Stand: 21.04.2015 18:00 Uhr  | Archiv

Gläserner Mensch: Gesundheits-Apps auf dem Vormarsch

von Jasmin Klofta

Wie schnell schlägt Dein Herz? Wie gut hast Du geschlafen? Wie viele Kilometer bist Du schon gelaufen? Fitness-Apps, Armbänder oder Smart Watches wie die neue Apple Watch sind der neue Milliardenmarkt. Sie messen tagsüber alle Aktivitäten, nachts die Qualität des Schlafes. Neun Millionen Deutsche überwachen sich nach einer Bitkom-Studie bereits selbst - durch einen Fitness-Tracker. Ist der Benutzer faul, dann tadeln die Geräte: "Du hast Dein Bewegungsziel heute noch nicht erreicht!"

VIDEO: Gesundheits-Apps auf dem Vormarsch (9 Min)

Verhaltenskontrolle - für eine bessere Gesundheit

Alle gesammelten Gesundheitswerte speichern die Hersteller der Fitness-Tracker und werten sie aus. Der Nutzer bekommt für seine Daten individuelle Analysen seiner Messwerte - und die personalisierte Erinnerung an ein gesundes Verhalten. Verhaltenskontrolle - für eine bessere Gesundheit.

Effiziente Risikoberechnungen

Gesundheits-Apps auf dem Vormarsch
Fitness-Apps, Armbänder oder Smart Watches wie die neue Apple Watch sind der neue Milliardenmarkt.

Doch den Trend haben nun auch Versicherungen und Arbeitgeber für sich entdeckt. Schon jetzt teilen Versicherte oder Mitarbeiter persönliche Gesundheitswerte und optimieren ihr Verhalten - gegen eine Belohnung oder einen Rabatt. Das Kalkül der Versicherungen und Arbeitgeber: Ein kranker Versicherter oder Mitarbeiter ist teurer als ein Gesunder. Durch den Einsatz von Gesundheitsapps oder Fitness-Trackern erhalten Versicherungen und Arbeitgeber umfassende Informationen über den Gesundheitszustand ihrer Versicherten oder ihrer Mitarbeiter und können damit Risiken identifizieren: Arbeitgeber wollen kostenintensive Krankentage der Mitarbeiter reduzieren. Versicherungen arbeiten an möglichst effizienten Risikoberechnungen.

Ein optimiertes Leben - es kann besser und gesünder sein. Doch wenn über Gesundheitsapps und Fitness-Tracker das Verhalten der Menschen kontrolliert und gesteuert wird, profitieren vor allem nicht die Benutzer, sondern andere: Versicherungen und Arbeitgeber.

Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 21.04.2015 | 21:15 Uhr