Stand: 11.09.2015 20:00 Uhr Archiv

Jess Glynne: Gar kein stilles Wasser

von Moira Lenz

Zuerst: wallende rote Haare, eine richtige Mähne - Jess Glynne betritt die Bühne und beginnt zu singen. Und schon beim ersten Ton denkt man: Die Stimme kenn ich doch. Genau, die Stimme kennt man - "Rather Be" lieh sie eben diese Stimme, dem Grammy-Hit von Clean Bandit, die vergangenes Jahr beim Festival waren. Und jetzt stellt sie hier ihr erstes, ganz eigens Album " I Cry When I Laugh" vor.

Tolle Stimme im vollen Haus

Das Deutsche Theater ist voll bis in die Ränge, bestuhlt bis an den Bühnenrand. Doch gleich "Real Love", der zweiten Song, ist nicht nur tanzbarer Deep House, er bringt das ganze Haus auf die Beine. "Ich hab noch nie zuvor in einem Theater gespielt, das ist toll!", bemerkt Glynne mit einem hinreißenden Nordlondoner Akzent.

Mit mächtigen Bässen kommt "It Ain't Right" daher. Bassist, Backgroundsängerinnen, Gitarrist und Glynne tanzen zusammen über die Bühne, garniert und komplettiert von ihrer beeindruckenden Stimme. Sie ist große Bühnen gewohnt, das merkt man, souverän führt sie mit ihrem komplett goldenen Mikrophon das Göttinger Publikum durch ihr Werk. Wenn man sie so sieht und hört, erscheint es völlig unverständlich, dass sie als Teenager bei "The X Factor" abgelehnt wurde.

Setlist

1. Ain't Got Far To Go
2. Real Love
3: Rather Be
4. Gave Me Something
5. It Ain't Right
6. Bad Blood
7. My Love
8. Tears Dry On Their Own (Cover Amy Winehouse)
9. Why Me
10. Love Me
11. Right Here
12. You Can Find Me
13. Take Me Home
14. Don't Be So Hard On Yourself
15. Hold My Hand

Strahlendes Lichtermeer

"Ich weiß nicht warum, aber obwohl ich stilles Wasser will, stellen sie mir immer sprudelndes auf die Bühne" - kein Wunder, als stilles Wasser kann man die Sängerin auf jeden Fall nicht bezeichnen. Jess Glynne ist in Plauderlaune und bedauert aufrichtig, dass sie nicht einfach Deutsch sprechen kann. Dann eben mit Musik unterhalten, der nächste Song ist ein Cover, eine Hommage an Amy Winehouse: "Tears Dry On Their Own". Sie setzt sich und singt ihn, ganz anders, aber ganz schön gut - "mit einem ganz besonderen Gruß nach oben, Amy." Der Saal ist ein wippendes und waberndes Lichtermeer. Und bei den folgenden Stücken wieder gleicht er einem gut besuchten Club.

Schließlich noch "Don't Be So Hard On Yourself", die Single, die sich bisher mehr als 600.000 Mal verkauft hat und ihr fünfter Nummer-eins-Hit in den UK Charts ist. "You Gonna Love Me", singt Jess Glynne noch. Ja, keine Frage, wir lieben Dich schon jetzt!

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 13.09.2015 | 09:00 Uhr