Kulturjournal

Montag, 17. Februar 2020, 23:15 bis 23:45 Uhr
Freitag, 21. Februar 2020, 02:00 bis 02:30 Uhr

Wie Frauen die bundesdeutsche Politik eroberten: Das Buch "In der Männerrepublik"

Lange war Deutschland eine Männerrepublik. Frauen, die in der Politik mitentscheiden wollten, waren nicht nur unerwünscht, sie wurden regelrecht gedemütigt und bekämpft. Erst 1961 berief Konrad Adenauer mit Elisabeth Schwarzhaupt die erste Ministerin in sein Kabinett. Und auch dazu mussten ihn die CDU-Frauen mit einem Sitzstreik zwingen. Selbst 1983, beim Einzug der Grünen in den Bundestag, waren nur zehn Prozent der Abgeordneten weiblich. Torsten Körner erzählt in seinem Buch "In der Männerrepublik. Wie Frauen die Politik eroberten", wie mutige und starke Frauen sich gegen alle Widerstände in der Männerdomäne Bundestag durchsetzen. Es sind sehr persönliche Geschichten. Sie handeln von Erfolg und Niederlage, Triumph und Verzicht, vor allem aber vom Kampf um politische Gleichberechtigung, der bis heute anhält.

Ein Klassiker und doch aktuell? Das Musical "Cabaret" in Hamburg

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Tim Fischer als Conferencier im Musical "Cabaret" im Hansa Variete Theater © Kerstin Schomburg Foto: Kerstin Schomburg

Hamburger Publikum feiert Premiere von "Cabaret"

Das Musical "Cabaret" hat im Hansa Varieté Theater in Hamburg Premiere gefeiert. In der Hauptrolle als diabolischer Conférencier: Tim Fischer. Bis Ende April ist das Stück zu sehen. mehr

Es ist eines der besten Musicals der Welt und eines der politischsten: "Cabaret" erzählt rund um einen Berliner Nachtclub, wie sich Deutschland am Ende der Weimarer Republik verändert: Im Kit Kat Club weht noch der freie Geist der 1920er-Jahre, aber rundherum kommen die Nazis näher. Nationalismus und Antisemitismus greifen um sich, bis hin zur Gewalt gegen Juden. "Cabaret" verbindet gekonnt die Geschichte der Hauptfigur Sally Bowles mit dem gesellschaftlichen Wandel - und wurde dafür zu Recht gefeiert. Die Verfilmung mit Liza Minelli erhielt acht Oscars und Songs wie "Willkommen" oder "Life Is A Cabaret" sind Klassiker geworden. Jetzt, zu Beginn der neuen 20er-Jahre, wird das Musical in Hamburg wieder aufgeführt. Regisseur Ulrich Waller inszeniert das Stück am Hansa-Theater, unter anderem mit Tim Fischer als Conférencier, Anneke Schwabe als Sally Bowles und Angela Winkler als Fräulein Schneider. Wie aktuell sind die Themen des Musicals? Und wie viel haben die 1920er mit uns heute zu tun?

Therapie durch Musik: "Soulwriting" für junge Menschen

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Anke Schaubrenner © Ferdinand Huemer
6 Min

"Soulwriting": Musiktherapie für junge Menschen

Ängste, Süchte, Trauer. Mit der Musiktherapie "Soulwriting" sollen verborgenen Gefühle zutage getragen werden. Anke Schaubrenner hat diese Therapie entwickelt. 6 Min

Sie haben ganz unterschiedliche Gründe mitzumachen. Zum Beispiel Trauer, Suchtprobleme oder Ängste. Beim "Soul Writing" finden sie einen geschützten Raum, hier können sie ihre Gefühle formulieren und daraus Songs machen. Beim "Soulwriting" ist die Musik der Schlüssel an Gefühle heranzukommen, die sonst im Verborgenen bleiben. Die Teilnehmer schreiben eigene Texte, tauschen sich darüber aus und musizieren am Ende gemeinsam. Die Hamburger Musikerin Anke Schaubrenner hat das Konzept ursprünglich für ein Kinderkrankenhaus entwickelt, inzwischen bietet sie regelmäßig Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene an. Musik als Katalysator.

Schwarz statt weiß, Frau statt Mann: Die neue Ausstellung im Kunstverein Hannover

Gibt es so etwas wie eine "Schwarze Kultur", auch wenn sie global und polyphon ist und wenn ja, wie sieht diese Kunst aus? Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Kunstproduktion? Und warum sind diese Fragen überhaupt noch relevant? Im Kunstverein Hannover geben jetzt vier junge Künstlerinnen eine Antwort auf genau diese Fragen. Sie reflektieren in ihren Arbeiten das Geschlecht, die Hautfarbe, die Herkunft und die gesellschaftliche Wahrnehmung der Black Community: "Beyond The Black Atlantic" heißt die Ausstellung und ist ab dem 15. Februar bis zum 26. April in Hannover zu sehen.

Wie macht man Schlaflosigkeit zu Musik? Agnes Obels neues Album

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Agnes Obels © universal music Foto: Alex Brüel Flagstad
5 Min

"Myopia": Agnes Obel veröffentlicht neues Album

Die dänische Sängerin Agnes Obel hat aus ihrer Schlaflosigkeit Musik gemacht. Entstanden ist ein neues Album, das Ende Februar erscheint. Für das Kulturjournal hat sie ein Konzert gegeben. 5 Min

Ihr neues Album hat Agnes Obel in der Nacht aufgenommen, in Isolation. Es ist ein Solo-Projekt. Die dänische Sängerin litt unter Schlaflosigkeit, hat dazu recherchiert und herausgefunden, dass Schlaflosigkeit mit der Angst vor dem Tod zusammenhängen kann. In ihrem neuen Song "Broken Sleep" hat Obel daraus Musik gemacht - zart, zerbrechlich, wunderschön. Für das Kulturjournal gab sie ein intimes Spontan-Konzert in einem Klaviergeschäft in Berlin und improvisierte zu ihrer Schlaflosigkeit und ihren Träumen. Ihr neues Album "Myopia" erscheint am 21. Februar, danach geht sie damit auf Tour (2.3. Hamburg, 16.3. Berlin, 17.3. München).

"Wahr. Schön. Gut." Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Julia Westlake kommentiert den kulturellen Aufreger der Woche. Sie sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.

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Julia Westlake. © NDR

Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile