Unterwegs mit Tine Thing Helseth

Gelungener Auftakt in Köln

Unseren ersten Gastauftritt mit Tine Thing Helseth hatten wir in der Kölner Philharmonie: Es macht immer wieder Spaß, in diesem ungewöhnlichen Saal zu spielen. Die besondere Akustik des Amphitheater-Baus hat Andrew Manze und uns auch dieses Mal sehr inspiriert - bei der einleitenden Schöpfungsouvertüre war die Spannung zum Greifen spürbar. Klangliches Neuland konnten wir mit dem zeitgenössischen Trompetenkonzert von Bent Sørensen ausloten: In Sørensens Stück werden nicht nur instrumentale Fähigkeiten verlangt, sondern auch gemeinschaftliches Händereiben oder ein Summchor. Dabei entwickelte sich die Zusammenarbeit mit der jungen Trompeterin Tine Thing Helseth zu einem echten Vergnügen, da sie in ihrer lockeren und netten Art nicht nur bei den Proben sehr umgänglich war, sondern auch darüber hinaus gern den kollegialen Austausch suchte.

Konzert mit Kölsch

Das abendliche Konzert wurde vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen. Nach dem erfolgreichen Abend gab es für uns im Anschluss noch einen Umtrunk hinter der Bühne: In Köln gehört ein Kölsch nach dem Konzert einfach dazu. Eine nette Entdeckung machten wir schließlich noch im Progammheft: Als Beiprogramm zeigen KölnMusik und die Kino Gesellschaft Köln regelmäßig die Lieblingsfilme der Solisten im Filmforum - in unserem Fall "The King's Speech". Eine schöne Idee!

Namhafte Begegnung und Bahn-Odyssee

Am nächsten Morgen lief uns beim Frühstück der berühmte Cellist Steven Isserlis über den Weg: Er spielte einen Tag nach uns in der Kölner Philharmonie, gemeinsam mit dem Kölner Kammerorchester und Christoph Poppen. Noch im Hotel erreichte uns die Hiobsbotschaft, dass unser Zug nach Freiburg ausfallen sollte! Etwas in Panik brachen wir alle zum Bahnhof auf, wo sich unsere Mitarbeiterin vom Orchesterbüro erst einmal nach Alternativen erkundigte - dort hieß es plötzlich, dass es für unsere Verbindung doch noch einen Ersatzzug gibt. Glücklich angekommen sind wir schließlich doch nur mit einer kleinen Verspätung.

Kurze Erholungspause in Freiburg

In Freiburg erwartete uns ein Wintereinbruch: Erster Schnee und Hagel wechselten mit gelegentlichen Sonnenstrahlen ab. Am Ende des Reisetags nutzten viele von uns die Gelegenheit, Freunde, Kollegen und Familie zu besuchen, da manche aus der Gegend stammen, andere machten sich auf den Weg in das Planetarium.

Konzert in bester Gesellschaft

Schon bei der Anspielprobe im Freiburger Konzerthaus waren wir von dem schönen Saal mit seiner klaren und hellen Akustik begeistert. In der Reihe der Albert-Konzerte befanden wir uns in renommierter Gesellschaft: Außer uns standen auch die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker, die Academy of St Martin in the Fields, die Kremerata Baltica, große Namen wie Kent Nagano, Gustavo Dudamel, Murray Perahia und andere auf dem Programm. Umso schöner war es für uns, dass das Konzert in Freiburg restlos ausverkauft war und dass wir von dem kulturinteressierten Publikum begeistert gefeiert wurden. Vor allem die 4. Sinfonie von Brahms sorgte für großen Enthusiasmus und langanhaltenden Applaus. Nach diesem Erfolg nahmen wir sehr glücklich Abschied vom schönen Freiburg.

Orchester und Vokalensemble