Unsere Geschichte

Urknall im Watt - Als die Umwelt wichtig wurde

Samstag, 29. April 2023, 12:00 bis 12:45 Uhr

1972 war das Urknalljahr für den Umwelt- und Naturschutz: Der Club of Rome schockierte die Welt mit seinem bahnbrechenden Bericht "Zur Lage der Menschheit". In Stockholm fand die erste Umweltkonferenz der Vereinten Nationen statt. Und in Nordfriesland trafen sich führende Umweltschützende, um die Studie "Die Grenzen des Wachstums" in die Praxis umzusetzen. Mitten im Wirtschaftswahn der 1970er-Jahre forderte ein Haufen unerschrockener Menschen einen Nationalpark: den Nationalpark Wattenmeer.

Weitere Informationen
Luftbild vom Schleswig-Holsteinischen Nationalpark Wattenmeer © picture alliance | Knut Niehus

Das Wattenmeer: Von der Müllhalde zum Weltnaturerbe

Umweltzerstörung bringt das schleswig-holsteinische Wattenmeer in den 1960ern in Gefahr. Das ändert sich am 22. Januar 1974. mehr

Was in Husum gefordert wurde, entsetzte große Teile der deutschen Bevölkerung: Ein derart radikaler Naturschutz würde "unser Land in die Armut treiben!". Die Debatte wurde hart und unerbittlich geführt. Werner Boyens erinnert sich: "Wir mussten dagegen sein, um überhaupt beachtet zu werden. Denn die Menschen, die hier lebten, wurden praktisch vergessen."

Naherholungsgebiet und Säule des Naturschutzes

Ein Rotschenkel. Gut geschützt im Nationalpark Wattenmeer. © NDR/Sven Jaax
Ein Rotschenkel - gut geschützt im Nationalpark Wattenmeer.

Heute, 50 Jahre später, ist der Nationalpark Wattenmeer aus Deutschland nicht mehr wegzudenken. Er sichert Tausende Arbeitsplätze, ist Naherholungsgebiet für Einheimische, Magnet für Urlauber und vor allem eine starke Säule des Naturschutzes.

NDR Autor Sven Jaax reist in die Zeit zurück, trifft sich mit den Kämpfern von damals und erzählt, was der Nationalpark heute leisten muss. Denn, ruhig ist es nicht geworden. Es braucht immer neue Wege, um das Wattenmeer zu schützen: vor uneinsichtigen Touristen, ignoranten Investoren oder Landwirten, die sich bis heute vom Naturschutz bedroht fühlen.

Zwischen Niederlagen und einem Triumph für die Natur

"Unsere Geschichte" nimmt das spannende Jahr 1972 zum Anlass, um eine historische Reise anzutreten. Zu Menschen und Meilensteinen, die ganz Deutschland und nicht nur den Norden verändert haben. Eine Zeitreise zu erbitterten Kämpfen. Zu verbalen und physischen Attacken. Zu bitteren Niederlagen und zu einem Triumph für die Natur.

Den entscheidenden Impuls gab eine Gruppe charismatischer Umweltschützender rund um den Verein Schutzstation Wattenmeer. Auf dem Deutschen Naturschutztag 1972 kam es zur Provokation: ein riesiger Nationalpark? Niemals! Getreu dem Motto "Gott schuf das Meer, der Friese schuf die Küste" sträubten sich Bauern, Fischer, Jäger, Wassersportler, Tourismusbetriebe und kommunale Verwaltungen gegen einen verordneten Naturschutz. Er kam dann doch und gemeinsam schafften sie eine Erfolgsgeschichte.

Weitere Informationen
Bei einer Klimastreik-Demo in Hamburg hält ein Junge eine Erdkugel, die weint. © Marcus Brandt/dpa

Der Klimawandel und der Norden

Die weltweite Klimakrise trifft auch Norddeutschland. Wie kann die Energiewende gelingen? Welches sind die besten Lösungen? mehr

Das Wattenmeer und ein Priel bei Ebbe. © LKN-SH/ Nationalparkverwaltung Foto: Martin Stock

Das Wattenmeer: Ein einzigartiger Lebensraum

Die flache Küstenregion der Nordsee ist Heimat für viele Tiere und Pflanzen. Teile der Landschaft sind Weltnaturerbe. mehr

Drei junge Leute gehen barfuß im Watt spazieren. © fotolia Foto: Edler von Rabenstein

Welterbe Wattenmeer: Im Takt der Gezeiten

Das Wattenmeer ist ein einzigartiges Küstengebiet und Weltnaturerbe. Urlaubern bietet es ein besonderes Naturerlebnis. mehr

Autor/in
Sven Jaax
Kamera
Meinhild Jach
Sven Jaax
Ton
Stefan Schwab
Schnitt
Wolf Krannich
Bildtechnik
Christoph Fobbe
Tonmischung
Jörn Bomhardt
Sprecher/in
Volker Hanisch
Mitarbeit
Dr. Hans-Peter Ziemek
Redaktion
Christoph Mestmacher
Produktionsleiter/in
Bettina Wieselhuber

JETZT IM NDR FERNSEHEN

Hamburg Journal 18:00 Uhr 18:00 bis 18:15 Uhr
Nordmagazin - Land und Leute 18:00 bis 18:15 Uhr
Schleswig-Holstein 18:00 18:00 bis 18:15 Uhr
Niedersachsen 18.00 18:00 bis 18:15 Uhr