Unsere Geschichte

Als der Country in den Norden kam

Mittwoch, 10. Juni 2020, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 11. Juni 2020, 06:35 bis 07:20 Uhr

Der Film beleuchtet die Countrybewegung an der Waterkant und geht der Frage nach, warum Countrymusiker, Westernreiter und Squaredancer besonders in Hamburg aktiv geworden sind.

Hamburg galt als "Nashville der Bundesrepublik"

Thomas Hoppe auf seinem Pferd. © NDR
Thomas Hoppe entdeckte in den 70ern das Westernreiten für sich.

Michael Kommnick hat aus seinen Kindheitsträumen ein Geschäftsmodell gemacht und in Hamburg einen eigenen Westernladen eröffnet. Anfang der 1970er-Jahre entdeckte Thomas Hoppe das Westernreiten in Norddeutschland. Mittlerweile gilt er als Koryphäe auf dem Gebiet. Und die sogenannte Hamburger Szene traf sich im Onkel Pö, Udo Lindenberg und Co. wurden mit deutscher Rockmusik über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt. Doch, was kaum zu vermuten ist, das maritime Hamburg war damals auch eine zentrale Anlaufstelle für Countrymusik und galt als "Nashville der Bundesrepublik". Die Squaredancer nahmen die Westernwelle sportlich ernst und tanzten in der Tradition der Cowboys.

Der Westernboom befeuerte die Fantasie vieler Menschen, das vermeintlich freie Leben der Cowboys und Indianer übte eine große Faszination auf die gestressten Großstädter aus. Auch in der ehemaligen DDR hatte die Countrywelle ihre Fans gefunden. So spielte Ingo Koster die Musik schon als Jugendlicher nach.

Von Truckern und Asphalt-Cowboys

Gunter Gabriel spielt Mitte der 1970er Jahre Trucker-Songs. © NDR
Gunter Gabriel spielte Mitte der 1970er-Jahre Trucker-Songs.

In der Bundesrepublik lieferte die Countryband Truck Stop den Soundtrack für die Hobby-Cowboys, obwohl der Schlagzeuger, Teddy Ibing, eigentlich Jazz spielen wollte. Gunter Gabriel, Wahlhamburger, brachte schon 1974 seinen ersten Country-Hit heraus und erweiterte das Bild des Cowboys um die Figur des Fernfahrers, den Asphalt-Cowboy. Und Jonny Hill kam Anfang der 1970er-Jahre aus Österreich nach Hamburg und stürmte 1979 mit seinem Trucker-Song "Ruf Teddybär eins-vier" die deutschen Hitparaden.

Auch heute lebendige Countryszene

Auch heutzutage findet sich in Hamburg eine lebendige Countryszene: Die Band Fink um Sänger Nils Koppruch, der 2012 verstarb, brachte die Countrymusik Ende der 1990er-Jahre einer neuen Generation von Musikinteressierten nahe. Digger Barnes führt die Tradition heute weiter. Constantin von Twickel organisiert regelmäßig Countrymusik-Konzerte, die weit über die Grenzen Hamburgs bekannt sind. Auch wenn die Countrymusik eigentlich nie out war, erlebt sie gerade so etwas wie ein Revival.

Interviews mit Größen der Hamburger Countryszene

Der Film taucht ein in die NDR Archive und zeigt die frühen Protagonisten der Hamburger Countryszene: Truck Stop, Gunter Gabriel, Jonny Hill und Freddy Quinn sind bei unvergesslichen Auftritten und Konzerten zu sehen. In neu gedrehten Interviews erklären Jonny Hill, Teddy Ibing (Truck Stop), Thomas Hoppe, Digger Barnes und andere ihre Faszination für Country. Der Film entführt auf eine vergnügliche Reise in eine Zeit, als für Truck Stop in einem ihrer Songs "der wilde, wilde Westen" gleich hinter Hamburg "in einem Studio in Maschen gleich bei der Autobahn" begann.

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Autor/in
Oliver Schwabe
Kamera
Carsten Janssen
Schnitt
Katrin Hockemeyer
Ton
Matthias Nauertz
Sprecher/in
Peter Urban
Redaktion
Christoph Mestmacher
Produktionsleiter/in
Bettina Wieselhuber