Kulturjournal

Montag, 16. September 2019, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 20. September 2019, 02:00 bis 02:30 Uhr

Julia Westlake

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Umstrittene Spende: Amazon verschenkt 1 Million Märchenbücher an Kinder

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Amazon verschenkt eine Million Märchenbücher

Zum Weltkindertag gibt sich der Internetgigant Amazon großzügig und verschenkt eine Million Märchenbücher an Kinder. Gute Idee gegen den Bildungsnotstand, könnte man meinen. Aber es gibt Streit. Video (05:44 min)

Wie heißt es so schön: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Oder besser doch? Zum Weltkindertag am 20. September wird die "Stiftung Lesen" eine Million Bücher unter die Leute bringen. Soweit so gut. Nur die Bücher werden von einem gespendet: dem Internetgiganten Amazon, der seit Anfang des Jahres im Stifterrat der "Stiftung Lesen" ist. Amazon sorgt nicht nur für die digitale Distribution, sondern lässt sie auch im hauseigenen Verlag "Tinte und Feder" drucken. Das Ganze ein klassischer Werbecoup? Eine Gabe ohne Hintergedanken? Verwerflich, weil Amazon dahintersteckt? Die Kritik daran ist aus verschiedenen Gründen groß. Wir machen uns auf die Spur dieses Geschenks und sprechen mit der "Stiftung Lesen", dem "Börsenverein des deutschen Buchhandels", der Kinderbuchautorin Isabel Abedi und dem Amazon-Chef Deutschland.

Leerstand seit Jahren: Wie Bürger in Osnabrück das Zentrum zurück erobern wollen

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Neumarkt Osnabrück: Streit ums Zentrum

In Osnabrück sollte es ein riesiges Einkaufszentrum geben. Das Gebäude steht, doch verfällt es jetzt seit Jahren. Engagierte Bürger wollen das nun selbst in die Hand nehmen. Video (05:15 min)

Ein leerstehendes Gebäude am Osnabrücker Neumarkt, mitten in der Innenstadt. Mit theoretisch über 16.500 Quadratmetern Verkaufsfläche. Seit 16 Jahren wird darum gerungen, diese Fläche sinnvoll zu nutzen. 2013 hat ein Investor das Gebäude gekauft, wollte dort eigentlich ein großes Shopping-Center bauen. Eigentlich. Ende 2020 sollte "Oskar", so der Name des Centers, eröffnet werden. Doch nun ist es aus mit "Oskar". Der Investor will nicht mehr. Zumindest "Oskar" nicht mehr. Denn das Gebäude verkaufen will er auch nicht. Dabei hat sich eine Bürgerinitiative namens "Plan B" schon vor einigen Jahren ein Konzept überlegt, das den Neumarkt zu einem lebendigen, kreativen, attraktiven Quartier machen soll. Und nun? Das Kulturjournal hat sich auf dem Neumarkt in Osnabrück umgesehen und mit "Plan B" und der Stadtverwaltung gesprochen.

Auf der Suche nach dem wahren Ich: Die Selbstbildnisse von Paula Modersohn-Becker in Bremen

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Modersohn-Becker: Suche nach dem wahren Ich

Zeit ihres Lebens war Paula Modersohn-Becker auf der Suche nach ihrem wahren Ich. Insgesamt 60 Mal porträtierte sie sich. Diese Werke sind nun erstmals in einer eigenen Ausstellung zu sehen. Video (03:00 min)

Ihr Selbstporträt als Schwangere wurde zu einer modernen Ikone: Da blickt eine Frau mit nacktem Oberkörper, sichtbar gewölbtem Bauch, durchaus selbstbewusst dem Betrachter entgegen. Gemalt hat es Paula Modersohn-Becker an ihrem sechsten Hochzeitstag im Mai 1906. Sie war zu dem Zeitpunkt gar nicht schwanger und haderte mit ihrer Ehe. Was hat es also mit diesem Selbstbildnis auf sich? Zeit ihres Lebens war Paula Modersohn-Becker auf der Suche - nach ihrem wahren Ich. Ihre Selbstbildnisse geben Zeugnis davon, wie sie als Malerin und Frau ihren Status in der Kunst, Gesellschaft und Ehe befragt. Insgesamt 60 Mal stand sie sich selbst Modell, sie experimentierte mit Formen und Farben, ihre künstlerische - und auch persönliche - Entwicklung lässt sich anhand der Selbstporträts gut ablesen. Erstmals sind jetzt die Selbstbildnisse in einer eigenen Ausstellung zu sehen.

Paula Modersohn-Becker - Ich bin Ich. Die Selbstbildnisse
15.09.2019 bis 09.02.2020Öffnungszeiten
Museen Böttcherstraßedienstags bis sonntags, 11–18 Uhr
Böttcherstraße 6-10montags geschlossen
28195 Bremen
Tel. +49 (0)421 33882-22

Missbrauch und die Folgen: Berührende Bilder der Fotografin Sina Niemeyer in Hamburg

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Kindesmissbrauch: Treffen mit dem Täter

In ihrer Arbeit "Für mich" zeigt Sina Niemeyer das Thema Missbrauch: Sie hat den Mann, der ihr Leben zerstört hat, getroffen und das Gespräch künstlerisch verarbeitet. mehr

Das Foto eines Mannes mit herausgekratztem Gesicht. Dazu der Satz: "Ich hatte so eine glückliche Kindheit. Bis Du kamst." Die Fotografin Sina Niemeyer ist als Kind sexuell missbraucht worden, von einem Bekannten. In ihrer Arbeit "Für mich" zeigt sie das Thema Missbrauch und die Folgen: Sie hat den Mann, der ihr Leben zerstört hat, getroffen, ihn mit seiner Tat konfrontiert und das Gespräch künstlerisch verarbeitet. In der Begegnung hat sie seine Schwäche gespürt - und ihre Stärke. Jetzt hat sie keine Angst mehr vor ihm. Kunst als Therapie und als Form der Selbstermächtigung. Ihre verstörenden Fotos sind gerade in den Deichtorhallen in Hamburg zu sehen, im Rahmen der Sammelausstellung "Gute Aussichten - Junge deutsche Fotografie".

Auf der Suche nach Freiheit: Beeindruckender Debütroman "Pixeltänzer" von Berit Glanz aus Greifswald

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Berit Glanz: "Pixeltänzer"

In "Pixeltänzer" nimmt Berit Glanz die moderne Start-Up-Szene ins Visier: s geht um Optimierungs-Apps und Tinderdates. Gleichzeitig ist ihr Debüt eine Reise in die 20er-Jahre. Video (04:50 min)

Die 1982 geborene Literaturwissenschaftlerin Berit Glanz aus Greifswald nimmt in ihrem Debütroman "Pixeltänzer" die Start-Up-Szene kritisch in den Blick. Ihre Heldin Beta versucht, aus den Zwängen des Alltags und der Überwachung auszubrechen - und begibt sich auf eine Spurensuche. Per Zufall entdeckt sie die künstlerischen Avantgardisten Anfang des 20. Jahrhunderts, die vergessene Ausdruckstänzerin Lavinia Schulz, deren Masken im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen sind. Sie inspiriert Beta, alles in Frage zu stellen. Eine Entdeckungsreise durchs Internet und in die Zwanzigerjahre. Und die Leserinnen und Leser googeln und klicken automatisch mit. Berit Glanz gelingt es, Gegenwart und Geschichte, Digitales und Analoges, Buch und Internet kunstvoll und witzig miteinander zu verweben.

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Julia Westlake kommentiert den kulturellen Aufreger der Woche. Sie sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Moderation
Julia Westlake