Kulturjournal

Montag, 10. August 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 14. August 2020, 02:05 bis 02:45 Uhr

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Das Kulturjournal berichtet über Neues aus der norddeutschen und internationalen Kulturszene.

Streit um ein Norddeutsches Idyll - Wie umgehen mit dem Sönke-Nissen-Koog?

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Sönke Nissen: Von Nordfriesland nach Namibia

Sönke Nissen war Nordfriese und ist Namensgeber eines Koogs. Sein Geld machte er in Afrika beim Bau einer Eisenbahnlinie, für den er den Tod zahlreicher Zwangsarbeiter in Kauf nahm. mehr

Sönke Nissen: Bislang galt er der nordfriesische Ingenieur als fortschrittlicher Pioniergeist. Er baute Anfang des letzten Jahrhunderts im staatlichen Auftrag Eisenbahnen im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika, heute Namibia. Mit dem Geld, das er dort verdient hatte, kehrte er zurück und unterstützte in seiner Heimat die Bauern dabei, der Nordsee Land mit Deichbau abzuringen. Er gab so viel, dass ein ganzer Koog nach ihm benannt wurde: der Sönke-Nissen-Koog. Bis heute ein norddeutsches Idyll. Doch jetzt zeigen historische Forschungen, dass Sönke Nissen beim Gleisbau in Afrika Zwangsarbeiter beschäftigt hat und deren Leiden und Sterben für den Erfolg des Eisenbahnbaus in Kauf genommen hat. Er war Kolonialherr. Wie umgehen mit den dunklen Schatten der Vergangenheit? Das Kulturjournal ist auf dem Sönke-Nissen-Koog unterwegs und fragt nach dem richtigen Umgang mit dem kolonialen Erbe.

Brauchen wir einen Denkmalsturz? Hamburg und sein koloniales Erbe

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06:27

Koloniales Erbe: Brauchen wir einen Denkmalsturz?

Über das große Bismarck-Denkmal in Hamburg wird gestritten. Schließlich habe der Politiker - so Kritiker - Deutschland zum Kolonialreich gemacht. Was tun mit den Denkmälern von Kolonialherren? Video (06:27 min)

Was tun mit den Denkmälern von Kolonialherren und Sklavenhändlern? In Hamburg gibt es zahlreiche Zeugnisse des kolonialen Erbes. Darunter Straßen, die nach Männern benannt sind, die in der Kolonialzeit Verbrechen begingen. Initiativen wehren sich schon lange gegen diese zweifelhaften Ehrungen, auch das Kulturjournal hat schon darüber berichtet. Passiert ist bislang wenig. Doch jetzt wird im Zusammenhang mit der "Black Lives Matter" intensiv über diese Frage diskutiert. Und auch über das große Bismarck-Denkmal in Hamburg wird gestritten. Schließlich habe der Politiker - so Kritiker - Deutschland zum Kolonialreich gemacht. Das Kulturjournal begleitet die Aktivistin Millicent Adjei durch Hamburg, und sie erklärt, warum sie einen anderen Umgang mit unserer Geschichte fordert.

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Koloniales Erbe: "Wir wollen Geschichte nicht auslöschen!"

Der Aktivist Mnyaka Sururu Mboro will, dass Deutschland sich seiner kolonialen Vergangenheit stellt. Ein Gespräch über verdrängte Vergangenheit und das Berliner Humboldt-Forum. mehr

"Ich habe geliefert" - Iris Berben zum 70. Geburtstag

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"Ich habe geliefert" - Iris Berben wird 70.

