"Die Vielseitigkeit schätze ich besonders"

Mit einer Konzertreise nach Lübeck hat er im August seine Arbeit bei der NDR Radiophilharmonie begonnen: Der Trompeter Alexander Mayr erzählt von seinen ersten Eindrücken und der musikalischen Arbeitsatmosphäre.

Mit der Trompetenvirtuosin Alison Balsom hatte er schon bei seinen ersten Konzerten mit der NDR Radiophilharmonie beim Schleswig-Holstein Musik Festival in Lübeck und Kiel die Gelegenheit, mit einer renommierten Solistin seines Fachs zusammenzuarbeiten. Das war "wirklich eine sehr schöne erste Woche", meint Alexander Mayr. Nicht nur musikalisch - Balsom hat eine in jeder Hinsicht mitreißende Interpretation von Haydns Trompetenkonzert präsentiert -, sondern auch menschlich war der Start mit einer Konzertreise für ihn etwas Besonderes. So lerne man die Kollegen anders und schneller kennen, man kommt eher ins Gespräch als im heimischen Sendesaal in Hannover.

Neu und altbekannt

Die NDR Radiophilharmonie ist für ihn allerdings gar nicht so fremd: Er kannte das Orchester schon, da er bereits fünf Jahre in der Staatsoper Hannover tätig war und in dieser Zeit immer wieder als Aushilfe auch bei der NDR Radiophilharmonie mitgespielt hat. "Das habe ich immer sehr geschätzt", so der Trompeter, besonders die große Vielseitigkeit dieses Klangkörpers hat ihn von Anfang an begeistert: Hier werde alles gespielt - von Bruckner, Mahler über Beethoven bis hin zu Filmmusik oder Crossover wie jüngst das Projekt mit Max Mutzke. Diese Mischung ist für Mayr besonders spannend und musikalisch ausfüllend."Da tut sich einfach was", meint er strahlend.

Beste Arbeitsatmosphäre

Glücklich über seine neue Stelle ist Alexander Mayr auch wegen der Arbeitsatmosphäre unter den Kollegen, denn sie sei "fast schon ein bisschen einzigartig - gut". Als neues Orchestermitglied ist er sehr offen aufgenommen worden, "die Stimmung ist sehr, sehr angenehm" schwärmt der gebürtige Österreicher. Vom ersten Moment überzeugt hat ihn auch der Chefdirigent Andrew Manze: "Manze weiß genau, was er will, und hat auch eine absolut positive Art, das dem Orchester mitzuteilen. Was bei ihm so außergewöhnlich ist, ist, dass er extrem motivieren kann und die Leute sehr gern mitmachen."

Intensives Arbeiten

Dennoch muss sich Alexander Mayr auch einarbeiten, denn die Arbeitsweise unterscheidet sich sehr von derjenigen der Oper: Bei der NDR Radiophilharmonie wird ein Programm in einer Woche erarbeitet und mit einem Konzert abgeschlossen. Dann kommt gleich wieder etwas Neues. In der Oper studiert man dagegen einmal eine Produktion ein und spielt sie dann über ein oder mehrere Spielzeiten hinweg immer wieder. Aber gerade die neue Abwechslung und die Intensität der Arbeit kommt dem Trompeter sehr entgegen.

"Bei aller Offenheit und dem Spaß an der Musik wird die Ernsthaftigkeit der Arbeit nie in den Hintergrund gerückt. Das macht ein gutes Orchester einfach aus: Es gibt Momente, in denen man Spaß hat, und dann gibt es Momente, in denen gearbeitet wird, und das sehr konstruktiv."

Vorfreude auf den Saisonbeginn

Nun freut er sich schon sehr auf den Beginn der Saison mit dem Konzertereignis "Hannover Proms", "das wird bestimmt ganz speziell", so der Trompeter. Sehr neugierig ist er auch auf die Tournee nach China und Korea im Oktober: "Gerade wenn man einen Solisten wie András Schiff an der Seite hat, wird das bestimmt sehr spannend". Weitere Highlights sind für ihn das Filmkonzert "Matrix" ebenso wie die kommenden Beethoven-Sinfonien oder Strawinskys "Feuervogel"-Suite: "Es wird einfach etwas geboten, das finde ich super!", freut sich Alexander Mayr.

Orchester und Chor