Nordseereport Spezial

Seemannsgarn

Sonntag, 29. Dezember 2019, 18:00 bis 18:45 Uhr

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Die Inselstadt Urk im Ijsselmeer ist voller Sagen - alles nur Seemannsgarn?

Seemannsgarn spinnen - das war ursprünglich die mühselige Arbeit auf Segelschiffen, das Drahttauwerk mit einem teergetränkten Garn zu umwickeln, um es zu schützen. Meist geschah das bei Schönwetter an Deck. Um diese eintönige Handarbeit angenehmer zu gestalten, erzählten die Seemänner von ihren Abenteuern. Sagen wurden mit echten Erlebnissen verwoben, Ängste mit Fantasien. Naturphänomene wurden zu Legenden. Es wurde ausgeschmückt, übertrieben, erfunden. Denn das Erzählen stand im Mittelpunkt, nicht mehr die Arbeit.

Geschichten geben Einblick in Alltag der Seeleute

Seemannsgarn war über Jahrhunderte ein Teil der Seefahrergeschichte - und gibt noch heute Einblicke in den Alltag der Seeleute. Moderatorin Laura Lange und die Reporter begeben sich auf die Suche nach diesen Geschichten und entdecken auf den Inseln Föhr, Fanø, Borkum und Juist sagenhafte und reale Spuren der Vergangenheit. In Bremen schaut der Nordseereport beim "echten" Seemannsgarn zu, nämlich beim Taue- und Seilemachen für die Seefahrt und auch für ganz unerwartete Zwecke. Die ehemalige Insel Urk im Ijsselmeer ist ein Ort voller Sagen - und voller Kinder. Hier kommen im Schnitt so viele zur Welt wie nirgendwo sonst in den Niederlanden. Ob es einen Zusammenhang gibt? Oder alles nur Seemannsgarn?

Walfang: Von Borkum ins Nordmeer

Nordseereport -

Im 17. und 18. Jahrhundert machten sich auch Borkumer auf die gefährliche Reise in die Arktis, um Wale zu jagen. Noch heute gibt es Spuren dieser Epoche auf der Insel.

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Walfang: Ruhmreich, aber riskant

Ein wenig bekanntes Kapitel Borkums ist die Zeit des Walfangs. Mehr als 100 Walfang-Kommandeure brachte die Insel Borkum 18. im Jahrhundert hervor. Der erfolgreichste von ihnen war Roelof Gerrits Meyer. Bei 47 Ausfahrten in den Jahren von 1736 bis 1786 erlegte er mit seiner Mannschaft 311 Wale. Er ist auf Borkum begraben, und seine Nachfahren leben immer noch auf der Insel. Der Walfang war ein gefährliches Unterfangen - viele Männer kehrten nicht lebend zurück. Das geht aus den Kirchenbüchern aus dieser Zeit hervor. Die meisten starben durch die Strapazen an Bord, durch Krankheiten oder Schiffsunglücke. Nur sehr selten war tatsächlich eine Konfrontation mit einem Wal schuld.

Tod im Eismeer oder Reichtum

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Die Inselführer Nils Nörtemann (l.) und Berend Baalmann führen Gäste durch Borkums Walfang-Geschichte.

Auch kam es immer wieder vor, dass die Walfangschiffe vom Packeis eingeschlossen und zerdrückt wurden. Wer im Eismeer starb, wurde in einen Eichensarg gelegt, in die Heimat gebracht und auf dem Inselfriedhof bestattet. Nur vereinzelt begrub man die Toten auf Spitzbergen. Doch nicht nur die Grabsteine auf den Inselfriedhöfen erzählen vom Walfang. Wen der Walfang reich gemacht hatte, der unterstützte mitunter auch bedürftigere Insulaner - oder baute sich gar einen Gartenzaun aus Kieferknochen der erlegten Wale, wie der legendäre Kommandeur Gerrits Meyer. Von diesen und anderen Geschichten aus den Zeiten des Walfangs wissen die Borkumer Inselführer Nils Nörtemann und Berend Baalmann ihren Gästen zu berichten.

Weitere Informationen

Als die Norddeutschen auf Walfang gingen

Jahrhundertelang jagten norddeutsche Seefahrer Wale im arktischen Eismeer. Sie erhofften sich Reichtum, aber viele kehrten von dem Abenteuer nicht zurück. mehr

Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktion
Angela Sonntag
Moderation
Laura Lange
Produktionsleiter/in
Thomas Schmidt