Sendedatum: 11.08.2019 19:30 Uhr

Zeitreise: Die Fehmarnsundbrücke

von Karl Dahmen

Karl Wilhelm Klahn war zur Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands 1941 ein "Pimpf" im Deutschen Jungvolk. Als ein damals wichtiger Mann auf seine Insel Fehmarn kommen sollte, war er begeistert. Immerhin war Fritz Todt Reichsminister und einer der wichtigsten Männer im nationalsozialistischen Deutschland. Klahn erinnert sich daran, wie er mit den anderen Kindern stundenlang im Kalten stehen musste, weil der Minister sich verspätete. Der damals Elfjährige gehörte zu einem Fanfarenzug. Als Todt endlich kam, musizierten sie, "was das Zeug hergibt".

Der Bogen der Fehmarnsundbrücke ragt über Bäume in den grauen Himmel vor einem gelben Weizenfeld. © NDR

Zeitreise: Die Fehmarnsundbrücke

Schleswig-Holstein Magazin -

Die Fehmarnsundbrücke wird 1963 eröffnet. In unserer Zeitreise blicken wir auf die Entstehungsgeschichte zurück. Zeitzeuge Karl Wilhelm Klahn war dabei.

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Reichsautobahn von Hamburg bis Kopenhagen geplant

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Die Vogelfluglinie geht von Schweden über die dänischen Inseln nach Deutschland.

Fritz Todt kam am 14. September 1941 nach Fehmarn, um den ersten Spatenstich für die Vogelfluglinie durchzuführen. Geplant war diese Linie erstmals bereits 1863. Damals kam der deutsch-dänische Krieg dazwischen. Die Nazis planten den Bau der Brücke vom Festland nach Fehmarn und dann weiter nach Dänemark, um den Norden militärstrategisch besser zu kontrollieren. Um eine Verbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen zu haben, sollte die Reichsautobahn bis in die dänische Hauptstadt führen. Seit Mai 1940 hatten deutsche Truppen Dänemark besetzt.

Erst in den 1950er Jahren gebaut

Die Bauarbeiten auf Fehmarn wurden 1943 eingestellt. Die Nazis konzentrierten sich auf andere Projekte. Nach Stalingrad schickte Hitler jeden Mann an die Front. Aber eine Brücke und ein Bahndamm aus der ersten Zeit, als die Vogelfluglinie unter nationalsozialistischer Regie gebaut werden sollte, sind erhalten geblieben. Als dann ab den 1950er Jahren die heute existierende Eisenbahn- und Autostraßen gebaut wurden, bezog man die bestehenden Teile mit ein.

Zeitzeuge und Heimathistoriker

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Er war damals dabei: Karl Wilhelm Klahn ist Zeitzeuge und bis heute mit der Insel verbunden.

Karl Wilhelm Klahn ging später zur Bundesbahn und wurde irgendwann Heimathistoriker von Fehmarn. Der Bau der Fehmarnsundbrücke läutete eine Zeitenwende ein, meint er. Das alte Fehmarn veränderte sich durch die Verbingung zum Festland. Aber Fehmarn selbst bleibt für Klahn immer die unbestritten schönste Perle der Ostsee.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 11.08.2019 | 19:30 Uhr

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