NDR Info Nachrichten vom 06.06.2019:

Dänemark: Rasmussen will Rücktritt erklären

Kopenhagen: In Dänemark will die Regierung von Ministerpräsident Lokke Rasmussen noch heute ihren Rücktritt erklären. Rasmussens Liberale schnitten bei der Parlamentswahl gestern zwar besser ab als erwartet. Das rechte Lager konnte aber keine Mehrheit erzielen. Stärkste Kraft wurden wie erwartet die Sozialdemokraten. Sie hatten im Wahlkampf auf die Themen Klimaschutz und Soziales gesetzt. Gleichzeitig warb ihre Vorsitzende Frederiksen für einen restriktiven Kurs in der Einwanderungs- und Asylpolitik. So wollen die dänischen Sozialdemokraten die Zuwanderung aus nicht-westlichen Staaten begrenzen und Asylbewerber in Aufnahmelagern außerhalb des Landes unterbringen.| 06.06.2019 09:45 Uhr

Urteil gegen Oldenburger Pfleger erwartet

Oldenburg: Im Mordprozess gegen den ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel soll heute das Urteil fallen. Die Richter am Landgericht Oldenburg wollen am Vormittag die Entscheidung verkünden. Damit endet der Prozess um die wohl größte Mordserie in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Staatsanwaltschaft hält den Mordvorwurf in 97 Fällen für erwiesen. Die Verteidigung geht von einer deutlich niedrigeren Zahl aus, hat in ihrem Plädoyer aber ebenfalls eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Der heute 42-Jährige hat 43 Fälle eingeräumt. An die übrigen kann er sich nach eigener Aussage nicht erinnern. In seinem Schlusswort hatte er die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung gebeten. Der ehemalige Pfleger soll zwischen 2000 und 2005 in Oldenburg und Delmenhorst immer wieder Patienten vergiftet haben. In einem früheren Prozess wurde er bereits wegen sechs Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt.| 06.06.2019 09:45 Uhr

Seehofer will über Abschiebungen beraten

Berlin: Bundesinnenminister Seehofer will offenbar, dass wieder alle ausreisepflichtigen Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben werden. Laut dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" geht das aus einer Beschlussvorlage für die Innenministerkonferenz in der kommenden Woche hervor. Der Lagebericht des Auswärtigen Amtes ermöglicht demnach, wieder allgemeine Rückführungen in das Land durchzuführen. Aktuell dürfen nur Straftäter, Gefährder und Asylsuchende, die ihre Identität gefälscht haben, nach Afghanistan abgeschoben werden. Widerstand gegen den Vorschlag wird von den SPD-geführten Landesregierungen erwartet. Schon bei der Herbstkonferenz hatten die jeweiligen Innenminister bestritten, dass es in Afghanistan ausreichend sichere Regionen gebe, um Familien mit Kindern abzuschieben. Strittig ist außerdem die Überlegung der Union, in Syrien nach befriedeten Gebieten zu suchen, um straffällig gewordene Syrer möglicherweise über Drittländer dorthin abzuschieben.| 06.06.2019 09:45 Uhr