Kulturjournal

Der Weltfrauentag

Montag, 08. März 2021, 22:45 bis 23:15 Uhr

Kampf für Geschlechtergerechtigkeit: Das neue Buch von Jutta Allmendinger

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Jutta Allmendinger © Jan Vetter Foto: Jan Vetter

"Wie wir endlich Geschlechtergerechtigkeit erreichen"

Frauen sind unter Corona wieder die Benachteiligten, so Jutta Allmendinger in ihrem Buch. Vorgestellt bei den neuen Sachbüchern. mehr

Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern ist das große Thema von Jutta Allmendinger. Sie ist die national und international hoch angesehene Präsidentin des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung in Berlin. Seit über drei Jahrzehnten untersucht sie, wie Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen erreicht werden kann. Ihr aktuelles Buch "Es geht nur gemeinsam - Wie wir endlich Geschlechtergerechtigkeit erreichen" ist vielleicht so etwas wie ein Fazit ihrer Arbeit. Sie kommt zu dem ernüchternden Schluss, dass wir uns rückwärts in die Zukunft bewegen. Durch Corona hat sich gezeigt, dass die Frauen noch immer benachteiligt sind. Denn sie arbeiten und versorgen zusätzlich die Kinder. Sie werden immer noch schlechter bezahlt und Teilzeit und Elternzeit sind weitgehend Frauensache. Führungspositionen und hohe Gehälter dagegen Männersache. Das Kulturjournal stellt die Wissenschaftlerin und ihr Buch vor.

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Mehrere Frauen unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit in einer bunten Grafik. © PantherMedia Foto: angelinabambina

Internationaler Frauentag: Wie steht es um die Gleichberechtigung?

Seit mehr als 100 Jahren demonstrieren Frauen am 8. März für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. mehr

Frauen stören: Katholische Kirche und Gleichberechtigung

Alles andere als Gleichberechtigung: Über die Hälfte der Katholik*innen sind Frauen, aber Entscheidungen werden nur von Männern getroffen. Frauen sind noch immer von den wichtigsten Bereichen der Katholischen Kirche ausgeschlossen. Sie dürfen keine Priesterinnen werden, geschweige denn höhere Positionen erreichen. Dagegen wächst der Widerstand, viele Frauen sind wütend auf ihre Kirche. Die Initiative "Maria 2.0" fordert Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, die Aufhebung des Zölibats und außerdem die umfassende Aufklärung von Missbrauchsfällen.  Im Februar haben Vertreterinnen in verschiedenen Städten Plakate mit sieben Thesen an Kirchentürgen aufgehängt. Eine der Mitinitiatorinnen von "Maria 2.0" ist die Künstlerin Lisa Kötter. Sie hat jetzt ein Buch zu dem Thema veröffentlicht: "Schweigen war gestern". Auch die Theologin Katharina Ganz engagiert sich in der Diskussion um die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche. Sie ist Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen und veröffentlicht das Buch "Frauen stören. Und ohne sie hat Kirche keine Zukunft". Das Kulturjournal mit beiden Autorinnen über den Kampf der Frauen für Gleichberechtigung in der Katholischen Kirche.

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Fünf Frauen stehen vor einem Kircheneingang und halten ein Banner mit der Aufschrift "Gleiche Würde - gleiche Rechte". © NDR Foto: Anina Pommerenke

Frauen von "Maria 2.0" fordern Kirchenreform - auch im Norden

Die Initiative "Maria 2.0" hat auch im Norden ihre Forderungen nach Reformen in der katholischen Kirche an Kirchentüren gehängt. mehr

Weibliche Wut: Ein unerwünschtes Gefühl

Cover des Buchs "Speak out! Die Kraft weiblicher Wut" von Soraya Chemaly © Suhrkamp Verlag
Wenn Frauen wütend sind, gelten sie als hysterisch. Soraya Chemaly hat darüber ein ganzes Buch geschrieben: "Speak out! Die Kraft weiblicher Wut".

Wut und Weiblichkeit passen nicht zusammen, sind gesellschaftlich nicht erwünscht. Wenn Frauen wütend sind, gelten sie als hysterisch, als überemotional. Schon kleine Mädchen lernen: Sie sollen artig sein, Jungs dagegen durchsetzungsfähig. Hilflosigkeit, Verletzlichkeit - das schickt sich für Mädchen und Frauen immer noch mehr als Wut und Zorn. Dabei haben Frauen in unserer Gesellschaft allen Grund, wütend zu sein: schlechtere Bezahlung, sexistische Sprüche, mehr Pflegearbeit etc. Die Amerikanerin Soraya Chemaly hat darüber ein ganzes Buch geschrieben: "Speak out! Die Kraft weiblicher Wut". Das Kulturjournal spricht mir der Autorin und Aktivistin, außerdem mit der Hamburger Rapperin Mariybu, die ihre Wut in ihrer Musik raus lässt, und mit der Unternehmerin Henrike von Platen, die über Wut im Job erzählt. 

Eine Frau ganz oben: Biografie über Vizepräsidentin Kamala Harris

Sie verkörpert die Hoffnung von Millionen, insbesondere auch von den Frauen, die zutiefst frustriert waren aufgrund der Präsidentschaft von Donald Trump. Mit Kamala Harris, so hoffen sie, soll alles besser werden. Die Politikerin ist die erste Frau im Amt einer Vizepräsidentin in den USA. Selbstbewusst, stark, intelligent - so beschreibt ihr Biograf Dan Morain sie. Wie hat Kamala Harris ihren erstaunlichen Aufstieg geschafft? Als Tochter einer Inderin und eines Jamaikaners war ihr Weg auch gezeichnet von Niederlagen, Ablehnung und erbitterten Gegnern. Der Journalist Dan Morain, der viele Jahre Redakteur bei der Los Angeles Times war, hat jetzt eine Biografie über diese ungewöhnliche Frau veröffentlicht: "Kamala Harris".

Die designierte US-Vizepräsidentin Kamala Harris in weißem Sakko und weißer Bluse bei einer Pressekonferenz am © Andrew Harnik/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Andrew Harnik

AUDIO: Das inszenierte Weiß: Kamala Harris und ihr politisches Statement (4 Min)

Schmerz, Kraft, Witz: Bernardine Evaristo kämpft mit Literatur für Schwarze Frauen

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Bernardine Evaristo: "Mädchen, Frau etc." © Klett-Cotta

Bernardine Evaristo: "Mädchen, Frau etc."

Bernardine Evaristos Lektionen in Gender-Forschung funktionieren ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit Witz und Ironie. mehr

Sie ist ganz oben im Literaturolymp angekommen. Bernardine Evaristo ist die erste Schwarze, die den Booker Prize gewonnen hat. 1959 wird sie in London geboren, ihr Vater ist Nigerianer, ihre Mutter weiße Engländerin. Ihr neuer Roman holt die ins Licht, die zu lange im Schatten standen: Schwarze Menschen, und schwarze Frauen im besonderen. Evaristo gibt ihnen eine Stimme. Ihr Buch "Mädchen, Frau, etc." erzählt von zwölf Frauen, zwischen 19 bis 93 Jahren, von der Künstlerin, der Lehrerin, der Putzfrau, der Bankerin. Ein großartiges Gesellschafts-Kaleidoskop. Bernardine Evaristos Waffe im Kampf gegen Rassismus und Ausgrenzung: Hartnäckigkeit und Texte voller Witz, Scharfsinn und Menschlichkeit.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile