Eisenbahnromantik

Mit der Schmalspurbahn in Russlands Vergangenheit

Freitag, 05. März 2021, 15:00 bis 15:30 Uhr

In Jekaterinburg, dem pulsierenden russischen Zentrum auf der Grenze zwischen Europa und Asien, laufen alle wichtigen Verkehrsstränge zusammen. Lifestyle und Architektur können sich hier durchaus mit westlichen Metropolen messen. Die Transsibirische Eisenbahn auf dem Weg nach Wladiwostok oder Moskau macht hier Station, der internationale Flughafen bringt Manager aus aller Welt in das Zentrum der Stahl-, Eisenbahn- und Waffenproduktion Russlands.

Knapp 150 Kilometer weiter nördlich, in Alapajewsk, ist Beginn und Ende der Waldbahn, die 2018 120-jähriges Bestehen feierte. Das größte funktionierende Schmalspurnetz Russlands wurde schon zur Zarenzeit gebaut, versorgte die Stahlindustrie am Ural mit Holz und alle Dörfer entlang der 250 Kilometer Streckennetz mit dem, was die Menschen zum Leben brauchten. Das ist bis heute noch so, denn geteerte Straßen gibt es immer noch nicht und einige Dörfer sind in dem sumpfigen Gelände überhaupt nur über den Bahndamm erreichbar. Wer die Waldbahn bis zur Endstation benutzt, ist keine 200 Kilometer Luftlinie von Jekaterinburg im 19. Jahrhundert gelandet.

Der Film zeigt Russland entlang der Schmalspureisenbahnstrecke von Alapajewsk, die ihre Bedeutung für den Holztransport weitgehend verloren hat und wo man in einigen Dörfern nur noch darauf wartet, dass die Menschen dort aussterben. Der Film zeichnet den Kontrast zwischen der Metropole Jekaterinburg mit Transsib und westlichem Lifestyle und der Waldbahn von Alapajewsk bis Kalatsch nach, weit entfernt vom Leben in Moskau.

Redaktion
Sara Helmig
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