Kulturjournal

Montag, 12. März 2018, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 16. März 2018, 02:00 bis 02:30 Uhr

Warum sind Männer teurer als Frauen? Das Kulturjournal fragt nach zum "Equal Pay Day"

Schreiende Ungerechtigkeit - oder selbst schuld? Wie ist es möglich, dass Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger Lohn pro gearbeiteter Stunde erhalten als Männer? Und selbst wenn man die gleichen Berufe und Positionen innehat, verdienen Frauen immer noch sechs Prozent weniger. Schon seltsam. Am 18. März ist der "Equal Pay Day", der Tag, bis zu dem Frauen quasi umsonst gearbeitet haben. Und beim Geld hört ja bekanntlich der Spaß auf. Anlass für das Kulturjournal, den Praxistest zu machen. Wie würden unsere Versuchsprobanden Männer und Frauen bezahlen? Finden sie auch, dass sogenannte Frauenberufe weniger wertvoll sind? Eine Probe auf Exempel mit unserem Reporter Dirk Böge.

Klein, kompakt, gut! - Wie eine Kielerin das Wohnungsproblem lösen will

Weitere Informationen

"Tiny House": Wohnen auf wenigen Quadratmetern

Schlafen, kochen und essen auf wenigen Quadratmetern - ist ein "Tiny House" die Lösung der Wohnungsnot? Architekturstudentin Julia Wehdeking hat ein Minihaus entworfen. mehr

Klein, kleiner, tiny. Das ist das Konzept der sogenannten Tiny Houses: Auf zwölf Quadratmetern gibt es alles, was es zum Leben braucht - schlafen, kochen, essen. In Zeiten von rasant steigenden Mietpreisen und knappem Wohnraum erscheinen die kleinen Häuser, manchmal auch noch auf Rädern, die Lösung für das Wohnungsproblem zu sein. Auch in den Ballungsräumen in Norddeutschland und zumindest für Singles, Studenten und Menschen, die weg vom Überfluss wollen, findet eine junge Kieler Architekturstudentin. Sie gewann für ihren Entwurf eines Minihauses gleich einen Preis - und propagiert die Idee. Das Kulturjournal ist beim Bau ihres Tiny House mit dabei - und fragt an der Hafen City Universität nach, wie nachhaltig der neue, hippe Wohnungstrend für die Stadtentwicklung eigentlich ist.

Ein bisschen Frieden! - Ein Film über eine Protestbewegung, die die Republik veränderte

Wladimir Putin stellt neue Atomwaffen vor, Donald Trump will "Mini-Nukes" bauen, und Kim Jong Un lässt verbotene Raketentests ausführen. Die Gefahr von atomaren Kriegen ist wieder ein weltweites Thema, Jahrzehnte nach Ende des Kalten Krieges. Wie stark die Gefahr des Atomkriegs in den Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts tatsächlich war und wie sich die Friedensbewegung in der Bundesrepublik formierte, erzählt nun eine sehenswerte ARD/NDR Dokumentation: "Als Atombomben Deutschland veränderten". Kirchliche Gruppen und Tausende lokale Initiativen mobilisierten mit Stricknadeln, Sitzblockaden und Demonstrationen gegen die atomare Aufrüstung. Sogar die Popkultur wurde beeinflusst: Bands wie Genesis, Alphaville oder Boney M thematisierten die Angst vor dem nuklearen Desaster in ihren Songs. Auch in der DDR bildete sich eine Friedensbewegung, strengstens beäugt von der Stasi. Der Film von Andreas Orth erinnert an diese Jahre, als man in Deutschland auf beiden Seiten der Mauer den Atomkrieg fürchtete: Am Montag, den 19. März um 23.30 Uhr im Ersten.

Politthriller an der Förde - Das NDR Buch des Monats "Parker"

Weitere Informationen

NDR Buch des Monats: "Parker"

Matthias Göritz entwirft in seinem Roman "Parker" ein faszinierendes Zirkeltraining der Macht. Er beschreibt, wie sich Politiker immer wieder in Eitelkeiten verstolpern - und scheitern. mehr

Er ist ein brillanter Redenschreiber und Rhetorik-Trainer. Nun will er in der Landespolitik in Schleswig-Holstein mitmischen und einem aufstrebendem Politiker zum Aufstieg verhelfen. Parker, Hauptfigur im gleichnamigen Roman von Matthias Göritz, braucht beruflich und privat einen Neuanfang - und den sucht er in Kiel: der Landeshauptstadt, die mit Barschel-Affäre, "Heide-Mörder" oder dem Rücktritt von Christian von Boetticher schon einige Politskandale erleben musste. Und auch für Parker entwickeln sich die Dinge nicht wie erwünscht: Eine Frau und seine unbewältigte schwere Kindheit, die wie eine Last an ihm hängen, bringen ihn zu Fall. Schriftsteller Matthias Göritz hat mit "Parker" (C.H. Becker Verlag) einen Roman geschrieben, der einerseits Politthriller ist, andererseits das Psychogramm eines Mannes, der ständig vor sich selbst flieht: unser NDR Buch des Monats. Mit der Landespolitik im hohen Norden ist der Schriftsteller übrigens seit seiner Kindheit vertraut, denn sein Vater war Regionalpolitiker in Schleswig-Holstein.

Ein Kriegsverbrecher im Emsland - Der Spielfilm "Der Hauptmann"

Er war ein einfacher Gefreiter - und wurde zum sogenannten Henker vom Emsland. Willi Herold war erst 19 Jahre alt, als er kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs am Straßenrand eine Hauptmannsuniform mit Orden fand und anzog. Schnell hatte er ein Gefolge, das in ihm tatsächlich den Hauptmann sah und mit ihm mordend durch Norddeutschland zog. Im Strafgefangenenlager Aschendorfermoor bei Papenburg tötete die "Kampfgruppe Herold" mindestens 172 Menschen. Der Spielfilm "Der Hauptmann" (Kinostart: 15. März) erzählt nun diese ungeheuerliche und wahre Geschichte, die streckenweise wie eine schreckliche Variante des "Hauptmann von Köpenick" erscheint. Das in schwarz-weiß gedrehte Drama von Robert Schwentke erzählt von blindem Gehorsam, vom Chaos der letzten Kriegstage - und davon, wie ein einfacher Mann nur durch eine Uniform in eine tödliche Rolle schlüpft. Ein starker Film mit einem sensationellem Hauptdarsteller Max Hubacher.

Links

Gedenkstätte Esterwegen: Aschendorfermoor

Die Gedenkstätte Esterwegen bietet von Februar bis Dezember an jedem 1. Sonntag im Monat um 11 Uhr und 15 Uhr Führungen an. extern

Farben und norddeutsche Landschaften - Der Maler Klaus Fußmann

Mal schroff und abstrakt, mal weich und verspielt, immer voller brillanter Farbe - kein anderer Maler hat das idyllische Bild der Küsten- und Hügellandschaften Schleswig-Holsteins so sehr geprägt wie Klaus Fußmann. Seine Blumenaquarelle leuchten, seine Landschaften funkeln, er ist ein Vorbild und Lehrer vieler moderner Pleinair-Maler - aber wie tickt er, was treibt ihn an, woher nimmt er seine magischen Stimmungen? Die NDR Dokumentation "Es ist Zeit - der Maler Klaus Fußmann" (18. März 2018 um 11.30 Uhr im NDR Fernsehen) porträtiert Klaus Fußmann zu seinem 80. Geburtstag am 24. März. Schloss Gottorf zeigt seine Werke in der Ausstellung "Fußmann. Von Anfang an" in der Reithalle vom 25. März bis 28. Oktober 2018.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile