Kulturjournal

Montag, 11. Mai 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 15. Mai 2020, 01:50 bis 02:45 Uhr

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Emanzipation Rolle rückwärts? Wie der Corona-Alltag Frauen benachteiligt

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05:42

Wie der Corona-Alltag Frauen benachteiligt

Keine Betreuung, Doppelbelastung durch Job und Haushalt und ein Anstieg der häuslichen Gewalt. Die Corona-Krise ist auch zu einer Krise für Frauen geworden. Was kann dagegen unternommen werden? Video (05:42 min)

Eigentlich waren wir doch auf dem Weg Richtung Gleichberechtigung. Doch nun wird - so lautet die Kritik - die Corona-Krise zu einer Krise für die Frauen und für die Emanzipation. Karin Nordmeyer, die Vorsitzende der UN Women Deutschland, spricht von einer "Schattenpandemie", die die Frauen gerade weltweit trifft. Denn global gesehen sind 70 Prozent der Arbeitenden im Gesundheitswesen Frauen. Sie haben eine deutlich höhere Arbeitsbelastung als die Männer. Aber auch zu Hause werden sie mehr beansprucht: So sind sie vornehmlich diejenigen, die sich jetzt um Haushalt und die gerade weder in die Kita noch in die Schule gehenden Kinder kümmern müssen. Schon vor Corona leisteten sie weltweit mehr als vier Stunden unbezahlte Sorgearbeit. Desweiteren steigt die Gewalt gegen Frauen. Seit dem Shutdown sind die Fälle häuslicher Gewalt in Frankreich um 30 Prozent gestiegen, in Deutschland sind mehr als 17 Prozent mehr Anrufe beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" eingegangen. Wird Corona zu einer Krise für die Frauen? Und was können wir dagegen tun?  

Corona und Kulturschaffende: Kommt die Soforthilfe wirklich an?

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Kultur und Corona: Kommt die Hilfe wirklich an?

Die Politik hat versprochen, Kulturschaffenden während der Coronapandemie schnell zu helfen. Die ersten Maßnahmen sind angelaufen. Doch kommt die Hilfe auch wirklich an? Video (05:45 min)

Soforthilfe, Grundsicherung, Kurzarbeit, Ausfallhonorare, vielleicht ein Nothilfefond - die Hilfsangebote für Künstlerinnen und Künstler in Zeiten von Corona sind vielfältig. Die Politik hat versprochen, schnell und vor allem unbürokratisch zu helfen. Die ersten Maßnahmen sind schon angelaufen, auf Bundes- und Landesebene. Doch wie verhält es sich tatsächlich mit den ganzen Angeboten? Wie gut passen sie für die vielen unterschiedlichen Arbeitsweisen von Kulturschaffenden? Kommt die Hilfe auch wirklich bei den Betroffenen an? Das Kulturjournal fragt nach: bei einer Schauspielerin, einem Musiker und dem Kulturminister des Landes Niedersachsen.

Wiedereröffnung mit Schwierigkeiten: Museen nach dem Lockdown

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Wiedereröffnung: Museen nach dem Lockdown

In Norddeutschland dürfen die Museen wieder öffnen. Allerdings mit strengen Auflagen. Wie meistern die Museen diese Herausforderung? Und wie verändert sich der Museumsbesuch? Video (04:51 min)

Wochenlang waren die Museen geschlossen, keine Besucher in den Ausstellungen, die Räume und Kunstwerke blieben verwaist. Jetzt ändert sich das endlich, die meisten Häuser in Norddeutschland dürfen wieder öffnen, aber mit strengen Auflagen: Nur eine begrenzte Anzahl an Gästen darf in die Museen, die hygienischen Maßnahmen sind umfangreich - von Spuckschutzwänden bis zu Atemschutzmasken. Wie meistern die Museen diese Herausforderung - und auch die Mehrkosten? Und wie verändert sich der Museumsbesuch? Das Kulturjournal besucht die Kunsthalle Emden, die sich den Themen Reisen und Sehenswürdigkeiten widmet: "Sight Seeing" (bis 14.6.). Außerdem ist das Kulturjournal mit dabei, wenn das Kunsthaus Stade zum ersten Mal wieder die Türen zur Retrospektive der Malerin und Illustratorin Jeanne Mammen öffnet (bis 30.8. verlängert).

Die lustigste Anarchistin: 75 Jahre Pippi Langstrumpf

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Inger Lison: "Pippi hat eine Entlastungsfunktion"

Die Geschichte von Pippi Langstrumpf der Autorin Astrid Lindgren wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. Wie präsent ist die Geschichte heute noch und wie hat sie das Frauenbild geprägt? mehr

Stark, mutig und unangepasst. Pippi Langstrumpf lässt sich von niemandem was sagen, auch von nicht von Obrigkeiten wie Lehrern oder Polizisten. Damit wurde sie zum Vorbild für viele Frauen - schon vor der Frauenbewegung. 1945 ist das Buch "Pippi Langstrumpf" von Astrid Lindgren erschienen, in einer Zeit, in der Mädchen und Frauen noch ganz andere Rollen ausfüllen mussten: still, angepasst, den Eltern oder Ehemännern treu ergeben. Auch deshalb ist Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, wie sie mit ganzem Namen heißt, seit ihrer Veröffentlichung eine der beliebtesten literarischen Figuren der Welt. Und auch heute hätte die anarchische Pippi zu vielen Themen eine klare eigene Haltung. Das Kulturjournal gratuliert zu 75 Jahre Pippi Langstrumpf und spricht unter anderem mit Verlegerin Silke Weitendorf vom Hamburger Oetinger Verlag. Sie war das erste Mädchen in Deutschland, das die Geschichten von Astrid Lindgren lesen durfte, schon bevor sie auf Deutsch veröffentlicht wurden.

Krise wegen Corona: Aus für "Dialog im Dunkeln"?

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Krise wegen Corona: Aus für "Dialog im Dunkeln"?

Die Ausstellung "Dialog im Dunkeln" stand bisher auf eigenen Füßen. Doch wegen Corona hat sich das geändert. Der Initator sieht sein Sozialprojekt von der Politik im Stich gelassen. Video (04:40 min)

Seit 20 Jahren ist die Ausstellung "Dialog im Dunkeln" in Hamburg sehr beliebt. Im Schnitt kommen 100.000 Besucher jährlich und dadurch finanziert sich das Sozialprojekt. Die Grundidee: Sehende werden zu Blinden gemacht und von echten Blinden durch stockfinstere Räume geführt. Die Besucherinnen und Besucher müssen sich auf der Straße, auf dem Markt oder in einem Restaurant zurechtfinden. Auf diese Weise soll Verständnis für die alltäglichen Lebenssituationen von Blinden geschaffen werden. "Dialog im Dunkeln" ist eine gemeinnützige GmbH mit 33 Filialen weltweit, allein in Hamburg arbeiten 129 Menschen. Bislang stand die Ausstellung wirtschaftlich auf eigenen Füßen. Doch wegen Corona kamen keine Besucher mehr: Die Einnahmen brachen weg, der Einrichtung droht die Insolvenz. Andreas Heinecke, der Initiator von "Dialog im Dunkeln", sieht seine Ausstellung von der Politik im Stich gelassen. Es gerate jetzt zum Nachteil, einen sozialen Auftrag mit wirtschaftlichem Ansatz zu verfolgen und nicht ausschließlich spenden- und steuerfinanziert zu sein, beklagt er. Sozialunternehmen fallen durchs Netz und bekommen keine Förderung der KfW. Ist dieses Vorzeige-Projekt noch zu retten?

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile