Fans tragen Uwe Seeler nach dem Gewinn der Meisterschaft 1960 auf ihren Schultern. © Witters

Uwe Seelers Karriere-Stationen

Stand: 30.10.2016 23:35 Uhr

Vom 17-jährigen Talent zum DFB-Kapitän, das Hinterkopftor gegen England, das Ende der aktiven Karriere: Seelers Karriere-Stationen und markante Ereignisse im Leben von Uwe Seeler.

5. November 1936: Uwe Seeler wird in Hamburg geboren. Sein Vater Erwin ist Hafenarbeiter und bereits ein Idol der Hamburger Arbeitersportler. Bruder Dieter ist sechs Jahre älter als Uwe.

1948: Uwe Seeler wird von Günter Mahlmann zum Hamburger SV geholt, wo bereits sein Vater und Bruder Dieter spielen. Die 20 km von der Wohnung der Eltern zum Trainingsgelände in Ochsenzoll fährt Uwe mit dem Fahrrad.

August 1953: In einem Freundschaftsspiel gegen Göttingen 05 steht Seeler erstmals in der Liga-Mannschaft des HSV.

1954: Seeler, damals 17, erzielt beim UEFA-Jugendturnier 13 der 20 Tore für die deutsche Mannschaft.

29. August 1954: Gegen den VfB Oldenburg gibt Seeler sein Debüt in der Oberliga Nord, damals die höchste Spielklasse in Deutschland. Am Rothenbaum gelingt dem 17-Jährigen gleich sein erster Treffer.

Erstes Länderspiel mit 17

Uwe Seeler (l.) im Dezember 1954 bei seinem zweiten Länderspiel gegen England in Wembley © dpa
Uwe Seeler (l.) im Dezember 1954 bei seinem zweiten Länderspiel gegen England in Wembley.

16. Oktober 1954: Seeler feiert sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Gegen Frankreich kommt der Mittelstürmer in der 23. Minute für den verletzten Bernhard Termath zum Einsatz.

1955: Bereits in seiner ersten Saison wird Seeler, gemeinsam mit seinem Mannschaftskameraden Günther Schlegel, Oberliga-Torschützenkönig. Jeweils 28 Treffer erzielen die beiden Stürmer.

23. Juni 1957: Der HSV steht erstmals seit 1928 im Finale um die deutsche Meisterschaft, verliert das Endspiel in Hannover aber klar mit 1:4 gegen Borussia Dortmund.

1. Dezember 1957: Uwe Seeler wird im Oberliga-Spiel gegen Bremerhaven 93 vom Platz gestellt - der einzige Platzverweis seiner Karriere. Unter den Fans am Rothenbaum löst die Schiedsrichter-Entscheidung Tumulte aus, der HSV erhält eine Platzsperre.

18. Mai 1958: Erneut verlieren die Hamburger das Meisterschaftsendspiel. In diesem Jahr mit 0:3 gegen den FC Schalke 04.

8. Juni 1958: Seeler erzielt im WM-Vorrundenspiel gegen Argentinien in Malmö sein erstes Tor für die deutsche Nationalmannschaft. Auch gegen Nordirland ist der Mittelstürmer erfolgreich. Die DFB-Auswahl scheidet im Halbfinale gegen Gastgeber Schweden aus und belegt am Ende Rang vier.

18. Februar 1959: Seeler heiratet seine Frau Ilka.

Uwe Seeler mit dem Goldenen Ball für den Fußballer des Jahres 1960 © dpa
Seeler mit dem Goldenen Ball für den Fußballer des Jahres 1960.

25. Juni 1960: Der HSV besiegt im Endspiel von Frankfurt den 1. FC Köln mit 3:2 und wird deutscher Meister. Seeler, mit 36 Treffern bereits Oberliga-Torschützenkönig, markiert zwei Tore im Finale. In der Zwischenrunde trifft Seeler gegen Westfalia Herne und Nationaltorwart Hans Tilkowski per Seitfallzieher im Sitzen. Neben seinem Hinterkopftor bei der WM 1970 der berühmteste Treffer des Mittelstürmers. Am Jahresende wird Seeler zum ersten Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt.

15. März 1961: Im Viertelfinal-Rückspiel des Europacups besiegt der HSV im Viertelfinale den englischen Meister FC Burnley nach einem 1:3 im Hinspiel noch mit 4:1. Seeler erzielt zwei Tore gegen die Briten. Die Partie im Volksparkstadion gilt bis heute als eine der besten in der Vereinsgeschichte. Fünf Wochen später führen die Hamburger im Halbfinale gegen den FC Barcelona zu Hause mit 2:0 (Hinspiel: 0:1), ehe Ungarns Stürmerstar Sandor Kosics in letzter Sekunde für die Katalanen trifft. Das Entscheidungsspiel in Brüssel verliert der HSV mit 0:1 und verpasst den Einzug ins Endspiel.

Am Saisonende bietet Inter Mailand Seeler 1,2 Millionen Mark für einen Wechsel nach Italien. Der Stürmer lehnt ab und erhält kurz danach die Generalvertretung des Sportartikelherstellers Adidas.

20. September 1961: Beim Länderspiel gegen Dänemark in Düsseldorf ist Uwe Seeler zum ersten Mal Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und erzielt beim 5:1-Sieg drei Tore.

14. August 1963: Der HSV besiegt Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale mit 3:0. Seeler trifft dreimal.

1963: Die Bundesliga startet in ihre erste Saison, die Oberliga Nord als höchste Spielklasse ist damit Geschichte. In der ewigen Torschützenliste liegt Seeler mit 267 Treffern in 237 Spielen klar auf Platz eins.

