Kulturjournal

Montag, 02. September 2019, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 06. September 2019, 02:20 bis 02:50 Uhr

Moderatorin Julia Westlake im Studio.

3,43 bei 7 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Oscar-Kandidat aus Norddeutschland: Der Spielfilm "Systemsprenger" über ein schwererziehbares Kind

Erst schaffte es die Regisseurin Nora Fingscheidt mit ihrem ersten langen Spielfilm in den Wettbewerb der Berlinale. Das war schon eine kleine Sensation. Jetzt hat die gebürtige Braunschweigerin sogar die Chance auf einen Oscar: "Systemsprenger" wurde als deutscher Kandidat für die Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" ausgewählt. Verdient: Das Kino-Drama erzählt eindrücklich von einem kleinen Mädchen, das sich nicht einfügen kann und möchte. Sie bricht jede Regel, verweigert jede Struktur - trotz aller intensiven Betreuung durch das Jugendamt, Psychologen und Erzieher, die sich fast verzweifelt bemühen, ihr eine Perspektive zu geben. Doch Bernadette, genannt Benni, will eigentlich nur zurück zu ihrer Mutter, die allerdings mit ihr überfordert ist. Ein packender, nachdenklich machender Film, in dem die junge Helena Zengel als Benni schauspielerisch brilliert. "Systemsprenger" kommt am 19. September ins Kino, vorher gibt es bereits eine Kinotour.

Kinotermine mit Filmteam im Norden
09. September | 19 UhrHamburg | Zeise
10. September | 16.30 Uhr + 20.30 UhrHannover | Kino am Raschplatz
10. September | 18 UhrBraunschweig | Universum Filmtheater
16. September | 20.00 UhrHamburg | Abaton
19. September | 17 UhrOsnabrück | Cinema
19. September | 20 UhrBremen | Schauburg
21. September | 15 Uhr + 19 UhrRostock | LiWu (Metropol)
24. September | 18.45 UhrLüneburg | Scala Programmkino
24. September | 20.15 UhrKiel | Studio Filmtheater am Dreiecksplatz

Forstzeichen oder Nazi-Symbol? Streit um die "Wolfsangel"

Video
05:06

"Wolfsangel": Forstzeichen oder Nazi-Symbol?

Ursprünglich war die "Wolfsangel" ein Zeichen für die Wolfsjagd. Dann verwendete die Hitlerjugend das Symbol. In Niedersachsen tragen noch heute einige Kommunen die "Wolfsangel" im Wappen. Video (05:06 min)

Wie sollen wir heute umgehen mit alten Symbolen, die von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke missbraucht wurden? Entfernen, verbieten - oder einfach weiterverwenden, weil sie ursprünglich eine ganz andere Bedeutung hatten? In Niedersachsen stellt sich diese Frage ganz aktuell: Dort tragen einige Kommunen die "Wolfsangel" in ihrem Wappen. Ursprünglich wurden damit Wölfe in den Wäldern gefangen - so wurde es zu einem alten Forstzeichen. Im Zuge des ideologisch aufgeladenen Wolfsmythos im Dritten Reich wurde das Symbol dann in der Hitlerjugend verwendet, auch Wehrmachtsverbände und die SA benutzten es. Verboten ist der Gebrauch der Wolfsangel nicht, doch die Geschichte dieses Zeichens ist belastet. Das Kulturjournal fragt in den betroffenen Kommunen nach. Wie sieht ein verantwortungsvoller Umgang mit der "Wolfsangel" aus - und was heißt das ganz grundsätzlich für unser Geschichtsverständnis?

