Kulturjournal

Montag, 01. November 2021, 23:00 bis 23:30 Uhr

Modell-Dorf für die Zukunft: Der Dokumentarfilm "Wir alle. Das Dorf" aus dem Wendland

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Herbst 2017: Noch immer steht kein Haus auf dem Acker. Von Anfang an sollen geflüchtete Menschen an der Planung des Dorfs beteiligt werden. © NDR/Koberstein Film
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"Wir alle. Das Dorf": Das Modell-Dorf für die Zukunft

Ein Wohnprojekt für Alte, Junge, Geflüchtete und Behinderte will Lösungen für Probleme finden, sie uns alle betreffen. 5 Min

Mitten im Wendland - einem der strukturschwächsten Gebiete Deutschlands - gründen Menschen ein Dorf. Ein Modelldorf für die Zukunft Europas soll es werden für hundert Alte, hundert Geflüchtete und hundert junge Menschen. Dieses Sozialexperiment ist schon jetzt ein gesellschaftlicher Mikrokosmos. Wie unter einem Brennglas werden intensiv Themen diskutiert und Lösungen für Probleme gesucht, die uns alle betreffen: die Integration geflüchteter Menschen, eine alternde Gesellschaft, soziale Isolation, die Schwierigkeiten von Behinderten, Alten oder alleinerziehenden Menschen und die Perspektivlosigkeit junger Menschen in der Provinz. Es ist ein Mammutprojekt, ein bürokratischer Hindernisparcours und ein idealisiertes Utopia, das getragen und ersponnen wird von ganz besonderen Dorfbewohnern. Der Dokumentarfilm "Wir alle. Das Dorf" von Antonia Traulsen und Claire Roggan läuft am 2. November im NDR Fernsehen. 

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2017 Im Winter: Rita und Käthe auf dem leeren Acker, auf dem das Dorf gebaut werden soll. © NDR/Koberstein Film

Wir alle das Dorf

Mitten im Wendland - einem der strukturschwächsten Gebiete Deutschlands - gründen Menschen ein Dorf. mehr

Innenleben einer Kindheit: Schauspieler Edgar Selge stellt sein erstes Buch vor

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Cover von Edgar Selges "Hast Du uns endlich gefunden" © Rowohlt

Edgar Selges Autobiografie: "Hast du uns endlich gefunden"

Immer wieder hat sich Schauspieler Edgar Selge in den Dienst von Texten gestellt und nun selbst ein Buch veröffentlicht. mehr

Edgar Selge ist einer der populärsten deutschen Schauspieler und bekannt aus Filmen wie "Der Fall Barschel", "Unterwerfung" oder "Ökozid". Jetzt hat er sein erstes Buch geschrieben. "Hast du uns endlich gefunden" ist keine Autobiografie, erzählt aber viel über Edgar Selge selbst - von seiner Kindheit als Sohn eines übergriffigen Gefängnisdirektors, von seiner Flucht in die Welt der Phantasie, von Musik und dem Drang nach Freiheit. Es ist ein sehr persönliches Buch, das über die Familiengeschichte hinaus auch Einblick gibt in die Zerrissenheit der deutschen Gesellschaft Anfang der 60er Jahre. Beschrieben aus der Perspektive eines Jungen, dessen Überlebenskraft stärker ist als die Not des Alltäglichen.

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Der Schauspieler Edgar Selge stellt auf der Frankfurter Buchmesse 2021 seine Autobiografie vor © picture alliance/dpa Foto: picture alliance/dpa | Susannah V. Vergau

Schauspieler Edgar Selge liest aus seiner Autobiografie

Einfühlsam, humorvoll, aber auch melancholisch schreibt der 73-Jährige in "Hast du uns endlich gefunden" über seine Kindheit. mehr

Gregor Sailers Fotos aus der Arktis: "The Polar Silk Road"

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Fotografie aus der Reihe "Polar Silk Road". © Gregor Sailer
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"The Polar Silk Road": Gregor Sailers Fotos aus der Arktis

Der Fotograf hat dokumentiert, welche Folgen die wirtschaftliche Ausnutzung der Anrainerstaaten auf die Region haben. 5 Min

Der österreichische Fotograf Gregor Sailer hat über vier Jahre in der Arktis mit seiner analogen Kamera dokumentiert, welche Folgen die wirtschaftliche Ausnutzung und die territorialen Ansprüche der Anrainerstaaten auf die Region haben, die sich durch den Klimawandel dramatisch verändert. Die Permafrostböden haben bereits zu tauen begonnen. Und im Jahr 2050 könnte die Arktis in den wärmsten Monaten sogar eisfrei sein. Der Temperaturanstieg alarmiert nicht nur Umweltschützer, er weckt auch Begehrlichkeiten. Denn die Eisschmelze eröffnet neue Schifffahrtsrouten und erleichtert den Zugang zu den vermuteten riesigen Rohstofflagern. Die USA, Dänemark, Norwegen, Kanada und Russland melden Ansprüche an. Auch China will Zugriff auf die Bodenschätze. Unter dem Namen "Polar Silk Road" investiert die Volksrepublik Milliarden in polare Handelswege. "Jeder will einen Teil des Kuchens haben", sagt Gregor Sailer. Im Lumen-Museum in den Südtiroler Dolomiten sind seine Bilder bis zum 21. April 2022 zu sehen.

"Ende offen - Das Buch der gescheiterten Kunstwerke" von Thomas von Steinaecker

Weshalb gibt es von Kubricks Filmvorhaben zu Napoleon nur ein Drehbuch? Und wieso wurde Gaudís Raketen-Wolkenkratzer nie gebaut? Die Liste der gescheiterten Kunstwerke der Kulturgeschichte ist lang und spektakulär. Und die Gründe für das Scheitern so unterschiedlich wie die einzelnen Projekte. Thomas von Steinaecker erzählt in seinem Buch die außergewöhnlichen Geschichten hinter dem Scheitern und zeigt, wie einflussreich Ideen sein können, die nur in unserer Phantasie existieren. "Ende offen - Das Buch der gescheiterten Kunstwerke" von Thomas von Steinaecker ist gerade im S. Fischer-Verlag erschienen.

"Landscape and Urban Living": Ausstellung in Kiel

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"Landscape and Urban Living": Ausstellung in Kiel

Die Ausstellung in der Stadtgalerie Kiel zeigt einen ungewöhnlichen Blick auf unterschiedliche Lebensräume. 5 Min

Landschaften prägen Menschen, und wir greifen immer mehr in Landschaften ein. Wir betreiben Raubbau an der Natur, kultivieren Land, und immer mehr Menschen leben in Städten. Doch es zieht uns (nicht erst seit Corona) wieder zurück in die Natur. Diesem Paradox spürt jetzt eine sehenswerte Sammelausstellung mit aktuellen Videoarbeiten in der Stadtgalerie Kiel nach: "Landscape and Urban Living" (bis 28. November). Und so spannt sich der Bogen der Schau von gänzlich unberührter Natur, in die wir Menschen mit unserer Zivilisation einbrechen, über Räume, die für menschliches Leben nicht geschaffen sind, hin zu Stadtlandschaften. Ungewöhnliche Ansichten auf unterschiedliche Lebensräume - das Kulturjournal erkundet sie und spricht mit zwei Künstlern vor Ort.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Miriam Rumohr