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Hapag-Lloyd: Aus Hamburg in die Welt

Donnerstag, 21. Mai 2020, 13:15 bis 14:00 Uhr

Hapag-Lloyd ist die Traditionsreederei in Hamburg. Wenn dort früher ein Luxusdampfer vom Stapel lief, kam sogar der Kaiser zur Taufe aus Berlin angereist. Heute werden die Aktien der Riesen-Reederei an der Frankfurter Börse gehandelt. Wenn die Weltwirtschaft schwächelt, fährt Hapag-Lloyd auf Krisenkurs.

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Ausfahrt des damals größten Schiffes der Welt aus dem Hamburger Hafen: der Dampfer "Imperator" der Hamburg-Amerika-Linie. © dpa

Hapag und Norddeutsche Lloyd: Vom Konkurrenzkampf zur AG

Als sich 1847 die Schifffahrtslinie Hapag gründet, wächst mit dem Norddeutschen Lloyd schnell Konkurrenz. Der Container-Boom führt zur Fusion: Vor 50 Jahren entsteht die Hapag-Lloyd AG. mehr

Die Erfindung des Containers und die Folgen

Die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft wurde 1847 gegründet, der Norddeutsche Lloyd zehn Jahre später in Bremen. Anfangs waren die beiden Gesellschaften erbitterte Wettbewerber, kämpften um den wachsenden Auswanderermarkt und lieferten sich auf dem Atlantik Rennen mit immer schneller werdenden Ozeandampfern. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich die Konkurrenz auf die Stückgutfahrt. Erst 1970 fusionierten die Unternehmen. Der Grund: Die Erfindung des Containers erforderte immer größere und immer kostspieligere Schiffe. Jede für sich allein konnten die beiden Firmen die Finanzierung nicht mehr stemmen.

An diesem Prinzip hat sich seitdem nichts geändert. Immer größere Reedereien und Reedereiverbände kämpfen darum, wer die weltweit wachsenden Warenströme transportiert. Hapag-Lloyd will dabei ganz oben mitmischen, ein Global Player sein. Nach der Fusion mit der chilenischen CSAV ist Hapag-Lloyd die viertgrößte Containerreederei der Welt. Mit dem Gang an die Börse im November 2015 will die Firma neues Geld lockermachen. Wieder geht es um den Kauf von noch größeren Schiffen, wieder geht es um Container.

Der Konkurrenzkampf ist groß

Doch wie sieht die Reederei, die eine Weltmarke sein will, von innen aus? Tragen die Beschäftigten den Konkurrenzkampf mit? Wie gehen sie mit dem Druck um, dass die im Asienverkehr eingesetzten Megafrachter mit 13.200 Containern an Bord gerade einmal 48 Stunden zum Löschen und Laden in ihrem Heimathafen Hamburg haben, bevor es wieder für elf Wochen auf See geht?

Der Autor Manfred Uhlig blickt zurück auf die Ursprünge der Reederei, filmt die junge Auszubildende, den Ersten Offizier und den Kapitän eines Containerriesen auf dem Weg von Rotterdam über Hamburg nach Southampton. Er begleitet eine Verkaufsleiterin bei schwierigen Verhandlungen und konfrontiert den Vorstandsvorsitzenden Rolf Habben Jansen mit der Frage, ob sich die Containerfahrt langfristig überhaupt noch lohnt.

Geschichte
Blick auf den Hamburger Hafen im 19. Jahrhundert. © picture-alliance / Mary Evans Picture Library

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Regie
Manfred Uhlig
Autor/in
Manfred Uhlig
Produktionsleiter/in
Jost Nolting
Redaktion
Silvia Gutmann