Schönwetterwolken und einsame Eisbären

Felix Janosa © Peter Leßmann Foto: Peter Leßmann
Felix Janosa rief Anfang der Neunziger gemeinsam mit dem Zeichner und Autor Jörg Hilbert "Ritter Rost" ins Leben.

Wetter und Musik? Für ihn ein Fass voller Ideen: Felix Janosa, bekannt und beliebt als musikalischer Vater des "Ritter Rost", hat für das Kinderkonzert "Zum Donnerwetter!" der NDR Radiophilharmonie die Musik zusammengestellt, arrangiert und neu komponiert. Über seine Ideen erzählt er im Gespräch.

Worauf können sich die Hörer im "Donnerwetter"-Konzert freuen?

Großartige Orchestermusik rund um alles, was mit unserem Wetter zu tun hat: Sonne, Regen, Wind und Sturm, Wolken, Wasser, Wellen. Und da gibt es natürlich bereits sehr viel Musik aus der Vergangenheit von großen Komponisten. In diesem Konzert werden wir Musik von Antonio Vivaldi, Ludwig van Beethoven und Richard Wagner hören, aber auch von moderneren Komponisten wie Respighi, Schönberg oder Messiaen.

Die haben alle Musik zum Wetter geschrieben?

Ja, Vivaldis "Jahreszeiten" und Beethovens "Pastoralsinfonie" sind unsere bekanntesten Stücke, aber auch der weniger bekannte "Neptunbrunnen" von Ottorino Respighi versetzt uns gleich in gute "Wetterstimmung" - da kann man förmlich hören, wie das Wasser bei hochsommerlichen Temperaturen aus diesem römischen Brunnen heraus spritzt. Ich habe eine hoffentlich sehr abwechslungsreiche Mischung aus den "Wetterstücken" von anderen Komponisten zusammengestellt...

Aber doch auch selbst viele Stücke für dieses Konzert orchestriert und geschrieben?

Ja, ich habe bekannte Stücke wie "Summertime", "Alles neu macht der Mai" oder "Der Mond ist aufgegangen" extra für dieses Konzert neu orchestriert, damit auch das Publikum zur Begleitung des Orchesters mitsingen, mitsummen und mitsprechen kann. Es ist also nicht nur ein normales "Zuhör"-Konzert.

Und was bitte kann man sich unter Ihrem neu komponierten "Wolkenwalzer" vorstellen?

Hier habe ich versucht, die Leichtigkeit und Feinheit von Schönwetterwolken in einem Walzer für Orchester darzustellen. Auch dieses Stück ist zum Mitmachen für das Publikum - wir lernen schöne Wolkennamen und -formen wie Altocumulus und Altostratus kennen!

Zwei Schauspieler stehen in Kostümen auf einer Bühne. © Theater Kontra-Punkt Foto: R. Schwarz
Annette Bieker und Frank Schulz entwickeln mit dem Theater Kontra-Punkt seit 1984 neue Formen für zeitgenössisches Musiktheater.
Was ist für Sie das Spannendste an dem Programm?

Neben der Musik natürlich die lustige und spannende Rahmenhandlung des "Theater Kontra-Punkt" aus Düsseldorf - eine aufgedrehte Moderatorin (Annette Bieker) trifft auf einen seltsamen Wetterexperten (Frank Schulz) und beide begeben sich auf eine turbulente Reise durch die vier Jahreszeiten. Dabei erfährt das Publikum eine ganze Menge über Wetterphänomene, aber ich bin mir sicher, dass Annette und Frank auch wieder eine Menge Blödsinn auf der Bühne machen werden...

Was für ein Donnerwetter erwartet die Zuhörer?

Zunächst das Donnerwetter aus der "Pastorale" von Beethoven, aber auch der Sturm auf hoher See, wie er von Richard Wagner in der Ouvertüre zum "Fliegenden Holländer" beschrieben wird. Den dramatischen Höhepunkt unseres Konzerts, das "Große Donnerwetter" habe ich über den Text von Annette geschrieben, in diesem Stück geht es extrem turbulent zu, das globale Klima und der Klimawandel spielen eine Rolle, süße Eichhörnchen und einsame Eisbären tauchen auf, mehr will ich aber nicht verraten.  

Orchester und Chor