Stand: 08.10.2020 16:29 Uhr

Sinovac

Name des Impfstoffprojekts: CoronaVac

Art: Impfstoff mit inaktivierten Viren

Webseite: Sinovac

Das chinesische Unternehmen Sinovac hat nach eigenen Angaben Ende Januar mit der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs begonnen. Mitte April veröffentlichte das Unternehmen Ergebnisse aus prä-klinischen Untersuchungen. Wenige Tage später wurden die ersten Probanden in China im Rahmen einer kombinierten Phase-1/2-Studie geimpft. Erste Ergebnisse hat das Unternehmen in einer Pressemitteilung Mitte Juni veröffentlicht.

Anfang Juli teilte Sinovac mit, eine große Phase-3-Studie in Brasilien zu starten. In Kooperation mit dem brasilianischen Institut Butantan sollen nun etwa 9000 Mitarbeiter*innen von zwölf Kliniken, die sich auf die Behandlung von Corona-Patienten spezialisiert haben, geimpft werden. Im September kündigte das Unternehmen den Start einer Studie mit Kindern sowie einer weiteren Phase-3-Studie in der Türkei an. Auch in Indonesien läuft eine große Studie.

Der Chef von Sinovac, Yin Weidong, sagte Ende September, er rechne damit, dass der Impfstoff Anfang kommenden Jahres weltweit verteilt werden könne. In China seien bereits tausende Menschen geimpft worden, obwohl die Studien noch nicht abgeschlossen sind.

Sinovac wurde 2001 in Peking gegründet und hat seitdem nach eigenen Angaben mehrere Impfstoffe entwickelt, unter anderem gegen das H1N1-Grippevirus ("Schweinegrippe"). Mittlerweile ist das Unternehmen an der US-Börse notiert und offenbar innerhalb kürzester Zeit schnell gewachsen. Es verzeichnete 2018 einen Umsatz von etwa 230 Millionen US-Dollar und damit mehr als dreimal so viel wie zwei Jahre zuvor.

Bei der Entwicklung des Impfstoffs kooperiert Sinovac unter anderem mit der Universität in Peking und der chinesischen Seuchenschutzbehörde.

Die Jagd nach dem Impfstoff
Forscher in weißen Kitteln klettern einen Berg hoch, auf dessen Spitze eine Spritze steht.

Wann sind die Forscher am Ziel?

Forscher weltweit arbeiten unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Der NDR berichtet über aktuelle Entwicklungen und gibt einen Überblick über den Stand der Forschung. mehr

Anmerkung: Die Liste umfasst Projekte, die laut WHO mindestens in Phase 2 sind sowie des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Normalerweise laufen bei der Entwicklung von Impfstoffen die Phasen nacheinander ab - aktuell jedoch oft gleichzeitig, um den Prozess zu beschleunigen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat zudem erste Zulassungsverfahren gestartet, während die Phase-3-Studien noch liefen ("rolling review"). Der Impfstoff des Gamaleya-Instituts wurde in Russland bereits vor dem Start der Phase 3 für einen Einsatz zugelassen.

Redaktioneller Hinweis

Viele Forschungseinrichtungen und Firmen weltweit suchen nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Allerdings ist es teils schwierig, unabhängige Informationen zu den Projekten zu erhalten. Manche Teams haben bereits Daten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, die andere Experten beurteilen können. Zu anderen Impfstoff-Kandidaten ist wenig bekannt, manches nur aus Pressemitteilungen der beteiligten Unternehmen. Eine Prüfung der Daten und Methoden ist dann kaum möglich.

Dieses Thema im Programm:

Panorama - die Reporter | 02.02.2021 | 21:15 Uhr