Kulturjournal

Montag, 25. Oktober 2021, 22:45 bis 23:15 Uhr

Heimweh, Strafen, Zwangsessen: Dokumentation über die Kinderverschickung

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Kinder und Jugendliche wurden auf Anraten von Haus- und Schulärzten ab den 1950er-Jahren für mehrere Wochen in Kinderheime geschickt. © NDR
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Heimweh und Demütigung: Doku über die Kinderverschickung

NDR-Autor Thilo Eckoldt war einst selbst ein Verschickungskind und begibt sich auf eine persönliche Spurensuche. 6 Min

Die Kinder und Jugendlichen waren entweder zu dünn, zu dick oder sie kränkelten. So wurden auf Anraten von Haus- und Schulärzten ab den 1950er Jahren Millionen von ihnen für mehrere Wochen in Kinderheime geschickt. Doch statt Betreuung, Fürsorge und Erholung erlebten viele von ihnen Misshandlungen und Schikanen. Mittlerweile zeugen gut 2.000 Berichte von den erlebten Erniedrigungen: Essenszwang, Schläge, nächtliches Toilettenverbot, Zurschaustellung von Bettnässern und Briefzensur. Selbst heute, nach Jahrzehnten, leiden viele der sogenannten Verschickungskinder noch unter den Folgen. NDR-Autor Thilo Eckoldt war selbst zweimal im Heim. In seiner Dokumentation begibt er sich auf eine persönliche Spurensuche und er trifft andere ehemalige Verschickungskinder. Das Kulturjournal spricht mit Thilo Eckoldt und stellt seinen Film vor. "Was ist damals passiert? Meine Kinderverschickung" läuft am 27. Oktober um 21.00 Uhr im NDR Fernsehen in der Reihe "Unsere Geschichte".

Von wegen behindert: Inklusion in der Kultur

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Hornist Felix Kieser sitzt auf einem Stuhl und bedient das Horn mit seinem Fuß. Er hat keine Arme. © NDR

Inklusion in der Kultur: Kunst kennt keine Grenzen

In der Kultur sind Menschen mit Behinderungen selten vertreten - dabei kommt es doch auf die Kunst an und nicht auf das Handicap. mehr

Rund 7,9 Millionen schwerbehinderte Menschen leben in Deutschland (Stand: Ende 2019), doch in der Kulturszene sind sie zu selten vertreten. Auch wenn das Bewusstsein für Inklusion insgesamt zugenommen hat, mangelt es noch immer an der beruflichen Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen - und ihre künstlerische Arbeit wird manchmal als zweitrangig angesehen, auch wenn sie erstklassig ist. Dabei kann eine Behinderung jeden treffen: Nur drei Prozent der Fälle in Deutschland sind angeboren oder im ersten Lebensjahr aufgetreten, die allermeisten werden durch Krankheit verursacht. Das Kulturjournal stellt ganz unterschiedliche Menschen aus der Kulturszene vor: Die Malerin Nora arbeitet im Hamburger "Atelier Freistil", einem Ort für professionelle Künstler*innen mit Handicap. Der Comedian und Schauspieler Tan Caglar, geboren in Hildesheim, sitzt im Rollstuhl und macht sein Handicap auf der Bühne zum Thema. Hornist Felix Klieser aus Göttingen gehört zu den besten und erfolgreichsten Hornisten weltweit. Er wurde ohne Arme geboren und bedient die Ventile seines Instruments mit den Füßen. Rieke Jaglitz und Michael Schumacher spielen im Ensemble "Meine Damen und Herren", einer Gruppe von professionellen Schauspieler*innen mit so genannter geistiger Behinderung. Sie zeigen: In Kunst und Kultur muss ein Handicap keine Rolle spielen.

Von Pest bis Corona: Seuchen-Ausstellung in Hildesheim

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In einem Schaukasten sind alte Medikamenten-Döschen ausgestellt.
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Von Pest bis Corona: Seuchen-Ausstellung in Hildesheim

In der Ausstellung können nicht nur fast 850 Exponate angesehen, sondern in Teilen auch erlebt werden. 5 Min

"Seuchen - Fluch der Vergangenheit, Bedrohung der Zukunft" ist die weltweit größte Sonderausstellung zu einem Thema, dass uns die letzten Monate massiv beschäftigt hat. Die Ausstellung im Römer- und Pelizaeusmuseum in Hildesheim nimmt die Besucher mit auf eine Reise vom alten Ägypten bis in unsere Gegenwart. Pest, Tuberkulose, Aids und jetzt Corona - derartige und andere Infektionskrankheiten haben mehr Menschenleben gekostet als Kriege und Naturkatastrophen. In der Ausstellung können nicht nur fast 850 Exponate angesehen, sondern in Teilen auch erlebt werden: So lässt sich im nachgebauten ersten Anatomischen Theater von Padua virtuell eine Leiche sezieren, es wurde ein Labor aus dem Jahr 1900 nachgebaut und ein begehbares HI-Virus, das in der Realität die Krankheit Aids auslöst, wird gezeigt. Das Kulturjournal hat die Ausstellung besucht und sich auf die Spuren der Seuchen begeben.

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Eine Mitarbeiterin verrückt eine Figur eines Pestdoktors mit einer Schnabelmaske im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim in der Sonderausstellung "Seuchen. Fluch der Vergangenheit - Bedrohung der Zukunft". © picture alliance Foto: Julian Stratenschulte

Von Pest bis Corona: Seuchen-Ausstellung in Hildesheim

Im Roemer- und Pelizaeus-Museum dreht sich alles um die Geschichte von Pandemien. Es gibt sogar ein begehbares Virus. mehr

Redaktionsleiter/in
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