Nicht meine Schande - Geschichte eines Missbrauchs

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 19. August 2020, 00:00 bis 01:20 Uhr

Marcia Wickham, in ihrer Kindheit über Jahre von ihrem eigenen Vater sexuell missbraucht, ist das schier Unmögliche gelungen: Nach Jahren des Verdrängens, des Schweigens, des unerträglichen Schmerzes begibt sie sich nach einem Suizidversuch zusammen mit einem Therapeuten auf die Reise in die Vergangenheit, um in der Gegenwart Frieden zu finden. "Du kannst damit leben. Heute bin ich ein glücklicher Mensch", sagt sie.

Die Geschichte eines Heilungsprozesses

Dieser Dokumentarfilm von Jonathan Bulette ist Zeugnis dieser erstaunlichen Selbstermächtigung. In intimen Interviews erzählt Marcia darin die Geschichte ihres Missbrauchs und die ihres Heilungsprozesses mit seinen Höhen und Tiefen. Es ist das erste Mal, dass sie öffentlich von ihren Erfahrungen spricht. Der Film ist eine Art filmische Therapie und geht doch weit darüber hinaus.

Der bildstarke Film von Jonathan Bulette verwebt Marcias Aufarbeitung ihrer Traumata mit privatem Archivmaterial und lässt Zuschauerinnen und Zuschauer an Marcias Heilungsprozess teilhaben. Es kommen ihr Therapeut, Freunde, Lebenspartner, aber auch die ländliche Pastorenfamilie zu Wort, die von Marcias Missbrauch gewusst, aber weggeschaut hat.

Sexueller Missbrauch ist immer noch ein Tabu. Und wenn darüber berichtet wird, dann ist es häufig eine sensationslüsterne Opferberichterstattung oder es geht in den großen Skandalen um die Täter. Dieser Dokumentarfilml sticht hier heraus, da Marcia aus dem Opferschatten heraustritt und sich ihres eigenen Lebens wieder selbst ermächtigt.

Autor/in
Jonathan Bulette
Regie
Jonathan Bulette
Jason B. Kohl
Nora Mandray
Redaktion
Eric Friedler
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke