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Frosta: Vom Fischdampfer zum Fertiggericht

Mittwoch, 06. Dezember 2017, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 07. Dezember 2017, 06:35 bis 07:20 Uhr

Eine Halle der Firma Frost AG in Bremerhaven. ©  dpa-picture alliance Fotograf: Carmen Jaspersen

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Als Dirk Ahlers, der Gründer des Unternehmens Frosta, Ende der 1950er-Jahre erstmals auf einem Fischtrawler mitfährt, hat die Ware Fisch noch einen entscheidenden Nachteil: Wenn sie im Fischgeschäft angekommen ist, riecht sie nach Fisch. Der Grund: Von den Fanggründen bei Island bis nach Bremerhaven braucht ein Fischdampfer etwa eine Woche. "Selbst der frischeste Fisch war sieben bis acht Tage alt - und der älteste eben zehn bis 17 Tage. Und da hat der Fisch schon gestunken", erinnert sich Ahlers.

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Auf großen Schiffen wird der Fisch nach dem Fang direkt verarbeitet und tiefgefroren.

Das bringt Ahlers auf eine Idee. Er lässt einen Fischdampfer bauen, auf dem der Fisch direkt nach dem Fang in Platten eingefroren wird und gründet 1961 in Bremerhaven das Unternehmen Frosta. Das Einfrieren von Fisch direkt auf See ist damals noch neu. Frosta ist die erste Firma in Deutschland, die diese Methode nutzt.

Mit Tiefkühlfisch an die Spitze

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Fischstäbchenproduktion im Bremerhavener Werk. Mit Tiefkühlfisch wurde Frosta groß.

Produziert das Unternehmen anfangs nur Tiefkühlfisch, nimmt es nach und nach verschiedenste Fertiggerichte ins Programm. Heute ist das Frosta-Angebot riesig - von der vegetarischen Couscous-Pfanne bis zum Curry-Geschnetzelten. Mit neuen Gerichten versucht der Konzern dabei stetig, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und den eigenen Marktanteil zu vergrößern.

2003: Verzicht auf Zusatzstoffe bringt fast den Ruin

Änderungen im Konzept und der Produktpalette sind dabei immer ein finanzielles Risiko. Einmal, im Jahr 2003, steht Frosta kurz vor der Pleite: Die Firma hat beschlossen, künftig auf künstliche Zusatzstoffe zu verzichten. "Das war schon ein großes Wagnis. Wir hatten beschlossen, es komplett anders zu machen als irgendjemand sonst in der Lebensmittelindustrie", erinnert sich Felix Ahlers, der Sohn von Dirk Ahlers und Erfinder des Frosta-"Reinheitsgebots". Doch der Plan geht zunächst nicht auf. Die neuen Produkte sind den Verbrauchern zu teuer. Der Konzern steht am Rand des Ruins. Trotzdem bleibt "Frosta bei dem Konzept, verzichtet weiterhin auf Geschmacksverstärker und künstliche Konservierungsstoffe. Und schließlich kommen auch die Kunden zurück.

Von der Produkt-Idee zur Marktreife

Mit etwa 25 Prozent Marktanteil ist Frosta heute der größte Produzent von Tiefkühl-Fertigkost in Deutschland. Kommt ein neues Produkt auf den Markt, muss es verschiedenen Hürden nehmen. Nur etwa jedes siebte Produkt schafft es von der Idee bis zur Marktreife. Ist eine neues Gericht kreiert, muss es nicht nur den rund 60 Testessern schmecken, sondern auch dem Chef Felix Ahlers persönlich. Der ist gelernter Koch.

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Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Regie
Manfred Uhlig
Autor/in
Manfred Uhlig
Redaktion
Silvia Gutmann