Kulturjournal

Montag, 29. März 2021, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 02. April 2021, 02:05 bis 02:45 Uhr

Howard Carpendale: Wie ein Schlagersänger plötzlich den Ernst des Lebens entdeckt

Zu Beginn versuchte sich der Südafrikaner Howard Carpendale als Elvis-Imitator. Oder auch als Beat-Sänger. Dann kam "Das schöne Mädchen von Seite 1" und brachte ihm den ersten Platz beim Deutschen Schlager-Wettbewerb 1970. Über Jahrzehnte war er Liebling der Medien und der älteren Damen. 2003 trat er bei seinem letzten Konzert auf, um dann aber 2007 den Rücktritt vom Rücktritt zu erklären und seitdem wieder aufzutreten. Jetzt denkt er auch über Apartheid, den Kapitalismus und das eigene Ende nach.

Geheimer Strippenzieher oder Messias? Wer ist Bill Gates?

"Gib Gates keine Chance" - So heißt es auf Plakaten, die auf Demonstrationen von Querdenkern oft zu sehen sind. Gemeint ist Bill Gates, dem sie teilweise unterstellen, für die Pandemie verantwortlich zu sein. Entweder um persönlich an Impfungen zu verdienen, um den Menschen mithilfe der Impfungen Chips einzupflanzen, um sie gefügig zu machen oder einfach die Weltbevölkerung zu reduzieren. Geheimer Strippenzieher oder Messias? Dazwischen scheint es derzeit kaum eine Bewertung von Bill Gates zu geben, der 1975 das Unternehmen Microsoft gründete, mit einem geschätzten Vermögen von 110 Milliarden US-Dollar als einer der reichsten Menschen der Welt gilt und 2008 seine eigene Foundation ins Leben gerufen hat. Nun hat er ein Buch geschrieben: "Wie wir die Klimakatastrophe verhindern".

Spazieren ist das neue Ausgehen: Wie wir im Lockdown das Gehen neu entdecken

Rausgehen ist das neue Ausgehen. Durch die Pandemie erlebt der Spaziergang gerade eine Renaissance. Man kann ja auch sonst nicht viel anderes tun. Goethes "Osterspaziergang" ist das Gedicht zur Stunde: "Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein". Wie ist der Spaziergang überhaupt entstanden? Wie hat sich die Bedeutung des Flanierens verändert durch die Zeiten? Das Kulturjournal blickt mit einer kurzen Geschichte des Spaziergangs auf berühmte Beispiele in Literatur und Kunst zurück.

Gemeinde ohne Pastor: Stellenabbau bei der Nordkirche

Es ist eine drastische Kürzung: Bis 2030 soll in der Nordkirche jede dritte Pastorenstelle wegfallen. Denn es fehlt Geld, und es fehlt Nachwuchs. Dabei sind die Aufgaben der Pastoren in den ländlichen Gemeinden vielfältig: Gottesdienste und Seelsorge, Zeremonien wie Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen. Dazu kommt Senioren- und Jugendarbeit. Die Pastoren begleiten das Leben der Kirchenmitglieder. Eine der ersten Gemeinden, die von den Sparmaßnahmen betroffen sind, ist die Kirchengemeinde Nordhackstedt im Norden Schleswig-Holsteins mit 2710 Mitgliedern aus fünf Dörfern. Im September geht der Pastor in Ruhestand, danach soll die Stelle nicht wieder besetzt werden, stattdessen soll im Kirchenkreis mit anderen Gemeinden kooperiert werden. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben in einem offenen Brief gegen diese Entscheidung protestiert, sie wollen die Pastorenstelle in Nordhackstedt erhalten. Das Kulturjournal spricht mit einem der Bürgermeister, dem derzeitigen Pastor und der zuständigen Pröpstin in Flensburg über die Kürzung und die Folgen.

Auf der Suche nach dem richtigen Leben: Das NDR Buch des Monats "Kleine Freiheit"

Unterschiedliche Lebensmodelle und unterschiedliche Überzeugungen - im Roman "Kleine Freiheit" prallen sie aufeinander: Hauptfigur Saskia ist mit ihrer Familie aufs Land gezogen und führt ein recht bürgerliches Leben. Statt ihre Karriere als Richterin zu verfolgen, kümmert sie sich um die Familie und kämpft in einer Bürgerinitiative gegen Windkrafträder. Ihr Vater ist ein Alt-68er, der als junger Mann gegen das Establishment und das klassische Familienmodell gekämpft hat - auf Kosten seiner Tochter. Er ist immer noch ein Anti-Kapitalist, obwohl er Karriere und Geld gemacht hat. An ihren Vater arbeitet sich Saskia ab. Und ist vielleicht genau deswegen fasziniert von einem ihrer Mitstreiter im Kampf gegen die Windräder, einem Adeligen vom rechten Rand der Gesellschaft. Die in Lübeck lebende Schriftstellerin Nicola Kabel erzählt kunstvoll von Menschen mit ganz unterschiedlichen Überzeugungen. Ihr Buch reicht vom Ende des Zweiten Weltkriegs in die Gegenwart, ist Familiengeschichte und Gesellschaftsroman zugleich. Es geht um Ideale und Selbstbetrug und um die Frage nach dem richtigen Leben. "Kleine Freiheit" ist unser NDR Buch des Monats.

Weitere Informationen
Aufgeschlagene Bücher  Foto: Vladimir Melnikov

Buchtipps vom NDR

Neuerscheinungen, Buchempfehlungen, Kritiken - hier können Sie die Buchtipps aus dem NDR Programm - nach Datum sortiert - nachlesen. mehr

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