Stand: 27.05.2012 14:21 Uhr  | Archiv

Drama um Schiedsrichter Rafati

Babak Rafati im Einsatz beium Bundesligaspiel Stuttgart - Hoffenheim (15.10.2011) © picture alliance / Augenklick / Pressefoto Baumann Foto: Alexander Keppler
Babak Rafati machte seine Depressions-Erkrankung öffentlich.

Am 19. November 2011 musste das für diesen Tag angesetzte Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem 1. FSV Mainz 05 abgesagt werden. Der für die Leitung der Begegnung vorgesehene Schiedsrichter Babak Rafati war nicht rechtzeitig im Stadion erschienen. Der schockierende Grund: Der Bankkaufmann aus Hannover hatte versucht, sich in einem Kölner Hotel das Leben zu nehmen. Rafati machte kurz darauf eine Depressions-Erkrankung als Grund für sein Handeln öffentlich. Wachsender Leistungsdruck für ihn als Schiedsrichter und der damit verbundene mediale Druck in Kombination mit der ständigen Angst, Fehler zu machen, seien zu einer immer größeren Belastung für ihn geworden, der er sich am Ende nicht mehr gewachsen gefühlt habe.

Rücktritt im Mai 2012

Rafati begab sich in stationäre Behandlung, wo er sich offenbar erfolgreich einer Therapie unterzog. Am 24. Mai 2012 gab der Niedersachse mit iranischen Wurzeln dennoch seinen sofortigen Rücktritt bekannt, ohne noch einmal ein Fußballspiel geleitet zu haben. Rafati, der sein Bundesliga-Debüt im August 2005 beim Spiel Köln gegen Mainz gegeben hatte, pfiff insgesamt 84 Erstliga-Spiele. Von 2008 bis September 2011 stand er Bankkaufmann auf der FIFA-Liste und leitete ein Länderspiel (Griechenland - Armenien/Juni 2008). In seiner Bilanz stehen außerdem ein Qualifikationsspiel zur Champions League, fünf Qualifikationsspiele zur Europa League, 102 Zweitliga-Spiele, 17 DFB-Pokalspiele sowie ein Bundesliga-Relegationsspiel (Saison 2009/10: 1. FC Nürnberg - FC Augsburg).

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 17.11.2013 | 22:30 Uhr

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