuch.

Für Thole/Wickler wird es die Rückkehr an den Ort ihrer bittersten Niederlage, aber auch ihres größten Triumphs. Am 7. Juli 2019 war der Center Court am Hamburger Rothenbaum mit rund 13.000 Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzt, als das Hamburger Duo nach WM-Gold griff, aber letztlich den Vizetitel holte. Das Rothenbaum-Stadion glich damals einem ohrenbetäubenden Hexenkessel, in dem die Russen Oleg Stojanowskij/Wjatscheslaw Krasilnikow cool blieben und Thole/Wickler mit 2:1 bezwangen.

4.400 Zuschauer pro Tag zugelassen

Zwei Jahre und eine Corona-Pandemie später sind die Beachvolleyball-Topstars zurück in der Hansestadt, um ihre "Queens und Kings" zu küren. Immerhin dürfen dann bis Sonntag täglich 4.400 Fans in der Arena am Rothenbaum dabei sein, wo ansonsten das Hamburger Tennisturnier stattfindet.

"Wir sind sehr stolz, dass wir diesem jungen Format im Stadion am Rothenbaum eine Bühne geben. Hamburg war schon vor der Corona-Pandemie ein profilierter Standort für Großevents im Beachvolleyball und hat eine besondere Begeisterung für den Sport." Hamburgs Sport- und Innensenator Andy Grote

Das Besondere an dem "King of the Court"-Format ist, dass fünf Zweier-Teams gleichzeitig spielen. Wenn eine Mannschaft den Punkt verliert, muss sie erst einmal raus. Die Matches werden dadurch dynamisch und schnell.

Punkte für die DM-Qualifikation sammeln

Nacheinander spielen erst bei einem nationalen Turnier 20 Teams und dann bei einem internationalen Turnier 15 Teams pro Geschlecht um die Krone im Sand. Für die deutschen Duos ist Hamburg die letzte Chance, Punkte für die Qualifikation zu den nationalen Meisterschaften in Timmendorfer Strand (2. bis 5. September) zu ergattern.

Ludwig: "Genießen unseren Sport ohne Druck"

"In der Halle war 'King of the Court' immer eines unserer Lieblingsaufwärmspiele. Da war die Stimmung direkt oben", schrieb Margareta Kozuch bei Instagram. Die gebürtige Hamburgerin wird am Rothenbaum ein Team mit der Spanierin Angela Lobato bilden. Ihre angestammte Partnerin Laura Ludwig, mit der sie bei den Olympischen Spielen in Japan bis ins Viertelfinale gekommen war, spielt mit Anouk Vergé-Dépré. Die Schweizerin hatte in Tokio Bronze gewonnen.

"Wir genießen nach der intensiven Zeit unseren Sport ohne Druck", sagte Ludwig. "Mal sehen, was unsere deutsch-schweizerische Kombination auf den Platz bringt. Auf jeden Fall wollen wir euch zeigen, wie unterhaltsam Beachvolleyball sein kann."

Kozuch: "Ohne Grenzen und Hand in Hand"

Für Kozuch sind diese internationalen Paarungen das Besondere an dem Format: "Es ist besonders für mich, mich nun auch im Beachvolleyball multikulturell ausdrücken zu können. Ohne Grenzen und Hand in Hand der gemeinsamen Passion folgend. Was für eine Bereicherung in Zeiten, in denen doch viel Spaltung existiert."

Ludwig und Kozuch lassen gemeinsame Zukunft offen

Wie es um weitere gemeinsame Pläne bestellt ist, dazu äußern sich Ludwig/Kozuch derzeit nicht. "Was eine weitere Zukunft angeht, müssen beide erstmal über sich selbst nachdenken, bevor man über Teamkonstellationen sprechen kann", sagte ihr Manager Andreas Scheuerpflug: "Es ist weiterhin alles offen." Nach den Deutschen Meisterschaften und etwas Urlaub wolle sich das Duo, das bei den Olympischen Spielen in Tokio Rang fünf belegte, erneut zusammensetzen.

Olympiasieger Mol/Sörum Topfavoriten

In der internationalen Männer-Konkurrenz wird im Hamburger Sand am Rothenbaum wohl kein Weg an Anders Mol und Christian Sörum vorbeiführen. Die Norweger sind in Topform, holten in Tokio den Olympiasieg und am vergangenen Wochenende in Wien ihren vierten EM-Titel in Folge. In einem möglichen Finale am Sonntag mit den Norwegern dabei zu sein, wäre für Thole/Wickler sicherlich ein Highlight. Die Olympia-Fünften vom ETV Hamburg starten schon in der ersten Runde mit den deutschen Teams. Die Sieger des nationalen Turniers qualifizieren sich allerdings für den Finaltag des internationalen Wettbewerbs am Sonntag.

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Dieses Thema im Programm:

Sportplatz | 22.08.2021 | 18:00 Uhr

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