Stand: 17.04.2019 16:50 Uhr

Das neue heiße Ding: der E-Scooter

Endlich wieder ein neuer, heißer Scheiß: Die Bitcoins sind am Ende, das Facebook sowieso - jetzt kommen die E-Scooter. Da sagen viele: Scooter? Die gingen mir schon in den 90ern mit auf die Nerven mit "Hyper Hyper!" Das haben Sie ganz richtig falsch verstanden: denn bald werden Sie von den E-Scootern genauso genervt sein.

Eine Glosse von Florian Schroeder

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Fährt sich gut und sieht auch noch gut aus: ein E-Scooter im Einsatz.

Eigentlich sind das Tretroller mit Elektroantrieb - demnächst in vielen Städten zum Ausleihen! Ein typisches Hipster-Accessoire, das es jetzt in den Mainstream geschafft hat. Wie der Vollbart. Wenn es den irgendwann zum Ausleihen gibt, ziehe ich weg aus Berlin.

Ideal zum Einkaufen eines Teebeutels

Eigentlich hätte man ja viel früher auf die Idee kommen können. Ein E-Scooter ist ja nichts anderes als ein Smart ohne Sitze und mit Elektromotor. Mikromobilität betrifft Kleinstfahrzeuge wie den E-Scooter oder E-Skateboards. Also nicht verwechseln: E-Scooter fahren = Mikromobilität. Porsche fahren = Mikropenis.

Und wichtig ist: Man kann mit den Dingern sogar shoppen gehen. Kaufen kann man allerdings nur einen Teebeutel oder eine Scheibe Toastbrot.

Sie können E-Scooter das ganze Jahr über fahren - außer im Herbst, im Winter und im Frühjahr. Die Dinger stoßen nur zwei Prozent so viel Kohlendioxid aus wie Autos. Nur dass sie halt jeden Abend zum Aufladen eingesammelt werden. Und zwar mit ganz normalen Lieferwagen. Und morgens wieder verteilt. Auch mit Lieferwagen.

Die schnellen müssen auf den Gehweg

Sie halten praktisch ewig. In unseren schnelllebigen Zeiten definiert man "ewig" mit "drei Monate". Da haben schon Beziehungen von Lothar Matthäus länger gehalten. Und weil man die Dinger praktisch nicht reparieren kann, werden sie dann auch direkt weggeworfen.

Und wie verhalten sich die Dinger im Straßenverkehr? Ganz einfach: Die Roller, die nur bis 12 km/h fahren, müssen dann auf den Gehweg, die bis 20 km/h auf die Straße. Kinder bis 8 Jahren mit dem Fahrrad müssen auf den Gehweg, können aber bis 10 Jahren, dürfen aber schon auf die Straße. Wenn jetzt eine Familie mit zwei Kindern im Alter von 7 und 10 Jahren einen Ausflug macht, dann sollten die Eltern besser nicht zwei verschiedene Scooter haben, sonst platzt der Kopf nicht vom Unfall, sondern vom Nachdenken, wer genau wo fahren muss.

Ein Mann fährt auf einem "E-Scooter", einem elektrisch betriebenem Rolle durch die Stadt. © dpa-Bildfunk Foto: Nicolas Armer

Das neue heiße Ding: E-Scooter

NDR Info - Auf ein Wort -

Die Bitcoins sind am Ende, das Facebook sowieso - jetzt kommen die E-Scooter. Ein typisches Hipster-Accessoire, das es jetzt in den Mainstream geschafft hat.

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In Madrid schon wieder verboten

Wissen Sie noch, wie viele Fliegen einem früher nach zwei Stunden Autofahrt an der Windschutzscheibe geklebt haben? Das kommt bald wieder - sind dann halt E-Scooter-Fahrer.

In Madrid wurden sie übrigens wieder verboten, weil eine 90-jährige Oma von einem E-Scooter umgefahren und ums Leben gebracht worden ist. In den USA sammeln Krankenhäuser jetzt Daten, um speziell die Unfälle mit E-Scootern auszuwerten.

So werden die Beschriftungen unserer Straßen bald aussehen wie der Boden alter Schulturnhallen. Da gibt's bald Streifen für Fußgänger, Radfahrer, E-Scooter, Hooverboard, E-Skateboard und Inlineskater. Man muss sagen: sie kommen dann schneller und sicherer zu Fuß durch den Gaza-Streifen als durch die Fußgängerzone von Gera. Die E-Scooter machen Deutschland also international konkurrenzfähig.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 17.04.2019 | 18:25 Uhr