Stand: 22.08.2012 19:30 Uhr  | Archiv

Schüler gründen Fußball-Club

von Utz Rehbein, NDR.de
SC Germania Hamburg 1912: Hermann Luehrs, Hans Vietzen, Bruni Volkmann, Walter Agte, Otto Hinsch, Walter Gamerdinger, Rudolf Agte, Hans Flohr, Kurt Stolzenbein, Hugo Seifert, Hwelmut Zilian, Karl Hentzsch (v.l.) © Witters Foto: Witters
Der SC Germania Hamburg im Jahr 1912: Hermann Luehrs, Hans Vietzen, Bruni Volkmann, Walter Agte, Otto Hinsch, Walter Gamerdinger, Rudolf Agte, Hans Flohr, Kurt Stolzenbein, Hugo Seifert, Hwelmut Zilian, Karl Hentzsch (v.l.).

Fußball war in Hamburg vor 125 Jahren zunächst mal ein Schüler-Freizeitvergnügen mit dem Hautgout des Verrückten. Eine Mode aus dem Angelsächsischen wie Generationen später die Beatmusik, und bei den den Erwachsenen ähnlich niedrig im Kurs. Schüler des Wandsbeker Matthias-Claudius-Gymnasiums mit unzähmbarem Bewegungsdrang ließen sich davon nicht beirren, als sie 1887 einen Verein aus der Taufe hoben. Die Gründung des SC Germania, Farben schwarz und blau, sollte dem Treiben den Anstrich von Respektabilität verleihen. Der 29. September gilt als offizielles HSV-Gründungsdatum, weil es der Gründungstag des ältesten HSV-Vorgängervereins ist.

Zusammenschluss 1919

Das Wappen des Hamburger SV © picture-alliance/ dpa Foto: Maurizio Gambarin
Das Wappen des Hamburger SV, der berühmte "Salmi".

Germania gehörte in den kommenden Jahrzehnten, wie der knapp ein Jahr später ins Vereinsregister eingetragene Hamburger Fußball-Club von 1888 (kurz HFC), zu den Schwergewichten der Hamburger Fußball-Szene. Die HFC-Kicker entstammten dem Harvestehuder Wilhelm-Gymnasium und pachteten 1910 von der Stadt ein Gelände, auf dem später das legendäre Stadion am Rothenbaum entstehen sollte. Der Zusammenschluss beider Clubs zum Hamburger SV, an dem auch noch der wesentlich kleinere Eppendorfer FC Falke von 1906 beteiligt wurde, erfolgte am 1. Juni 1919. Eine Vernunftehe: Der Erste Weltkrieg hatte die Mannschaften dezimiert, zahlreiche Sportanlagen dienten in der Nachkriegs-Not längst als Steckrüben-Äcker. Rot-Weiß, die Farben das Stadtwappens, wählten die Gründerväter für die Spielkleidung. Im Vereinsemblem tauchte Germanias Blau-Schwarz auf - der berühmte "HSV-Salmi" sollte an das Seefahrer-Signalfähnchen Blauer Peter erinnern.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 28.04.2009 | 21:25 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Jubel bei Robert Glatzel und Ludovit Reis (v.l.) vom Hamburger SV © Witters Foto: Valeria Witters

HSV gegen Hertha BSC: Den Mutigen gehört die Welt

Die Hamburger strotzen vor dem ersten Relegationsspiel am Donnerstag in Berlin vor Selbstbewusstsein und wollen das Duell gewohnt offensiv angehen. mehr