Kulturjournal

Montag, 25. Februar 2019, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 01. März 2019, 02:00 bis 02:30 Uhr

Schwänzen fürs Klima: Über Sinn und Unsinn der neuen Schülerbewegung

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Schwänzen fürs Klima

Am vergangenen Freitag haben wieder überall im Norden junge Menschen die Schule geschwänzt, um für den Klimaschutz zu protestieren. Hat diese neue Jugendbewegung eine Zukunft? Video (04:59 min)

"Skolstreijk för klimatet" - damit ging es Ende August 2018 los. Die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg schwänzte an einem Freitag die Schule und stellte sich vor den schwedischen Reichstag, um für das Klima und für die Einhaltung des Pariser Abkommens zu streiken. Seit diesem 20. August bleibt Greta jeden Freitag der Schule fern und geht stattdessen für das Klima auf die Straße. Nur ist sie damit schon seit Längerem nicht mehr allein. Weltweit haben sich Schülerinnen und Schüler unter dem Motto #FridaysForFuture angeschlossen. Bis Anfang Dezember 2018 hatten sich dem Aufruf mehr als 20.000 Schüler in rund 270 Städten überall auf der Welt angeschlossen.

Schwänzen statt Schule. Klimarettung statt Matheunterricht. Frage ist, wie lange noch? Eine der Initiatorinnen in Berlin sagt, dass sie noch an über 800 weiteren Freitagen demonstrieren werde - bis zum geplanten Kohleausstieg der Bundesregierung 2038. Sie fordern einen schnelleren Ausstieg. Auch in Kiel gehen diesen Freitag wieder Schüler auf die Straße, versammeln sich vor dem Landtag. Das Kulturjournal ist dabei, spricht mit den Schülern, aber auch mit der Bildungsministerin von Schleswig-Holstein und dem Kieler Professor Andreas Lutter. Wie bewertet der Wissenschaftler diese neue Jugendbewegung? Hat sie Zukunft?

Was macht Helmut Berger in Niedersachsen? Ein ungewöhnlicher Film über die Schauspielerlegende

Er war ein Weltstar, spielte mit Romy Schneider, Elisabeth Taylor oder Henry Fonda, er verkörperte Hauptrollen in "Die Verdammten", "Ludwig II." oder "Das Bildnis des Dorian Gray". Er galt als "schönster Mann der Welt" und war langjähriger Partner von Kultregisseur Luchino Visconti. Und nun sitzt Helmut Berger auf einer Terrasse in einem niedersächsischen Dorf beim Kaffeekränzchen. Wie es dazu kam? Die Mutter der Filmemacherin Valesca Peters sah im Internet, dass es ihrem Jugendidol nicht sonderlich gut ging: zu viel Alkohol, Skandale, Dschungelcamp. Sie kontaktierte ihn, lernte ihn kennen und holte ihn dann zu sich nach Hause, um ihn für ein Comeback aufzupäppeln. Und die Tochter drehte einen Film über diese sonderbare Begegnung: "Helmut Berger, meine Mutter und ich". Es geht von Salzburg und Paris ins niedersächsische Nordsehl - und schließlich nach Berlin ans Theater. Eine ungewöhnliche Dokumentation über einen alternden Star, der auf sein Leben zurückblickt - und über den Zusammenprall ganz unterschiedlicher Welten. Ab 7. März im Kino.

Von wegen gleichberechtigt! Frauen auf dem Kunstmarkt

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Wie gleichberechtigt ist der Kunstmarkt?

Unter den 500 höchst bezahlten Künstlern finden sich 19 Frauen. Ausstellungshäuser zeigen deutlich mehr Werke von Männern. Brauchen wir eine Frauenquote auf dem Kunstmarkt? Video (04:58 min)