Kampf gegen frühzeitiges Karriereende

Uwe Seeler beim Wimpeltausch mit Englands Kapitän Bobby Moore vor dem WM-Finale 1966. In der Mitte: Schiedsrichter Gottfried Dienst. © dpa
WM-Finale 1966: Uwe Seeler tauscht mit Englands Kapitän Bobby Moore die Wimpel.

1964: Der HSV belegt in der ersten Bundesliga-Saison Platz sechs. Uwe Seeler wird mit 30 Toren erster Schützenkönig der neuen Liga und am Jahresende zum zweiten Mal Deutschlands Fußballer des Jahres.

20. Februar 1965: Ohne gegnerische Einwirkung zieht sich "Uns Uwe" in Frankfurt einen Riss der Achillessehne zu. Fast alle Experten sind der Meinung, dass die Karriere Seelers damit beendet ist. Der nimmermüde Kämpfer gibt sich jedoch nicht auf und steht schon ein halbes Jahr später wieder auf dem Platz.

26. September 1965: In seinem ersten Länderspiel nach der schweren Verletzung trifft Seeler in der WM-Qualifikation zum entscheidenden 2:1 gegen Schweden in Stockholm und sichert der DFB-Elf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in England.

30. Juli 1966: Die deutsche Nationalmannschaft verliert das WM-Endspiel mit 2:4 gegen Gastgeber England. Geoff Hurst erzielt das legendäre Wembley-Tor gegen Hans Tilkowski. Seeler, Kapitän der DFB-Auswahl, und seine Teamkameraden werden anschließend vor allem in der englischen Presse für ihr vorbildliches Auftreten gelobt.

Uwe Seeler (r.) bekommt 1970 vor seinem letzten Länderspiele von Innen-Staatssekretär Wolfram Dorn das Bundesverdienstkreuz verliehen. © picture alliance / dpa
Uwe Seeler (l.) mit dem Bundesverdienstkreuz vor seinem letzten Länderspiel gegen Ungarn 1970.

31. Mai 1968: Seeler erklärt seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, kehrt aber nur ein Jahr später ins DFB-Team zurück und qualifiziert sich mit der Mannschaft für die Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko.

14. Juni 1970: Uwe Seeler erzielt das berühmteste Tor seiner Karriere. Im WM-Viertelfinale führt England schon mit 2:0 gegen Deutschland. Franz Beckenbauer gelingt der Anschluss, es folgt der legendäre Seeler-Treffer. In der 82. Minute schlägt Karl-Heinz Schnellinger eine Flanke in den Strafraum, "Uns Uwe" steht mit dem Rücken zum Tor. Mit dem Hinterkopf verlängert er den Ball über Keeper Peter Bonetti ins Netz. In der Verlängerung erzielt Gerd Müller den 3:2-Siegtreffer.

17. Juni 1970: Deutschland verliert in Mexiko Stadt vor 110.000 Zuschauern das WM-Halbfinale mit 3:4 gegen Italien in der Verlängerung. Später kürt die FIFA die Partie zum "Spiel des Jahrhunderts". Drei Tage später sichert sich die DFB-Elf gegen Uruguay Rang drei.

9. September 1970: Uwe Seeler bestreitet gegen Ungarn sein 72. und letztes Länderspiel. Damit übertrifft er den bisherigen Rekord des Düsseldorfer Verteidigers Paul Janes (Nationalspieler von 1932 bis 1942). 43 Treffer gelingen dem Hamburger für die deutsche Auswahl. Der DFB ernennt Seeler zum Ehrenspielführer. Vor der Partie erhält Seeler als erster Sportler das Bundesverdienstkreuz. Am Ende des Jahres wird er zum dritten Mal Deutschlands Fußballer des Jahres.

Abschied vom Fußball 1972

Uwe Seeler nach seinem Abschiedsspiel im Volksparkstadion 1972 © dpa
Seeler nach seinem Abschiedsspiel im Volksparkstadion 1972.

1. Mai 1972: Mit einem Spiel seines HSV gegen eine Weltauswahl verabschiedet sich Uwe Seeler vor 70.000 Zuschauern im Volksparkstadion vom aktiven Fußball.

23. April 1978: Seeler bestreitet für den irischen Erstligisten Cork Celtic FC sein letztes Punktspiel und erzielt zwei Treffer. Seeler war davon ausgegangen, dass die Partie ein Freundschaftsspiel sei.

5. Oktober 1995: Seeler wird zum HSV-Präsidenten gewählt. 99,9 Prozent der Delegierten geben ihm ihre Stimme. Seine Amtszeit wird von verschiedenen Skandalen um seine Mitstreiter im Präsidium geprägt.

1996: Zu seinem 60. Geburtstag gründet Seeler die "Uwe-Seeler-Stiftung" zur Unterstützung Notleidender.

30. Juni 1998: Uwe Seeler gibt seinen Rücktritt als HSV-Präsident bekannt.

26. November 2003: Die Stadt Hamburg ernennt Uwe Seeler als ersten Sportler zum Ehrenbürger.

April 2005: Der HSV ehrt seinen berühmtesten Spieler mit einer überdimensionalen Bronzeskulptur seines rechten Fußes. Das Denkmal wird vor der Arena im Volkspark aufgestellt.

6. Mai 2008: Seeler wird in die neu gegründete Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 30.10.2016 | 23:35 Uhr

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