Sieben Jahre Kämpfen und Hoffen: Eine Autorin schreibt über ihren Kinderwunsch

Video
05:27

Julie von Bismarck: "84 Monate"

Sex nach Terminkalender, Hormonbehandlungen, Embryonentransfer. In "84 Monate" schreibt Julie von Bismarck von ihrem schwierigen Weg, mit ihrem Mann ein Kind zu bekommen. Video (05:27 min)

Immer wieder diese riesige Hoffnung, dass es endlich klappt mit der Schwangerschaft. Und immer wieder der tiefe Fall, wenn der Test dann doch negativ war. Julie von Bismarck und ihr Mann John versuchten alles, um ein Kind zu bekommen - 84 Monate lang: Sex nach Terminkalender, Hormonbehandlungen, künstliche Befruchtung, Embryonentransfer. Immer wieder sagten ihnen Ärzte, dass eine Schwangerschaft möglich sei, immer wieder versuchten sie neue Behandlungen - und bekamen hohe Rechnungen. Für beide eine psychische Belastung - und für Julie von Bismarck eine extrem körperliche Belastung. In dem Buch "84 Monate" schreibt Julie von Bismarck nun ganz offen über ein Thema, das sonst oft mit Scham besetzt ist.

Zwei Brüder, ein Klavier: Die Musiker Lucas und Arthur Jussen

Video
03:17

Die Jussen-Brüder: Harmonie am Klavier

Lucas und Arthur Jussen sehen sich nicht nur ähnlich, auch am Klavier sind sie ein eingespieltes Duo. Schon als Kinder traten sie zusammen auf, heute spielen sie in den großen Konzerthäusern. Video (03:17 min)

Sie waren gerade mal zehn und dreizehn Jahre alt, als sie das erste Mal im berühmten Concertgebouw in Amsterdam spielten. Die Brüder Lucas und Arthur Jussen sehen sich nicht nur sehr ähnlich. Sie klingen auch am Klavier sehr homogen, denn sie sind seit ihrer Kindheit ein wirklich eingespieltes Duo. Lucas kommt 1993 im niederländischen Hilversum zur Welt, beginnt als Erster mit dem Klavierspiel. Schnell ist er Vorbild für den drei Jahre jüngeren Arthur. Inzwischen spielen die beiden Musiker in den großen Häusern der Welt, haben einen Plattenvertrag bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Neben den Klassikern, wie Beethoven, Mozart, Schubert, haben sie ein Gespür für rhythmisch anspruchsvolle Werke von Bartók oder Strawinsky. Bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern treten die Jussen-Brüder gleich dreimal auf: 4. September in Wittenburg, am 5. September in Parchim und am 6. September in Wismar. Außerdem erscheint demnächst ihre neue CD mit Werken von Johann Sebastian Bach.

Ein Haus für Lichtkunst: Das Kunstmuseum Celle

Video
04:36

Kunstmuseum Celle: 24 Stunden Lichtspiele

Das Kunstmuseum Celle ist das erste 24-Stunden-Museum. Tagsüber kann man innen Malerei, Skulpturen und Lichtkunst besichtigen. Nachts gibt es außen Lichtspiele rund um das Haus. Video (04:36 min)

Kunst erleben - Tag und Nacht: Das "Kunstmusem Celle" ist das erste 24-Stunden-Museum. Tagsüber kann man innen Malerei, Skulpturen und Lichtkunst besichtigen. Nachts gibt es außen Lichtspiele rund um das Haus. Der Museumsgründer und Sammler Robert Simon wollte ein Kunsthaus eröffnen, mit dem er alle Bürger erreicht, selbst die, die nur am Gebäude vorbeigehen und trotzdem Kunstwerke sehen. Das Haus liegt dafür ideal - direkt gegenüber dem Residenzschloss mitten im historischen Stadtzentrum von Celle. Im Mittelpunkt stehen Arbeiten mit Licht in allen Formen und Farben: Installationen, Projektionen und Leuchtkästen. Getragen wird das Haus von privater Initiative und ehrenamtlichem Engagement. Das Kulturjournal stellt das Kunstmuseum Celle vor in der Reihe "Da muss man hin - Kunst entdecken!"

Wahr. Schön. Gut. - Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Julia Westlake kommentiert den kulturellen Aufreger der Woche. Sie sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.

Weitere Informationen

Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Moderation
Julia Westlake