Kulturjournal

Montag, 24. Januar 2022, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 28. Januar 2022, 01:25 bis 01:55 Uhr

Reiseverbot aufgehoben: Russischer Starregisseur Serebrennikov probt in Hamburg

Es ist eine Sensation: Mehrere Jahre durfte Starregisseur Kirill Serebrennikov sein Heimatland Russland nicht verlassen. Jetzt ist er überraschend in Hamburg angekommen und kann dort am Thalia Theater sein Stück "Der schwarze Mönch" inszenieren (Premiere: 22. Januar). Serebrennikov war im August 2017 verhaftet worden, weil er angeblich Fördergelder unterschlagen habe. Doch dafür gab es keine Beweise, viele gehen davon aus, dass der unangepasste schwule Regisseur allein aus politischen Gründen angeklagt und verurteilt wurde: Haftstrafe auf Bewährung und Hausarrest. Von Russland aus hatte er zuletzt per Video verschiedene Inszenierungen gemacht, unter anderem auch 2019 "Nabucco" für die Hamburgische Staatsoper. Umso überraschender ist nun die Reisegenehmigung, in einer Zeit, in der Russland sonst außenpolitische Härte zeigt. In dem Stück "Der schwarze Mönch", das auf einer Erzählung von Tschechow basiert, ist das große Thema die Freiheit. Das Kulturjournal besucht die Proben und spricht mit Kirill Serebrennikov und mit Thalia-Intendant Joachim Lux.

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Regisseur Kirill Serebrennikow am Hamburger Flughafen © Thalia Theater Foto: Fabian Hammerl

Starregisseur Serebrennikow überraschend zu Proben in Hamburg

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow ist zu Proben von "Der schwarze Mönch" am Hamburger Thalia Theater eingetroffen. mehr

Mehr Qualität im Leben: Die Uni Hildesheim erforscht, was Dinge gut macht

Gut oder schlecht? Billig oder teuer? Alt oder neu? Welche brauchbaren Kriterien haben wir in unserer Konsumkultur noch für die Bedürfnisse des täglichen Lebens? Dirk Hohnsträter forscht an der Universität Hildesheim über ästhetische Ökonomie und weiß: Wir müssen uns wieder mehr Zeit nehmen. Bei der Herstellung von Dingen, bei der Suche nach ihnen, beim alltäglichen Leben.

Ein Plastikstuhl erobert die Welt: Kinofilm über den "Monobloc"

Es ist der hässlichste Stuhl der Welt, sagen die einen. Die anderen halten dagegen, dass es der meistverkaufte Stuhl der Welt ist. Jeder hat schon einmal darauf gesessen, auf diesem weißen Plastikstuhl, der gut abwischbar und wunderbar zu stapeln ist, aber irgendwie immer instabil wirkt, schnell kaputtgeht und auf den hiesigen Balkonen sehr bald unansehnlich grau wird. Zu allem Überfluss ist er aus Plastik und deshalb mit Schuld an der Umweltverschmutzung. Der Regisseur Hauke Wendler reiste für seinen Film "Monobloc" durch die Welt, auf den Spuren dieses Stuhles, und findet ihn eigentlich überall. Bildgewaltig erzählt der Film von einem Stuhl und seiner Nutzung und Wahrnehmung, die weltweit nicht unterschiedlicher sein könnte.

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Ein Monobloc-Stuhl. © NDR Foto: Andreas Sütterlin

Monobloc. Auf der Spur von einer Milliarde Plastikstühlen

Er ist billig, aus Plastik und steht überall rum. Der Monobloc - das meistverkaufte Möbelstück der Welt. mehr

Weiße Plastikstühle bilden den Schriftzug MONOBLOC. © PIER 53 Foto: Patrick Benze

monobloc - Hintergründe zum Podcast

Die einen verachten ihn, für viele anderen ist er ein Muss. Er ist billig, aus Plastik und steht überall rum. Der Monobloc - das meistverkaufte Möbelstück der Welt. Hauptsache: Man sitzt! mehr

Tibetischer Regisseur fordert Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking

Dhondup Wangchen wurde im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 von den chinesischen Behörden verhaftet, weil er den Film "Leaving Fear Behind" gedreht hatte, eine Doku über die Sicht der Tibeter auf die Olympischen Spiele. Er wurde gefoltert und sechs Jahre lang inhaftiert. 2017 gelang ihm die Flucht ins Exil. Angesichts der grausamen Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung protestiert Dhondup Wangchen dagegen, dass das Internationale Olympische Komitee die Winterspiele (vom 04.02. bis 20.02.2022) nicht in ein anderes Land verlegt hat. Er hat in Berlin Politiker und Vertreter von Sportverbänden getroffen, um Unterstützung für seine Kampagne zu gewinnen.

"Der geraubte Wald": Film über Alexander von Bismarcks Kampf gegen die Holz-Mafia

Alexander von Bismarck, Nachfahre des Eisernen Kanzlers, ist Leiter der Environmental Investigation Agency in Washington und seit Jahren der "Holz-Mafia" auf der Spur. Der Dokumentarfilm "Wood: Der geraubte Wald" begleitet Bismarck und sein Team bei Undercover-Ermittlungen von der Taiga in Sibirien über die Primärwälder Rumäniens bis hin zum Urwald in Peru. Rodungen für illegalen Holzhandel passieren auf der ganzen Welt, die Produkte landen dann bei uns im Discounter. Waldraub ist, Schätzungen zufolge, der viertgrößte illegale Handel der Welt. Ein Milliardengeschäft mit katastrophalen Folgen für Menschen und Umwelt. Auf dem Weltklimagipfel in Glasgow verpflichteten sich mehr als 100 Staaten zum Schutz der Wälder. Ähnliche Bekenntnisse gab es in der Vergangenheit immer wieder, die Zerstörung der Wälder schreitet trotzdem voran.

Redaktionsleiter/in
Christine Gerberding
Produktionsleiter/in
Miriam Rumohr
Moderation
Julia Westlake

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