Kulturjournal

Montag, 02. März 2020, 22:45 bis 23:15 Uhr
Freitag, 06. März 2020, 01:45 bis 02:30 Uhr

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40 Tage lang ohne. Passend zur Fastenzeit verzichten auch viele Menschen in Norddeutschland zum Beispiel auf Alkohol, Süßigkeiten, auf das Smartphone oder das Auto. Und es gibt Menschen, die verzichten schon dauerhaft zum Wohle der Tiere auf Fleisch oder wegen des Klimas auf Flugreisen. Doch bringt das wirklich etwas und warum verzichten wir? Das Kulturjournal mit einem Schwerpunkt zu Klimaschutz, Konsumverzicht und Fastenzeit mit folgenden Themen:

Eine Woche verzichten: Wie schwer ist das eigentlich?

Video
06:53

Eine Woche verzichten: Wie schwer ist das?

Autofahren, Fernreisen und Spontankäufe: Bislang hatte Reporterin Nadia Kailouli mit Verzicht nicht viel am Hut. Doch jetzt hat sie ihre Klimabilanz ermittelt und will etwas ändern. Video (06:53 min)

"Am Aschermittwoch ist alles vorbei". So heißt es in einem Karnevalslied. Nicht alles. Denn an dem Tag beginnt die Fastenzeit. 40 Tage ohne. Ohne Essen, aber auch ohne Süßigkeiten, ohne Alkohol. Inzwischen ist Verzicht auch ohne Fastenzeit in aller Munde. Verzichten fürs Klima. Weniger Plastik, weniger Flüge, weniger Auto. Doch wie schwer ist das eigentlich, wenn man es einmal konsequent durchzieht? Unsere Reporterin Nadia Kailouli hat den Test gemacht und eine Woche radikal verzichtet. Die Regeln: Kein Plastik, kein Auto, kein Fleisch und Fisch und keine Verschwendung. Wird sie durchhalten? Wie einfach oder schwer wird es? Und vor allem: Wird sie am Ende weitermachen wollen?

Pro und Contra: Retten wir mit Verzicht wirklich den Planeten?

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04:32

Retten wir mit Verzicht wirklich die Welt?

Auf Autos und Avocados verzichten, um den Planeten zu retten? Dabei ist unser Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß relativ gering. Was spricht für, was gegen dern Verzicht? Video (04:32 min)

Avocado? Böse. Fliegen? Noch schlimmer. Auto? Bitte sofort stehen lassen. Fleisch? Geht gar nicht. Stattdessen: Verzicht! Vegane Ernährung, Bus und Bahn, ein reduziertes, bewusstes, nachhaltiges Leben. Das ist, neben anderen Maßnahmen, nötig, um den Planeten zu retten. So die einen. Wirklich? 55,3 Gigatonnen CO2 wurden 2019 weltweit ausgestoßen. Das sind 55.300.000.000 Tonnen. Der Anteil Deutschlands daran: Knapp 1,5 Milliarden Tonnen. Also verschwindend gering. Verzichten alleine bringt die Welt nicht auf null. Ein wirklicher Strukturwandel muss her, eine neue industrielle Revolution. Weltweit. Aber bis dahin? Verzicht schadet ja schon mal nicht. Im Gegenteil. Und schließlich ist jeder Einzelne ein Multiplikator. Das Kulturjournal über Pro und Contra Verzicht: Investitionen statt Verbote, Wachstum statt Verzicht? Was rettet wirklich unseren Planeten?

Kunst und Klima: Museen müssen umdenken

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05:39

Die Kunst und das Klima: Museen müssen umdenken

Museen sind in einem Dilemma, wenn um Klimaschutz geht. Einige Museumsleiter wenden sich nun an die Politik. Mit dabei ist auch Andreas Beitin aus dem Kunstmuseum Wolfsburg. Video (05:39 min)

Die Klimakrise ist längst auch ein Thema für viele Künstlerinnen und Künstler. Aber wie klimaneutral ist die Kunst? Alte Museumsbauten, der Transport von Kunstwerken, Klimaanlagen zur Archivierung - alles das frisst Energie. Die Museen stecken in einem Dilemma: zwischen hehrem Anspruch und ökologischen Zielen. Denn sie wollen und müssen internationale Kunst zeigen und die eigenen Bestände bewahren. Und gleichzeitig müssen sie sich ändern, wenn sie glaubwürdig bleiben wollen - als Orte, an denen zentrale Themen unserer Zeit verhandelt werden. In einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters haben Museumsleiter mehr Maßnahmen gefordert, u.a. "eine zentrale Taskforce, die sich einzig den klimapolitischen Herausforderungen in Museen und anderen öffentlichen Ausstellungshäusern widmet". Einer der Unterzeichner des offenen Briefes ist Andreas Beitin, Direktor des Kunstmuseum Wolfsburgs. Das Kulturjournal besucht ihn und seinen Kollegen Reinhard Spieler vom Sprengel Museum in Hannover zur Bestandsaufnahme.

Das echte Leben ist woanders: Ein Buch zum Instagram-Verzicht

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"Unfollow": Buch über den Verzicht auf Instagram

Nena Schink war süchtig nach Instagram. Zwei Stunden täglich verbringt sie mit der App, postet Bilder und hofft auf Likes. Nun hat sie ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben. Video (04:22 min)

Für sie war es wie ein Sog: jeden Tag Bilder und Geschichten auf Instagram posten. Ein Spiel, das Nena Schink süchtig werden ließ. Für die Journalistin sollte es eigentlich nur ein Experiment sein, sie wollte das Berufsbild Influencer verstehen. Denn Instagram hat mit einer Milliarde Nutzer einen gigantischen Werbeumsatz. Influencer ist unter deutschen Jugendlichen der Berufswunsch Nummer eins. Also taucht Nena Schink in die Instragram-Welt ein, lernt die Stars der Szene auch persönlich kennen. Schon nach wenigen Wochen hat sie ein paar Tausend Follower, sie postet und liked im Sekundentakt, inszeniert sich im Alltag, Firmen schicken ihr gratis Luxusartikel. Doch als das Experiment endet, kann Nena Schink nicht mehr aufhören. Jetzt hat sie ein sehr persönliches Buch darüber geschrieben: "Unfollow - Wie Instagram unser Leben zerstört".

Klimafreundliches Vorbild: Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Osnabrück

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04:18

Osnabrück erhält Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Fahrrad-Garagen, Elektrobusse, Flachdächer mit Grünflächen und subventionierte Lastenfahrräder. Die Stadt Osnabrück tut viel, um nachhaltig zu sein. Dafür wird sie nun ausgezeichnet. Video (04:18 min)

Es geht um nichts weniger als um einen Kulturwandel. Und es geht um ein koordiniertes Miteinander aller Beteiligten. Denn das zahlt sich aus: Im Falle der Stadt Osnabrück mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020. Prämiert wurde das Engagement für Klimaschutz und Ökologie in allen Bereichen: Stadtplanung, Öffentlicher Nahverkehr, Radschnellwege und Carsharing, aber es geht den Verantwortlichen auch um Armuts- und Arbeitslosigkeitsbekämpfung, die Integration von Zugezogenen und Migranten. Das Kulturjournal macht einen Ortsbesuch in der prämierten Stadt, die sich zu einem Vorzeigeort entwickelt hat.

Redaktionsleiter/in
Christoph Bungartz
Moderation
Julia Westlake
Produktionsleiter/in
Katja Theile