Kulturjournal

Montag, 10. Februar 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 14. Februar 2020, 02:00 bis 02:30 Uhr

Gegen das Schubladendenken: Kübra Gümüşay und ihr Buch "Sprache und Sein"

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Wie Sprache unser Denken prägt

Stereotypen machen unsere Welt und unsere Wahrnehmung klein und eng. In ihrem ersten Buch "Sprache und Sein" beschreibt Kübra Gümüsay, wie Sprache unser Denken formt. mehr

Achtung, Schubladen: Kübra Gümüsay ist gläubige Muslima, Feministin, Mutter, Bloggerin, Aktivistin, Journalistin. Aber vor allem ist sie ein ganz einzigartiger Mensch. Immer wieder hört sie: Kopftuchträgerin. Aber was heißt das schon? Stereotypen, sagt Gümüsay, machen unsere Welt und unsere Wahrnehmung klein und eng. Und das hat Auswirkungen auf uns, auf die Gesellschaft. Schon lange setzt sie sich für Gleichberechtigung ein, für eine andere Art des Miteinander- und Übereinander-Sprechens. In ihrem ersten Buch "Sprache und Sein" zeigt sie, wie Menschen als Individuen unsichtbar werden, wenn sie immer nur als Teil einer Gruppe gesehen werden - und sich nur als solche äußern dürfen. Doch wie können Menschen wirklich als Menschen sprechen? Wie können wir alle - in einer Zeit der immer härteren, hasserfüllten Diskurse -­ anders miteinander kommunizieren?

Ein Virus und die Angst: Panik vor Corona

Corona hat eine Pandemie und eine "Infodemie" ausgelöst, so die WHO. Letzteres bezieht sich auf die Hysterie, auf Falschmeldungen und Rassismus im Zusammenhang mit dem Virus und seinen möglichen Überträgern. Leute wechseln den Platz in der Straßenbahn, wenn sich ein asiatisch aussehender Fahrgast daneben platziert, asiatische Geschäfte und Restaurants, die bis eben noch gut besucht waren, werden gemieden, sind menschenleer. Atemschutzmasken sind längst ausverkauft, Gerüchte über absurde Verbreitungswege des Virus' kursieren und verbreiten Angst und Schrecken. Was passiert da gerade um uns herum? Das fragen wir den Göttinger Psychologen und Gründer der Gesellschaft für Angstforschung, Borwin Bandelow.

Nachhaltige Architektur: Wie in der Baubranche umgedacht wird

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Nachhaltigkeit: Umdenken in der Baubranche

Die meisten Baumaterialien werden bei Abriss zu Sondermüll. Nachhaltige Architektur ist also gefragt. Und es gibt schon gute Ideen: von geschreddertem Beton bis zu Hochhäusern aus Holz. Video (04:42 min)

Nach wie vor wird in Deutschland gebaut - viel. Doch es wird nicht nachhaltig gebaut: Die meisten Baumaterialien werden verklebt, chemisch behandelt oder mit Verbundstoffen versetzt. Beim Abriss werden diese Materialien dann zu Sondermüll. Tatsächlich sind mehr als die Hälfte der Müllberge in Deutschland Baumüll. Dabei entstehen gerade beim Abriss auch neue Baustoffe - Recyclingbeton etwa. Zwar muss Beton erst geschreddert werden, aber dann kann man ihn wiederverwenden. Oder man baut gleich mit recyclebarem Material, wie Holz. In Hamburg entsteht derzeit sogar ein Hochhaus aus Holz, 18 Stockwerke hoch, kein Putz, keine Fassadenplatten, keine Farbe. Das Kulturjournal macht sich auf die Suche nach recyclebaren Materialen für eine nachhaltige Architektur.

Gefeiert, geschmäht, wiederentdeckt: DDR-Kunst am Bau in Neubrandenburg

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DDR-Kunst wiederentdeckt in Neubrandenburg

Direkt nach der Wende waren Kunstwerke wie "Kampf und Sieg der Arbeiterklasse" von Wolfram Schubert nicht mehr gewollt. Nach 30 Jahren wird es in Neubrandenburg nun wieder freigelegt. Video (04:05 min)

Fast dreißig Jahre lang war es mit weißer Tapete überklebt, das monumentale Wandbild von Wolfram Schubert mit dem sinnfälligen Titel "Kampf und Sieg der Arbeiterklasse" im Rathaus von Neubrandenburg. Jetzt wird es wieder freigelegt und restauriert. Während direkt nach der Wende diese Kunst nicht mehr gewollt war, beginnt nun im Umgang mit DDR-Kunst eine neue Etappe. Und das nicht nur in Neubrandenburg, die fast vergessene Kunst am Bau der DDR gilt plötzlich als schick. Das Kulturjournal erklärt, warum - und wie es zu dieser Entwicklung kommt.

Demokratiebus in Mecklenburg-Vorpommern: Wie Schüler*innen Politik lernen

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Demokratiebus: Wie Jugendliche Politik lernen

In Mecklenburg-Vorpommern haben Jugendliche nur eine Stunde Sozialkundeunterricht pro Woche. Das ist zu wenig, und nun fährt ein Bus durchs Land, und zeigt, was Demokratie bedeutet. Video (05:12 min)

Mal gilt die Jugend als unpolitisch, dann erregen sie mit der Fridays-for-Future-Bewegung wieder die Gemüter. Sicher ist: Viele Jugendliche fühlen sich von der Politik nicht verstanden - oder verstehen sie vielleicht die politischen Prozesse nicht? Wie kompliziert Demokratie sein kann, das sollte ja eigentlich die Schule beibringen, aber mit nur einer Stunde Sozialkundeunterricht in der Woche ist das schwierig. In Mecklenburg-Vorpommern soll das Projekt "Demokratie auf Achse" unser politisches System verständlich machen. Das Kulturjournal war dabei, als der sogenannte Demokratiebus die Schüler*innen besuchte und mit ihnen Demokratie hautnah erprobte.

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Julia Westlake kommentiert den kulturellen Aufreger der Woche. Sie sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile