Kulturjournal

Montag, 09. November 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 13. November 2020, 02:05 bis 02:45 Uhr

Abstand durch Corona: Warum Berührungen so wichtig sind

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Zwei Hände umgreifen einen Baumstamm © imago images/ Westend61
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Abstand durch Corona: Warum Berührungen so wichtig sind

Wegen Covid-19 müssen wir Abstand zueinander halten. Was macht diese berührungslose Zeit mit uns? 5 Min

Ein Küsschen auf die Wange zur Begrüßung, eine herzliche Umarmung, selbst einfaches Schütteln der Hände. Das ist in Zeiten von Corona kein Alltag mehr. Im Gegenteil. Abstand ist das Gebot der Stunde. 1,5 Meter Distanz soll zwischen uns Menschen sein. Dabei brauchen wir Berührungen. Es ist ein Bedürfnis, das schon von Geburt an in uns Menschen angelegt ist. Der Tastsinn ist sogar nicht nur der erste Sinn, der sich im Mutterleib entwickelt, sondern vermutlich der letzte, der vor dem Tod eines Menschen verloren geht. Durch jede Berührung wird Oxytocin ausgeschüttet, Nervosität wird gelindert und Stress abgebaut. Was macht diese berührungslose Zeit mit uns? Werden wir nach der Pandemie gleich wieder zum "normalen" Berühren zurückkehren? Wir sprechen mit einer Expertin und einer Frau, die unter dem Mangel an Berührungen leidet. 

Die größte Arktis-Expedition aller Zeiten: Dokumentation über das Forschungsschiff "Polarstern"

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Es ist die größte Arktis-Expedition aller Zeiten: Im September 2019 macht sich der deutsche Eisbrecher "Polarstern" auf den Weg und driftet eingefroren für ein Jahr durch die Eiswüste nahe des Nordpols. An Bord: die besten Wissenschaftler ihrer Generation. Ihre Aufgabe: Daten sammeln – über den Ozean, das Eis und die Atmosphäre. Die Mission: den Klimawandel verstehen. Die Corona-Pandemie stellt die Crew vor zusätzliche Herausforderungen. © NDR/rbb/AWI/Esther Horvath
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Arktis-Expedition: Film über Forschungsschiff "Polarstern"

Eine Dokumentation stellt drei Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff "Polarstern" in den Mittelpunkt. 5 Min

Es ist eine Expedition der Superlative: Von Herbst 2019 an driftet das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" eingefroren durch das Polarmeer. An Bord befinden sich Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 20 Nationen, die von einer internationalen Flotte von Eisbrechern, Helikoptern und Flugzeugen versorgt werden. Gemeinsam untersuchen sie in der Arktis die Auswirkungen des Klimawandels. Denn die Änderungen in der Arktis haben Folgen weit über die Region hinaus. Die Dokumentation "Erlebnis Erde - Expedition Arktis" (Regie: Philipp Grieß) hat das Forschungsschiff und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begleitet. (16. November um 20.15 Uhr im Ersten). Und der Film "Expedition Arktis - Wie Norddeutsche im Eis um unser Klima kämpfen" stellt drei der Teilnehmer in den Mittelpunkt, darunter Expeditionsleiter Markus Rex. (18. November um 21.00 Uhr im NDR Fernsehen).

Tragik eines Raketen-Pioniers: Der Roman "Die Erfindung des Countdowns"

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Der Autor Daniel Mellem sitzt auf einem roten Ledersofa vor einer getäfelten Wand. © Bogenberger Autorenfotos Foto: Bogenberger

NDR Buch des Monats November: "Die Erfindung des Countdowns"

Der Hamburger Daniel Mellem erzählt in seinem gelungenen Roman-Debüt vom Leben des Raketen-Pioniers Hermann Oberth. mehr

Schon als kleiner Junge träumte Herrmann Oberth davon eine Rakete zu bauen, die bis zum Mond fliegen kann. Und später wusste auch, wie das geht - zumindest theoretisch. In der Praxis scheiterte er immer wieder: Seine Professoren in Göttingen erkannten seine Arbeiten nicht an. Für den legendären Film-Regisseur Fritz Lang sollte er eine Rakete bauen, um dessen Film "Frau im Mond" zu bewerben, doch ihm gelang nur das Modell, das im Stummfilm zu sehen ist. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete Oberth im Rüstungszentrum Peenemünde. Immer wieder bietet er den Nazis seine Expertise an, die Rakete jedoch bauen andere. Der Hamburger Schriftsteller Daniel Mellem hat über diesen gescheiterten Pionier den Roman "Die Erfindung des Countdowns" (dtv) geschrieben. Es ist die Geschichte eines Visionärs, der zum Getriebenen wird. Um seinen Traum zu verfolgen, vernachlässigt er Frau und Kinder und driftet auch politisch ab.

Jazz trifft Klassik: Nils Wülker und die NDR Radiophilharmonie

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Der Trompeter Nils Wülker spielt mit geschlossenen Augen bei einem Auftritt. © picture alliance/xim.gs Foto: xim.gs / Philipp Szyza

Jazz trifft Klassik: Nils Wülker und NDR Radiophilharmonie

Die Stücke seiner neuen CD "Go" wurden für Orchester neu arrangiert. Nils Wülker spielt mit der NDR Radiophilharmonie. Video

Nils Wülker ist einer der wichtigsten Jazz-Trompeter in Deutschland und immer offen für neue musikalische Wege. Er hat unter anderem mit dem Rapper Marteria, mit Max Mutzke oder Ute Lemper zusammengearbeitet. Dabei verbindet er ganz unterschiedliche Stile mit seinem eigenen Trompeten-Klang. Auf seiner neuen CD "Go" kombiniert Wülker Jazz mit Elektronik - und für ein Konzert auch noch mit Klassik: Die Stücke der CD wurden für Orchester neu arrangiert. In Hannover hat Wülker sie gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie und Dirigent Patrick Hahn eingespielt. Das Kulturjournal hat die Proben begleitet. Das ganze Konzert ist auf ndr.de/radiophilharmonie zu sehen.

Auf den Spuren von Nazi-Raubkunst: Museumsdetektive in Hamburg

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Dampfer liegt im Hamburger Hafen. Es weht eine Hakenkreuzflagge. © imago/arkivi
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Museumsdetektive in Hamburg: Auf den Spuren jüdischer Kunst

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs gelangte Kunst jüdischer Auswanderer in Hamburger Museen. Wie kamen sie dorthin? 6 Min

Möbel, Musikinstrumente, Gemälde und Hausrat - etwa 3000 Kisten mit dem Besitz jüdischer Auswanderer lagerten nach Beginn des Zweiten Weltkriegs im Hamburger Hafen. Doch ihre rechtmäßigen Eigentümer sollten ihr Hab und Gut nie zurückbekommen. Stattdessen beschlagnahmte die Gestapo die Kisten. Der Inhalt wurde im Auftrag der Oberfinanzdirektion Hamburg versteigert. Ein Großteil der Beute kam in Privathaushalte, aber zahlreiche Kunstschätze wurden auch von Hamburger Museen erworben.  Einige Gemälde zum Beispiel befinden sich heute in der Hamburger Kunsthalle. Oder eine Sammlung der japanischen Teekultur sind heute im MARKK (Museum am Rothenbaum - Kulturen und Künste der Welt) zu finden. Jetzt begibt sich eine Provenienzforscherin aus Bremerhaven auf die Spur der Kisten und versucht ihren Weg nachzuzeichnen: vom Verlassen des Hauses bis zu den heutigen Besitzern des Umzugsgutes.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile