Stand: 12.10.2017 07:05 Uhr

Wieder mutmaßlicher Totschläger freigekommen

Die Hamburger Justiz muss wieder einen mutmaßlichen Totschläger freilassen. Grund dafür ist, dass der Mann zu lange in Untersuchungshaft saß, wie das "Hamburger Abendblatt" in seiner Donnerstagsausgabe berichtet.

Zu acht Jahren Haft verurteilt

Demnach war der 51-Jährige im Juni bereits wegen Totschlags vom Landgericht zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine 49-jährige Freundin erstochen und ihren Leichnam dann in einen Rollkoffer gesteckt hatte. Der Mann selbst bestritt bis zuletzt die Tat. Sein Anwalt hatte deshalb Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.

Doch gleichzeitig musste das Hanseatische Oberlandesgericht über eine Beschwerde des Mannes beraten. Dabei ging es um die Frage, ob sich der Prozess zu sehr in die Länge gezogen hat - denn eine Untersuchungshaft darf nicht länger dauern als nötig. Doch genau das ist aus Sicht des Oberlandesgerichtes der Fall gewesen. Deshalb kommt der 51-Jährige frei.

2015 gab es bereits zwei ähnliche Fälle

Schon im Mai 2015 waren zwei wegen Totschlags verurteilte Männer ebenfalls aus der U-Haft entlassen worden, weil auch ihr Verfahren sich zu sehr in die Länge gezogen hatte. Damals hatte es heftige Kritik an der Justizbehörde gegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.10.2017 | 22:00 Uhr

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