Unter den 500 höchstbezahlten Künstlern des Marktes finden sich ganze 19 Frauen. In der Neuen Nationalgalerie Berlin gab es von 2001 bis 2013 zwölf personenbezogene Schauen. Davon nur eine von einer Frau. Absolut kein Einzelbeispiel. Und auf dem Auktionsmarkt bringen Werke von Frauen auch weniger ein. Das hat eine aktuelle Studie der Luxembourg School of Finance nachgewiesen. Sie hat 1,5 Millionen Auktionsdaten aus 45 Ländern aus den Jahren 1970 bis 2013 ausgewertet. Das Ergebnis: Die Werke von Künstlern wurden im Schnitt für 48.212 Dollar verkauft, die von Künstlerinnen für nur 25.262 Dollar. Nach einer Studie des Deutschen Kulturrats stammen nur 30 Prozent der Werke auf der Art Cologne 2014 von Frauen. Andererseits bilden Frauen einen Anteil von 55 Prozent aller Studierenden der Bildenden Kunst. Was ist also los in Sachen Gleichberechtigung auf dem Kunstmarkt? Wir sprechen mit einer Künstlerin in Mecklenburg-Vorpommern, einer Auktionatorin und dem Intendanten der Deichtorhallen in Hamburg. Unter dem Titel "Frauenquote - muss das sein?" startet am Montag die NDR Debatte über Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen in der Kultur.

Kanzlerin auf der Theaterbühne: "Angela I." in Bremen

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"Angela I." - Die Kanzlerin auf der Bühne

Selten war Theater so aktuell: Die Shakespeare Company in Bremen probt derzeit ein Stück über Angela Merkel im Stil eines Königsdramas. "Angela I." ist sicherlich ein Wagnis. Video (04:47 min)

Selten war Theater so aktuell: Die Shakespeare Company in Bremen probt derzeit ein Stück über Angela Merkel - im Stil eines Königsdramas, gedacht als Tragikomödie (Premiere 28. Februar). Es soll die "Ära Merkel" ausgelotet werden. Wobei es dabei nicht so sehr um die private Angela Merkel und ihre Biografie gehen soll, sondern um grundsätzliche, übergeordnete Fragen wie Macht, Politikverdrossenheit und die Entfremdung zwischen Politikern und ihren Wählern. Ganz sicher ein Wagnis. Das Kulturjournal ist bei den Proben mit dabei und testet die Theatertauglichkeit der Kanzlerin.

Pianistin und Professorin: Anna Vinnitskaya in Hamburg

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Pianistin Anna Vinnitskaya in Hamburg

Anna Vinnitskaya gehört noch nicht zu den bekannten Stars, aber die Musikkritiker sind begeistert. Im Juni spielt sie mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester in der Elbphilharmonie. Video (04:36 min)

"Bewundernswerte Stilsicherheit" (Tagesspiegel), "Virtuosität, die keine Grenzen zu kennen scheint" (Neue Zürcher Zeitung), "eine fantastische Solistin" (Neue Osnabrücker Zeitung). Die Wahl-Hamburgerin Anna Vinnitskaya gehört vielleicht noch nicht zu den ganz bekannten Klassik-Stars, aber die Musikkritiker sind begeistert von ihr. Von Bach über Rachmaninov bis Gubaidulina hat sie ein breites Repertoire, sie wurde mit zahlreichen Preisen wie der Gramophone Editor's Choice oder dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Gebürtig aus dem russischen Novorossijsk, lebt Vinnitskaya seit 2002 in Hamburg: Zunächst war sie Meisterschülerin bei Evgeni Koroliov, inzwischen ist sie selbst Professorin an der Hochschule für Musik und Theater.

Aktuell gastiert sie bei der Norddeutschen Philharmonie Rostock (24. bis 26. Februar). Am 14. und 17. Juni spielt sie mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester bei den diesjährigen Konzerten für Hamburg in der Elbphilharmonie. Wer sie nicht live erleben kann: Anfang April erscheint ihre neue CD mit Werken von Johann Sebastian Bach. Für das Kulturjournal spielt Anna Vinnitskaya exklusiv und lässt sich außerdem beim Unterrichten an der Hochschule in Hamburg begleiten.

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NDR Elbphilharmonie Orchester

Eröffnung Festspiele MV 2019

15.06.2019 18:00 Uhr
NDR Elbphilharmonie Orchester

Durchweg russisch erklang das Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2019. Mit Starpianistin Anna Vinnitskaya besuchte das NDR Elbphilharmonie Orchester Wismar. mehr

Wahr Schön Gut - Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat uns besonders aufgeregt? Was hat uns amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil. Viel Spaß!

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Wahr. Schön. Gut. - Kurzkultur mit Meinung!

Julia Westlake kritisiert das aktuelle Kulturgeschehen: Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft - jeden Montag neu. mehr

Redaktionsleiter/in
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Produktionsleiter/in
Katja Theile
Moderation
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