Die Reportage

Falsche, Verborgene und Aufrechte

Sonntag, 05. August 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Christen in Japan
Von Jürgen Hanefeld

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Die "Oura"-Kirche ist die älteste Japans. Der neugotische Bau wurde vor mehr als 150 Jahren errichtet.

In Japan ist es Mode geworden "in Weiß" zu heiraten. Entsprechende "Wedding Rooms" gibt es in vielen großen Hotels. Aber mit Christentum hat das nichts zu tun. Nur rund ein Prozent der Japaner bekennt sich zum christlichen Glauben. Die meisten leben in der Hafenstadt Nagasaki, dort wo die ersten katholischen Missionare, meist Portugiesen, im 16. Jahrhundert anlandeten.

Über 250 Jahre lang verboten

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Zum Sonntagsgottesdienst legen die Frauen einen Schleier auf den Kopf. Wie in Japan üblich, ziehen die Gläubigen an der Kirchentür die Schuhe aus.

Nach der ersten Welle der Missionierung im 16. Jahrhundert fürchteten die Shogune, Militärherrscher, um ihre Autorität. Sie verboten das Christentum und verfolgten die Anhänger dieser fremden Religion mit brutalen Methoden. Das Verbot galt über 250 Jahre. Trotzdem gelang es einer Gruppe, ihren Glauben im Geheimen zu leben. Bis heute sind sie in Japan als "verborgene Christen" bekannt. Aber die nimmt Erzbischof Takami nicht ernst. Viel wichtiger ist sein entschiedener Pazifismus. Seine Mutter war mit ihm schwanger, als die Atombombe fiel.