Iris Berben ist eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen Deutschlands. Am 12. August wird sie 70 Jahre alt. Das Kulturjournal spricht mit der Ausnahme-Schauspielerin über ihre Karriere. Video (05:04 min)

Ihren ersten Fernsehauftritt hatte sie im NDR: In einem Beitrag über Hippies von 1967 ist Iris Berben zu sehen, wie sie Blumen verteilt. Danach folgten legendäre Serien wie "Die himmlischen Schwestern", "Sketch-Up", "Rosa Roth" sowie zahlreiche Kino- und Fernsehfilme. Iris Berben ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen in Deutschland und eine öffentliche Figur: Sie engagiert sich politisch, mischt sich ein. Und sie gilt noch immer als eine der attraktivsten Frauen, auch wenn sie manchmal bewusst gegen dieses Image angespielt hat. Am 12. August wird Iris Berben 70 Jahre alt. Im Ersten gibt es aus diesem Anlass den Fernsehfilm "Mein Altweibersommer" (12. August um 20.15 Uhr). Iris Berben spielt eine Frau, die im Leben noch einmal neu anfangen will. Das Kulturjournal spricht mit der Ausnahme-Schauspielerin über ihre Karriere: "Ich habe geliefert", sagt sie.

Ausgeladen - Warum eine Kabarettistin nicht in Hamburg auftreten darf

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Warum Lisa Eckhart nicht in Hamburg auftreten darf

Die Kabarettistin darf wegen angeblich antisemitischer Äußerungen nicht beim Harbour Front Literaturfestival auftreten. Die Veranstalter erhielten Drohungen. Werden Künstler mundtot gemacht? Video (04:22 min)

Sie sollte eigentlich Mitte September an einem Literaturwettbewerb in Hamburg teilnehmen. Eigentlich. Doch jetzt wurde die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart vom Harbour Front Literaturfestival, auf dem sie aus ihrem neusten Buch lesen sollte, wieder ausgeladen. Denn der Veranstalter erhielt Warnungen, dass eine Veranstaltung mit ihr gesprengt werden könne unter Gefährdung der Beteiligten. Die möglichen Gefährder: der schwarze Block der Antifa. Potentielle Gewalt von links. Nur warum? Der Grund ist ein Auftritt von Lisa Eckhart, der fast zwei Jahre her ist. Im September 2018 trat sie in der Sendung "Mitternachtsspitzen" im WDR auf und ging darauf ein, dass einige prominente "MeToo"-Verdächtige Juden seien. Ihre Erkenntnis: "Denen geht’s wirklich nicht um Geld. Denen geht’s um die Weiber, und deshalb brauchen sie das Geld." Es sei "nur gut und recht, wenn wir den Juden jetzt gestatten, ein paar Frauen auszugreifen. Mit Geld ist ja nichts gutzumachen." Einige jüdische Organisationen kritisierten diesen Auftritt, Eckhart wurde Antisemitismus unterstellt. Und nun hat mögliche Gewalt verhindert, dass sie in Hamburg bei der Veranstaltung auftreten wird. Werden so Leute nun mundtot gemacht? Das Kulturjournal spricht mit dem Veranstalter Nikolaus Hansen und einem Vertreter des Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. über die Ausladung. 

Endlich wieder Konzerte - Igor Levit und das NDR Elbphilharmonie Orchester

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Igor Levit und das NDR Elbphilharmonie Orchester

Im Saal der Elbphilharmonie wird wieder gespielt. Das NDR Elbphilharmonie Orchester gibt unter Leitung des Alan Gilbert und mit Pianist Igor Levit ein Konzert - vor leeren Plätzen. Video (05:18 min)

Lange gab es in der Elbphilharmonie keine Konzerte - auch nicht des Residenzorchesters. Covid-19 hat die Pause des Konzertbetriebs erzwungen. Doch zum Ende einer Konzertsaison, die in ihren letzten vier Monaten zum Erliegen gekommen ist, hat sich das NDR Elbphilharmonie Orchester noch einmal mit den gebotenen Abstands- und Hygienemaßnahmen und ohne Publikum zusammengefunden. Unter Leitung des Chefdirigenten Alan Gilbert und mit Starpianist Igor Levit zeigt das Orchester, wie man dem Virus trotzen kann: mit gemeinsamem Musizieren! Das Kulturjournal spricht mit Levit über den Geist der Kunst und Musik - nicht nur in Zeiten von Corona. Im Anschluss an das Kulturjournal erklingt das ganze Konzert ab 23:15 Uhr im NDR Fernsehen.

 

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile