Stand: 14.06.2018 10:57 Uhr  - Hallo Niedersachsen  | Archiv

Cebit: Augmented Reality als Wegweiser

von Carsten Pilger
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Die App-Entwickler Ricardo Ferrer Rivero, Philipp Bontemps und Jens Thiemann

Wo geht es noch mal zur Halle 26? Wo finde ich welchen Aussteller? Und wo ist das Pressezentrum? Auf einer großen IT-Messe wie der Cebit in Hannover verlieren Messebesucher schnell mal den Überblick. "Bei meiner ersten Cebit 1999 gab es den Geländeplan auf Papier, und fast 20 Jahre später gab es den immer noch. Da dachte ich mir, dass das doch nicht sein kann", sagt Jens Thiemann, Geschäftsführer der Hannoveraner Firma VRTX Labs.

Digitale und reale Welt verschmelzen

Das Unternehmen spezialisiert sich auf Anwendungen im Bereich "Augmented Reality", kurz AR. Das sind zum Beispiel Smartphone-Apps, bei denen mittels der Frontkamera des Handys virtuelle Inhalte in die reale Umgebung auf dem Bildschirm eingeblendet werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Spiele-App "Pokemon Go", bei der Monsterfiguren in der realen Umwelt erscheinen. Auch das schwedische Möbelhaus IKEA bietet eine Smartphone-App an, bei der Möbel schon virtuell in der eigenen Wohnung platziert werden können.

Orientierung und Spielspaß verbinden

Eine virtuelle Karte, die auf das Display geworfen wird - mit Videos und dem aktuellen Messeprogramm.

Das Know-How der AR sei genau richtig, um den Besuch der Cebit spannender zu machen, so Thiemann. Deshalb produzierten er und sein Team innerhalb von drei Monaten die Cebit-2018-AR-App. In der Anwendung können Messebesucher sich virtuell eine 3D-Karte des Messegeländes anzeigen lassen. An bestimmten Orten des Geländes zeigt die App aber auch zusätzliche Inhalte an - etwa Videos einzelner Aussteller. Auch kleinere sogenannte Easter-Eggs haben die Entwickler in der Anwendung eingebaut. "An verschiedenen Orten haben wir virtuelle Münzen in der App versteckt, die Nutzer finden können", sagt Thiemann.

AR-Anwendungen: Noch am Anfang

Einschränkungen gibt es aber noch. Die App ist nur für aktuelle Apple-Geräte verfügbar. Ein weiteres Problem mit dem die Entwickler von AR-Anwendungen noch hadern, ist der hohe Energieverbrauch. Das liege daran, dass viele Smartphones noch nicht auf die Rechenleistungen für AR vorbereitet sind, erklärt Thiemann.

Zukunft: Brille statt Smartphone

Insgesamt sieht das Entwickler-Team aus Hannover aber noch viele Anwendungsmöglichkeiten für AR. Etwa im Tourismus, bei dem AR-Apps als Stadtführer fungieren können. Aber auch in der Hardware könnte sich noch einiges ändern. Thiemanns Kollege Ricardo Ferrer Rivero geht davon aus, dass in Zukunft AR-Anwendungen statt auf dem Smartphone wohl direkt auf speziellen Brillen laufen werden.

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Hallo Niedersachsen | 12.06.2018 | 19:30 Uhr

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