Sendedatum: 07.09.2014 19:30 Uhr  | Archiv

Zeitreise: Bordhunde

Dackel "Poldi" auf der Fregatte "Gneisenau" © NDR Foto: NDR
Dackel "Poldi" war der erste Bordhund - auf der Fregatte "Gneisenau".

Wenn Bordhund "Leila" sein Geschäft machen musste und ihr Schiff, der Minenräumer "Weilheim" der Bundesmarine, gerade im Hafen lag, ist der kleine Mischlingshund dazu immer auf ein anderes Schiff der Flotille gegangen. Das, erinnert sich Peter Liedtke, hat der "Weilheim-Besatzung" viel Ärger eingebracht und manchmal musste auch eine Kiste Bier als Entschädigung gezahlt werden.

Wo geht ein Hund auf dem Ozean Gassi?

Das war eines der Hauptprobleme, die Besatzungen der Bundesmarine mit ihren Bordhunden hatten. Auf der anderen Seite waren sie ein wunderbares Identifikationssymbol für die Besatzungen, sagt Peter Liedtke. Der ehemalige "See-Lord" aus Kirchbarkau hat sogar eine eigene Internetseite gestaltet, auf denen die Erlebnisse der Matrosen mit den vierbeinigen Besatzungsmitgliedern nachzulesen sind. Die Hunde kamen auf unterschiedliche Art auf die Schiffe der Bundesmarine.

Für fünf Mark in der Kneipe

Manchmal kauften Matrosen Hunde bei Auslandseinsätzen - für fünf Mark in der Kneipe. Gab der Kommandant sein Einverständnis, konnte die Karriere als Bordhund in der Marine beginnen. Sie hießen Seppl, Poldi, Kuno, Ringo, Puschkin und Bubu. Weit mehr als 50 Hunde sind auf der Internetseite "www.bordhunde.de" aufgeführt und alle haben dort ihre eigenen Geschichten - meist lustige Anekdoten über den Zusammenstoß von Disziplin und "Hunde-Freiheit".

Bordhund der "Gorch Fock": Foxterrier Whisky

Der Bordhund der "Gorch Fock": Whiskey © NDR Foto: NDR
Foxterrier Whisky war der berühmteste Bordhund: Er war der Star auf der "Gorch Fock".

1980 wurden Tiere auf den Schiffen der Bundesmarine aufgrund neuer Hygienevorschriften verboten. Der berühmteste aller Bordhunde der Bundesmarine war der Foxterrier Whisky - 1959 heuerte er auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" an. Karl-Dieter Lötte fuhr 1962 als Matrose auf der Gorch Fock. Da war Whisky bereits der Star an Bord der Bark, Maskottchen der Besatzung und im Rang eines Hauptgefreiten. Noch heute erinnert Lötte sich daran, dass Whisky offensichtlich alle Kommandos kannte. Ertönte der Pfiff des Bootsmanns, biss Bordhund Whisky die Matrosen in die Hacken, damit sie schneller aufenterten.

In unserer Zeitreise erzählen wir die Geschichte der Bordhunde mit vielen Fotos, Filmen und Anekdoten über die vierbeinigen Besatzungsmitglieder auf den Schiffen der Bundesmarine.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 07.09.2014 | 19:30 Uhr