die nordstory - Die jungen Wilden von Wildemann

Freitag, 29. März 2019, 20:15 bis 21:15 Uhr

Seit den Sechzigern hat Wildemann über die Hälfte seiner Einwohner verloren. © NDR/MfG-Film

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Mit den ursprünglichen Wäldern am Nationalpark, dem kulturellen Erbe des Bergbaus und urigen Ortschaften hat der Harz seinen Gästen sehr viel zu bieten. Doch nach der Grenzöffnung wurde im Westharz verspätet investiert, so haben sich die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren nur langsam erholt. Noch immer bleibt nach Ansicht von Experten viel Potenzial ungenutzt.

Eines der besten Beispiele ist die Gebirgsstadt Wildemann im Oberharz. Romantisch im tief eingeschnittenen Tal der Innerste gelegen, ist der Ort landschaftlich sehr reizvoll, die Einwohnerzahl geht aber immer weiter zurück. Es fehlt an attraktiver Infrastruktur.

Hotel mit Slow-Food-Küche

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Um Slow Food zu essen, kommen die Gäste sogar aus Hannover und Braunschweig.

Mathias und Maria Geinitz hat das aber nicht abgeschreckt. Sie haben in Wildemann ein etwas in die Jahre gekommenes Hotel mit dringendem Modernisierungsbedarf gekauft. Sie sehen darin Potenzial im Ort. Anstatt traditioneller Harzer Küche gibt es bei ihnen jetzt Slow-Food, ein kostspieliger Umbau ist bereits in Planung. Er soll mehr Raum für Veranstaltungen bieten und die Dorfkneipe ersetzen. Denn ein Treffpunkt ist wichtig für das Leben im Ort.

Die Einwohner kümmern sich selbst

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Es gibt kaum Geld von der Gemeinde. Die Wildemanner machen viel in Eigenregie.

Einige Restaurants im Ort sind geschlossen, die Gebäude zum Teil verfallen, so auch ein Großteil der Läden und Cafés. Um das soziale Leben und auch die restliche Infrastruktur aufrechtzuerhalten, gibt es in Wildemann einige Vereine. Vom Schwimmbad bis zu den Wanderwegen pflegen die Einwohnerinnen und Einwohner vieles selbst und kümmern sich auch um touristische Belange.

Das hält jung: Inge Schubert lässt sich mit 70 noch schulen, um Führungen im Bergwerk abzuhalten. Der im 16. Jahrhundert angelegte 19-Lachter-Stollen gehört zu den ältesten Bergwerksanlagen des Oberharzer Bergbaus und ist für Gäste ganz sicher eine Attraktion.

Auftrieb vom Harzer Höhenvieh ist Touristenattraktion

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Das Harzer Rote Höhenvieh eignet sich nicht für die schnelle Mast.

Höhepunkt des Jahres ist der Auftrieb vom Harzer Roten Höhenvieh, einer vom Aussterben bedrohten alten Kuhrasse. Das traditionelle Treiben lockt mehr als 5.000 Besucher auf einmal nach Wildemann. Alexander Samawatie ist nicht nur Mitorganisator der Veranstaltung, der Schlachter möchte die Rinder und ihr schmackhaftes Fleisch darüber hinaus noch bekannter machen.

Auch junge Leute bleiben wieder

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Lara Laubner ist immer mit Hündin Erwin im Revier unterwegs.

Während es andere junge Harzer in Städte und besser erschlossene Regionen zieht, wollte Lara Laubner unbedingt hierbleiben. Sie ist die Revierförsterin von Wildemann und sorgt im Wald für Ordnung. In diesen Monaten ist das ein besonders schweres Unterfangen für die 28-Jährige, denn große Fichtenbestände sterben durch die Borkenkäferplage.

Die nordstory dokumentiert das Leben der "jungen Wilden" in der Oberharzer Region rund um Wildemann über ein halbes Jahr und zeigt, wie die Menschen hier mit viel Mut, Engagement und Zusammenhalt zwischen Jung und Alt ihre Heimat wieder nach vorne bringen möchten und Schritt für Schritt etwas bewegen wollen.

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Leitung der Sendung
Andrea Lütke
Redaktionsleiter/in
Susanne Wachhaus
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Svenja Harks