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Regenbogenfamilie

Dienstag, 25. Dezember 2018, 06:05 bis 06:30 Uhr, NDR Info

Erwachsener hält Kinderhand © Fotolia.com Foto: Alekss

Regenbogenfamilie

NDR Info -

Diese Hamburger Familie lebt ein interessantes Modell: Zwei Väter und zwei Mütter kümmern sich um ihre beiden Töchter. Sie leben Tür an Tür, wie das Forum am Sonntag berichtet.

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Wenn die Kinder zwei Mütter und zwei Väter haben
Von Silke Lahmann-Lammert

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Eine halbe Woche sind die Väter für die Mädchen zuständig. Umgekehrt kümmern sich in der zweiten Hälfte der Woche die Mütter um die Töchter.

Immer mehr lesbische und schwule Paare wünschen sich Kinder. Und versuchen ihre Wünsche und die Bedürfnisse der Kinder unter einen Hut zu bringen. Zwei Männer und zwei Frauen haben sich vor vielen Jahren in Hamburg zusammengetan und erziehen die gemeinsamen Kinder. Was die Großfamilie von vielen anderen Regenbogenfamilien unterscheidet, ist die genaue Planung, die notariellen Verträge, die sie geschlossen haben, die vielen Gedanken, die sie sich über das "Was passiert, wenn..." gemacht haben. Auch der Alltag ist genau organisiert: Eine halbe Woche sind die Väter für die Mädchen zuständig. Die Tür zur Mütterwohnung wird in dieser Zeit verschlossen. Umgekehrt kümmern sich in der zweiten Hälfte der Woche die Mütter um die Töchter - und die Väter haben frei. Mittwoch ist Familientag, dann treffen sich alle sechs und kochen gemeinsam.

Manchmal auch ganz praktisch

Vier Eltern zu haben, finden Hanna (11 Jahre) und Lena (8 Jahre) gut. Meistens jedenfalls: "Was ganz nervig ist: Die Eltern sind fast immer gleicher Meinung. Zum Beispiel 'ne Zeit lang ging es immer so, dass ich mir was ganz doll gewünscht hab. Und alle Eltern immer 'nein'. Und das ist irgendwie ganz nervig, weil dann wirklich vier Leute sagen 'nein'. Aber das ist manchmal auch ganz praktisch. Bei der Schule, wenn man krank ist, dann ruft man ja die Eltern an. Und mindestens einer hat immer Zeit, um zu kommen." Hanna geht aufs Gymnasium, Lena besucht eine Grundschule. Beide liegen in Ottensen - im Herzen Altonas -, nicht weit von  dem modernen Mehrfamilienhaus entfernt, in dem die Mädchen mit ihren Eltern wohnen. Ihre Väter sind ein Paar und leben in einem eigenen Haushalt. Genauso wie ihre Mütter. Schon vor 13 Jahren, als die vier Erwachsenen entschieden, gemeinsam eine Familie zu gründen, war klar, dass sie an den getrennten Wohnungen festhalten wollten. Trotzdem müssen die Töchter nicht hin- und herpendeln. Ihre Zimmer bleiben ihnen erhalten - egal, ob sie bei Christian und Peter oder bei Urte und Susan sind.

Ein spannender Blick in ein ganz besonderes Familienmodell.