Brillanter Start einer Gesamteinspielung

Unter seinen Zeitgenossen war Louis Spohr einer der erfolgreichsten und beliebtesten Komponisten, mit seinen sinfonischen Werken konnte er sich einen ebenbürtigen Rang neben Mozart und Haydn erobern. War er zunächst für seine ganz eigene Ästhetik gefeiert worden, mit der er sich von Beethoven distanzierte, wurde ihm in seinen späten Werken ebendiese Ästhetik als nicht mehr zeitgemäß zu Last gelegt. Dennoch kann seine Bedeutung insbesondere für die sinfonische Gattung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die NDR Radiophilharmonie startet mit der dritten und zehnten Sinfonie eine Gesamteinspielung seiner Sinfonien.

NDR Radiophilharmonie
Howard Griffiths Dirigent

LOUIS SPOHR
Sinfonie Nr. 3 op. 78 in c-Moll
Sinfonie Nr.10 WoO in Es-Dur
Ouvertüre WoO in F-Dur

Eigene Wege

Seine dritte Sinfonie komponierte Spohr ein Jahr nach Beethovens Tod und eroberte sich in dieser Gattung als erster Komponist einen eigenen Namen jenseits des Schattens des großen Vorbilds. Die dritte rief so großen Beifall hervor, dass gleich eine Wiederholung des Konzerts angesetzt wurde. Besonders sein individueller Stil, mit dem Spohr andere Wege als Beethoven einschlug, wurde von vielen hervorgehoben und gelobt - trotzdem blieben auch eher negative Vergleiche mit dem "Meister" nicht aus. Spohrs schon bestehender Ruf als großer Sinfoniker wurde mit der dritten Sinfonie endgültig gefestigt.

Eine verworfene Sinfonie

Seine zehnte und letzte Sinfonie schrieb Spohr 1857, zwei Jahre vor seinem Tod - doch er selbst hat sie im Anschluss verworfen und ausdrücklich geschrieben, dass sie "niemals der Öffentlichkeit übergeben werden möchte". Die Gründe für diese Ablehnung sind nicht bekannt - immerhin muss Spohr seine hohen musikalischen Ansprüche darin nicht erfüllt gesehen haben. Im Vergleich mit den Vorgänger-Werken ist die zehnte Sinfonie kürzer und klassischer in der Formstruktur.

Eine Ouvertüre für die Philharmonic Society

Die Ouvertüre in F-Dur hatte Spohr bereits 1819 komponiert. Als er im folgenden Jahr von der Philharmonic Society nach London eingeladen wurde, und die Ouvertüre dort auf großen Anklang stieß, vermachte er das Werk der Gesellschaft. Allerdings ist es im Anschluss dort nur einmal aufgeführt worden und geriet schnell in Vergessenheit.

Gesamteinspielung von Spohrs Sinfonik

Die Gesamteinspielung der Sinfonien und Konzertouvertüren Louis Spohrs durch die NDR Radiophilharmonie geht einher mit einer Neuausgabe seiner Orchesterwerke im Berliner Verlag Ries & Erler. Erstmals vollständig, enthält die Reihe auch einige Werke als Weltersteinspielung. Als ein Garant für Genauigkeit und reiches Hintergrundwissen hat Bert Hagels, der Herausgeber dieser Edition, die informativen Booklettexte der CDs verfasst - so beeindruckt die Reihe nicht nur in der mitreißenden musikalischen Qualität, sondern auch als ein umfangreiches Kompendium, mit dem die Wiederentdeckung des Sinfonikers Spohr begeistert.

Weitere CDs der Reihe
CD-Cover: Louis Spohr Symphonies 7 & 9 © cpo

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Louis Spohr: Symphonies 3 & 10

Label:
cpo
Veröffentlichungsdatum:
24.9.2007
Länge:
ca. 62 Minuten

Orchester und Chor